Salvadorianischer Bischof: „Die Verwundbarsten leiden im Krieg am meisten“

2 Mär. 2022
Bischof Medardo Gómez Soto hält eine Ansprache zum dreißigsten Jahrestag des Friedensabkommens von El Salvador. Die Menschen sollten sich an die Geschichte erinnern, damit die Gewalt an den Schwächsten in der Gesellschaft nicht vergessen oder wiederhol werde. Foto: Rafael Menjivar/ILS

Bischof Medardo Gómez Soto hält eine Ansprache zum dreißigsten Jahrestag des Friedensabkommens von El Salvador. Die Menschen sollten sich an die Geschichte erinnern, damit die Gewalt an den Schwächsten in der Gesellschaft nicht vergessen oder wiederhol werde. Foto: Rafael Menjivar/ILS

El Salvador feiert dreißig Jahre Friedensvertrag

SAN SALVADOR, El Salvador/GENF (LWI) – Am 30. Jahrestag der Unterzeichnung des Friedensabkommens von El Salvador, das den Bürgerkrieg im Land beendete, hat Bischof Medardo Gómez Soto von der Salvadorianischen Lutherischen Kirche (ILS) darauf hingewiesen, wie wichtig es für die Kirche sei, dieses Ereignisses zu gedenken und niemals die durch Gewalt verursachten Grausamkeiten zu vergessen.

Abgeordnete der Guerillaorganisation Farabundo Martí National Liberation Front und der Regierung hatten am 16. Januar 1992 mit internationaler Vermittlung den Friedensvertrag unterzeichnet. Damit wurde ein mehr als zehn Jahre anhaltender Bürgerkrieg im Land beendet.

Gómez sagte, dass die Erinnerung an diese historischen Ereignisse die Gesellschaft davon abhalte, diese Gewaltmuster zu wiederholen, unter denen immer die verwundbarsten Menschen zu leiden hätten.

„Die Erinnerung an die Unterzeichnung des Friedensvertrags ist auch eine Gelegenheit, der Opfer dieses bewaffneten Konfliktes zu gedenken“, sagte Gómez. Eine solche Veranstaltung sollte immer „die Tausende Menschen ehren, die getötet wurden oder verschwunden sind und die von einem gerechteren Land geträumt haben."

Der Bischof wies in einer Videobotschaft an die Kirche auf drei wichtige Punkte hin. „Erstens“, so sagte er, „müssen wir Gott danken, denn ohne Gott wäre dieser Frieden nicht erreicht worden. Zweitens ist die Erinnerung an den Jahrestag der Unterzeichnung ein begründeter Anlass zum Feiern. Drittens muss die Kirche sich dazu verpflichten, auch zukünftigen Generationen die Bedeutung dieses Gedenkens begreiflich zu machen und nicht einfach nur eine fröhliche Party zu feiern. Wir dürfen niemals vergessen.“

„Wir können keine Wiederholung all dieser Kämpfe, Angriffe, Morde und Verfolgungen zulassen, die den verwundbarsten Teilen der Gesellschaft Tod, Schmerz, Angst und Migration gebracht haben.“

 

Von R. Menjivar/ILS. Deutsche Übersetzung: Detlef Höffken, Redaktion: LWB/A. Weyermüller