Mittelamerika: Advocacy auf lokaler und nationaler Ebene stärken

1 Aug. 2019
Teilnehmende an dem Advocacy-Workshops in San José (Costa Rica). Foto: LWB/F. Wilches

Teilnehmende an dem Advocacy-Workshops in San José (Costa Rica). Foto: LWB/F. Wilches

Workshop und Handbuch des LWB zur Unterstützung

San Jose, Costa Rica/Genf (LWI) – Die Verfolgung und Tötung von Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten in Mittelamerika sowie die Schwierigkeiten bei der Ausübung der Religionsfreiheit in der Region standen vom 14. bis 16. Juli im Mittelpunkt eines Trainingsworkshops zum Thema Advocacy in San José (Costa Rica). Der Workshop war vom Büro für Internationale Angelegenheiten und Menschenrechte (BIAMR) des Lutherischen Weltbundes (LWB) organisiert worden. Es nahmen 21 Personen aus sechs Mitgliedskirchen des LWB in Mittel- und Nordamerika sowie des Regionalprogramms des LWB-Weltdienstes in Mittelamerika teil.

Der Workshop bot den Teilnehmenden eine Gelegenheit über ihre Erfahrungen im Bereich der Advocacy-Arbeit im lokalen und nationalen Kontext zu berichten, sich über bewährte Vorgehensweisen und Verfahren auszutauschen und sich grundlegende Richtlinien für eine erfolgreiche Advocacy-Arbeit mit einem Ansatz anzueignen, der sich auf die Achtung der Menschenrechte stützt und außerdem auch Frauenrechte berücksichtigt. Das kürzlich erschienene „Advocacy Handbook“ des LWB bildete hierfür eine wichtige Grundlage.

Die Teilnehmenden tauschten sich über das Leid der Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten aus, die im Kampf und Engagement für Gerechtigkeit und Frieden in ihren jeweiligen Ländern tagtäglich ihr Leben riskieren. Zudem erörterten sie weitere Fragen und Themen im Zusammenhang mit den Menschenrechten wie die Einschränkungen der Meinungs- und Versammlungsfreiheit, die Rechte indigener Bevölkerungsgruppen, die Probleme für Menschen mit HIV und die große Bedeutung einer kritischen Betrachtung der Rolle von Kirchen im öffentlichen Raum.

Für einige Teilnehmenden war dies die erste Gelegenheit an einem solchen Trainingsworkshop teilzunehmen, anderen bot er die Gelegenheit, besser zu verstehen, wie Advocacy systematischer und analytischer organisiert und durchgeführt werden kann. Von zentraler Bedeutung für dieses Verständnis war das biblische und theologische Fundament, das den Arbeitsansatz des LWB in der Advocacy-Arbeit und im Engagement für Menschenrechte untermauert.

In dem Training ging es für alle Teilnehmenden um das theoretische Erlernen und um praktische Übungen mit einer besonderen Schwerpunktsetzung auf das Advocacy-Handbuch des LWB als nützliches Hilfsmittel für ein solches Engagement. Ein weiterer wichtiger Aspekt war das Verstehen, dass die gesamte Advocacy-Arbeit des LWB von der Hoffnung und der Kraft genährt wird, die wir in unserem Glauben, unserer Gemeinschaft als globales Gremium, und der Resilienz der Gemeinschaften, mit denen wir arbeiten, finden.

Die Teilnehmenden aus den Mitgliedskirchen und die Mitarbeitenden aus dem Regionalbüro des LWB-Weltdienstes wurden darüber hinaus ermutigt, weitere Materialien des LWB zu lesen und in ihrem Engagement zu nutzen, darunter das Grundsatzpapier des LWB zu Gendergerechtigkeit und die Publikation „Affirming Women‘s Human Rights“ (Menschenrechte von Frauen bekräftigen).

Der LWB hofft, dass das Advocacy-Handbuch die Mitgliedskirchen, Länderprogramme und Gemeinwesen dabei unterstützen kann, ihre Kapazitäten in der Advocacy-Arbeit und in ihrem Engagement für Menschenrechte auszubauen. Dr. Ojot Miru Ojulu, Assistierender Generalsekretär des LWB für Internationale Angelegenheiten und Menschenrechte, erklärte: „Das Besondere an diesem Handbuch ist sein Versuch, Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten mit einer Reihe von ganz praktischen Handlungsstrategien auszurüsten, die eine Verbindung herstellen zwischen dem Engagement auf lokaler und globaler Ebene, um so an der Basis tatsächlich etwas zu bewegen.“ Das BIAMR hofft, entsprechende Trainingsworkshops in den kommenden Jahren auch in den anderen LWB-Regionen durchführen zu können.