„Streben nach Einheit wurzelt in Gottes Mission in der Welt“

18 Sep. 2018
Blick in das Plenum der GEKE-Vollversammlung, die in Basel (Schweiz) stattfindet. Foto: Oliver Hochstrassser/GEKE

Blick in das Plenum der GEKE-Vollversammlung, die in Basel (Schweiz) stattfindet. Foto: Oliver Hochstrassser/GEKE

LWB-Generalsekretär richtet Grußwort an GEKE-Vollversammlung

Basel (Schweiz) (LWI) – Christus entschlossen nachzufolgen bedeutet, am Ruf zur Einheit festzuhalten als prophetischem Zeugnis in unserer von Spaltungen geprägten Welt, hat der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), Pfarrer Dr. h.c. Dr. h.c. Martin Junge, in einem Grußwort an die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) betont.

Delegierte aus über 30 Ländern haben sich vom 13. bis 18. September zur Vollversammlung der GEKE in Basel versammelt. Unter dem Leitspruch „befreit – verbunden – engagiert“ feiern sie ihre Gemeinschaft, diskutieren die in den vergangenen Jahren geleistete Arbeit und entwickeln Konzepte für die Vertiefung der kirchlichen Einheit.

Die GEKE ist ein Verbund von 94 lutherischen, methodistischen, reformierten und unierten Kirchen aus über 30 Ländern Europas und Südamerikas.

Junge stellte fest, die GEKE beschreibe Einheit als Zeugnis in der Welt. Dies stehe im Einklang mit der Sicht des LWB. „Die Einheit, nach der wir streben, ist kein Selbstzweck, ihr Zweck liegt in Gottes Geschichte und in seiner Absicht für die gesamte Schöpfung. Das Streben nach Einheit wurzelt in Gottes Mission in der Welt. Mehr denn je glaube ich daran, dass Standhaftigkeit in Christus heute bedeutet, am Ruf der Einheit festzuhalten als prophetischem Zeugnis in unserer von Spaltungen geprägten Welt.“

Diese aktuell von Spaltungen und Polarisierung gekennzeichnete Situation sollte die Kirchen nicht von ihrem Weg abbringen. Sie müssten auch zukünftig in Christus, „unserem einzigen Fundament“, nach einer gemeinsamen Basis suchen, ermutigte Junge.

Geist ökumenischer Verantwortung

Unter Verweis auf das 500. Reformationsjubiläum betonte Junge, er sei dankbar dafür, dass die ökumenischen Partner die Selbstverpflichtung des LWB mitgetragen hätten, das Jubiläum in einem Geist ökumenischer Verantwortung zu gestalten. „Tatsächlich beginnt unsere Geschichte ja nicht vor 500 Jahren und es hat Reformationsbewegungen vor und nach derjenigen gegeben, der wir im vergangenen Jahr gedachten. Das vom LWB und der römisch-katholischen Kirche am 31. Oktober 2016 in Lund und Malmö ausgerichtete Gemeinsame Reformationsgedenken ist ein Beispiel dafür, wie andere weltweite christliche Gemeinschaften unsere Bemühungen unterstützt haben, uns beim Gedenken an das Jubiläum nicht aus unseren ökumenischen Beziehungen zurückzuziehen, sondern den Reichtum unserer bilateralen Dialoge in vollem Umfang zur Entfaltung zu bringen.“

Das zusammen mit der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen 2017 formulierte „Wittenberger Zeugnis“ weise in dieselbe Richtung und habe eine wichtige Grundlage für die zukünftige Zusammenarbeit geschaffen. Die 1999 vom Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen und dem LWB unterzeichnete „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ wiederum habe sich von einer bilateralen Vereinbarung zu einem multilateralen Dokument mit inzwischen fünf Unterzeichnenden entwickelt.

Die Herausforderungen, vor denen Europa stehe, genauso wie die Bemühungen zu deren Bewältigung wiesen über die Grenzen des Kontinents hinaus, daher seien die Tagungen der GEKE von „elementarer Bedeutung“, unterstrich Junge.