Dschibuti: Hilfe für Flüchtlinge aus dem Jemen

22 Jul. 2015
Dschibuti: Hilfe für Flüchtlinge aus dem Jemen
Dschibuti: Hilfe für Flüchtlinge aus dem Jemen

„Extrem schwierige Bedingungen“

Obock, Dschibuti/Genf, 20. Juli 2015 (LWI) – Der Lutherische Weltbund (LWB) unterstützt  Flüchtlinge aus dem Jemen, die im Nachbarstaat Dschibuti Schutz suchen.

Nach Erkenntnissen des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) haben mehr als 51.000 jemenitische Flüchtlinge das Land verlassen, seitdem die Huthi-Milizen vor vier Monaten die Regierung übernommen haben.

Aktuelle Statistiken der Internationalen Organisation für Migration und der Regierung in Dschibuti belegen, dass das Land bis Ende Juni insgesamt 20.832 Menschen aufgenommen hat, die Hälfte davon kommt aus dem Jemen. Die andere Hälfte setzt sich aus anderen Staatsangehörigen zusammen, die im Jemen gearbeitet haben und die vor der dort herrschenden Gewalt geflüchtet sind. Von diesen Flüchtlingen stammen wiederum 9 Prozent aus Dschibuti. 

„Damit ist Dschibuti zurzeit das Land mit der höchsten Anzahl von Flüchtlingen aus dem Jemen“, erklärt der LWB-Länderrepräsentant für Kenia-Dschibuti, Lennart Hernander.

Unterstützung von Bildungsprojekten

Die meisten der Flüchtlinge kommen in Dschibuti-Stadt oder in Obock an, wo das UNHCR das Flüchtlingslager Markazi errichtet hat. Der LWB hat die Absicht, Menschen mit besonderen Bedürfnissen existenzwichtige Hilfsgüter zur Verfügung zu stellen. Zu dieser Gruppe gehören ältere Menschen, chronisch Kranke, unbegleitete Minderjährigen und von ihren Eltern getrennte Kinder, um die sich die vom LWB organisierten gemeindenahen Dienste kümmern.

Als der wichtigste Bildungspartner des UNHCR bietet der LWB den schulpflichtigen Kindern Bildungsmöglichkeiten an. Der LWB stellt Unterrichtsmaterial und Lehrkräfte und übernimmt die allgemeine Leitung und das Management des Bildungsprojekts. Mit der damit verbundenen Routine, Stabilität und Struktur werden auch die psychosozialen Folgen des Konfliktes und der damit einhergehenden Katastrophen aufgefangen. „Bildung bedeutet Hoffnung für die Zukunft der jemenitischen Flüchtlinge“, sagt Hernander.

Das Flüchtlingslager Markazi liegt in einer äusserst heissen, trockenen und staubigen Region. „Die Bedingungen in Markazi und Obock stellen uns vor extreme Herausforderungen“, erklärt Hernander. „Deshalb sind die Lebensbedingungen besonders für Kinder, ältere Menschen und Kranke so schwierig”.

Konflikt im Jemen verschärft langwieriges Flüchtlingsdrama

Der LWB ist bereits im Land tätig und unterstützt seit 2009 Flüchtlinge aus Somalia in den Lagern Ali Adde und Holhol. In diesen beiden Camps leben insgesamt 12.555 Menschen, viele von ihnen bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten. Der Konflikt im Jemen hat diese anhaltend schwierige Lage der Flüchtlinge in Dschibuti weiter verschärft. Aufgrund der Kämpfe in einem der ärmsten Länder der Welt hatten Millionen von Menschen keinen Zugang mehr zu ausreichenden Nahrungsmitteln und Brennstoffen, viele von ihnen haben sich deshalb mit Booten über den Golf von Aden in Sicherheit gebracht.

Der LWB hilft auch durch den Aufbau und die Leitung von Schulen in den Camps Holhol und Ali Adde. Weiterhin beteiligt er sich an einem Projekt in der Stadt Dschibuti zusätzlich zu den gemeindenahen Diensten und Kinderschutzprogrammen in den beiden Lagern sowie einem städtischen Flüchtlingsprojekt, mit dem 2.600 Menschen geholfen wird. 

„Die Entwicklungen im Jemen erschweren die Lage für die Flüchtlinge und für die Hilfsorganisationen beträchtlich“, sagt Hernander. „Wir brauchen Hilfe, um die sich hier entwickelnde humanitäre Krise in den Griff zu bekommen.“

 

Cornelia Kästner