Lutherischer Weltbund

Ratstagung und KirchenleiterInnenkonsultation 2007

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Lund (Schweden), 20. bis 27. März 2007

Tag 2 - Mittwoch, 21. März

Liturgischer Tanz
Liturgischer Tanz in der mittelalterlichen Kathedrale von Lund während des Eröffnungsgottesdienstes am 21. März. © LWB/Z. Rakotoniaina




Feierliche Eröffnung der LWB-KirchenleiterInnenkonsultation in Lund

LWB-Präsident Bischof Hanson
LWB-Präsident Bischof Mark S. Hanson.
© LWB/D. Jusaitis

Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Kathedrale von Lund (Schweden) hat der Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB), Bischof Mark S. Hanson, am Mittwoch, 21. März, eine Konsultation von KirchenleiterInnen eröffnet. Sie steht unter dem Thema „Gemeinschaft leben in der Welt von heute“. Rund 500 Teilnehmende – darunter mehr als 100 KirchenleiterInnen – sind zu Beratungen an den Ort der Gründung des LWB vor 60 Jahren zurückgekehrt. Die KirchenleiterInnenkonsultation ist eingebettet in die Tagung des LWB-Rates, der zu den Beratungen der Programmkomitees bereits am 20. März zusammenkam und seine Diskussionen am 26./27. März abschliesst. Am Sonntag, 25. März, wird mit einem Abendmahlsgottesdienst feierlich der Gründung des Weltbundes im Jahr 1947 gedacht.  

Pfarrerin Skupch: Armut macht Menschen unsichtbar, anonym, unbedeutend

Pfarrerin Sonia Skupch
Pfarrerin Sonia A. Skupch.
© LWB/Z. Rakotoniaina

In ihrer Predigt im Eröffnungsgottesdienst beklagte Pfarrerin Sonia Andrea Skupch von der Evangelischen Kirche am la Plata (Argentinien), dass die Menschen in einer „Welt der Nobodies“ lebten, in der der Einzelne nur noch eine Nummer sei oder ganz verschwinde. Armut mache Menschen unsichtbar, anonym, unbedeutend. „Sie zählen nicht, weil sie dem herrschenden Wirtschaftssystem keinen Nutzen bringen“, so die Pfarrerin. Verschlimmert werde ihre Lage noch durch den Analphabetismus, denn wer nicht lesen und schreiben könne, könne sich nicht verteidigen.

Feierlicher Gottesdienst zur Eröffnung der Ratstagung in Lund
Feierlicher Gottesdienst zur Eröffnung der Tagung in Lund.
© LWB/D. Jusaitis

Globalisierung, wirtschaftliches Unrecht, Neoliberalismus, Gewalt, Machtmissbrauch und Umweltzerstörung seien Faktoren mit denselben Folgen. „Menschen werden zu Nobodies – sie sind unwichtig, hören auf zu existieren, verschwinden.“ In einer Welt voller Nobodies erkläre Gott, dass alle Menschen zu seiner Familie gehörten. In ihr sei niemand mehr unsichtbar oder anonym. Da gebe es auch keine Menschen mehr, die ein grösseres Recht zu leben hätten als andere. „Unsere Gemeinschaft in Christus befähigt uns, die Aufgaben und Herausforderungen anzugehen, die sich uns als Kirchen des Lutherischen Weltbundes stellen“, so Skupch. Mehr...

Hier finden Sie den Wortlaut der Predigt von Pfarrerin Sonia A. Skupch. (Dieser Link erfordert Adobe Acrobat Reader) Adobe Reader



LWB hat sich zu einer wahrhaft weltweiten Kirchengemeinschaft entwickelt

Bishop Hanson
Bischof Mark S. Hanson, LWB- Präsident, vor dem Plenum.
© LWB/D. Jusaitis

Als „Teil einer neuen Konstellation der Hoffnung“ hat der Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB), Bischof Mark S. Hanson, die Gründung des LWB vor 60 Jahren gewürdigt. Zum Auftakt eines KirchenleiterInnentreffens in Lund (Schweden), dem ersten Versammlungsort des LWB, wies Hanson darauf hin, dass der Weltbund „mehr als ein einziges Licht in der Dunkelheit“ gewesen sei, obwohl damals ein „neuer ,kalter’ Krieg begann“, der der Welt neue Spaltungen und Spannungen brachte.

Bishop Aruldoss
Bischof Thayeedu Aruldoss antwortet auf die Rede von Präsident Hanson.
© LWB/D. Jusaitis

Der LWB habe sich seit 1947 stark verändert, betonte Hanson in seiner Ansprache. „Wir haben uns von einem vorwiegend euroamerikanischen Weltbund zu einer wahrhaft weltweiten Kirchengemeinschaft entwickelt, einer Gemeinschaft, die nicht mehr von einer überwältigenden Mehrheit älterer Männer geleitet wird, sondern Frauen und Jugendliche einbezieht.“ Allerdings müsse noch sehr viel getan werden, um Frauen und die Jugend vollständig in die gesamte Leitung des LWB und den Stab zu integrieren. Weiterhin beziehe sich das Engagement des LWB nicht mehr allein auf die lutherische Weltgemeinschaft und die Ökumene, sondern gelte auch dem interreligiösen Dialog.

Eröfnungsplenum der LWB-Ratstagung 2007
Eröfnungsplenum der LWB-Ratstagung 2007.
© LWB/D. Jusaitis

Wie schon vor 60 Jahren, als jeder sechste Flüchtling LutheranerIn war, seien die diakonischen Aktivitäten des LWB „wichtiger denn je“. Als Organisation, die mit an vorderster Stelle Nothilfe leiste, sei der Weltbund in der ganzen Welt anerkannt. Seine Bemühungen kämen auch denen zu Gute, die gegen Armut sowie HIV und AIDS kämpften.

„Während die wirtschaftliche Globalisierung weiterhin einigen wenigen nutzt und zu immer grösserer Abhängigkeit führt, verlangt sie denen, die arm sind und unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten, häufig einen hohen Preis ab“, so LWB-Präsident Hanson. Mehr...

Hier finden Sie die Ansprache von LWB-Präsident Bischof Mark S. Hanson in englischer Sprache. (Dieser Link erfordert Adobe Acrobat Reader) Adobe Reader


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