Lutherischer Weltbund

LWB-Ratstagung 2004

LWB-Ratstagung 2004

Genf (Schweiz), 1. bis 7. September 2004

LWB-Ratstagung 2004 in Chavannes-de-Bogis bei Genf: Der 49-köpfige LWB-Rat besteht aus dem Präsidenten, dem Schatzmeister sowie Geistlichen und Laien, die ihre Regionen repräsentieren. Weiterhin nahmen 22 BeraterInnen an der Tagung teil. Der Rat führt zwischen den in der Regel alle sechs Jahre stattfindenden Vollversammlungen die Geschäfte des Weltbundes. © LWB/D. Zimmermann

LWB nimmt drei neue Mitgliedskirchen auf

Der Rat des Lutherischen Weltbundes (LWB) hat auf seiner Tagung in Genf drei neue Mitgliedskirchen aufgenommen. Damit gehören 138 Mitgliedskirchen in 77 Ländern weltweit mit insgesamt 65 Millionen Mitgliedern zum LWB.

Folgende Kirchen wurden aufgenommen: die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB) in der Tschechischen Republik mit 123.633 Mitgliedern, die Protestantische Kirche in den Niederlanden (PKN) mit 2,53 Millionen Mitgliedern und die Evangelisch-Lutherische Kirche Ghanas (ELKG) mit 26.000 Mitgliedern. Die Evangelisch-Lutherische Kirche im Königreich der Niederlande, die im Mai dieses Jahres zu den Gründungskirchen der PKN gehörte, war bereits seit 1947 Mitglied des LWB. Damit erhöht sich die Zahl der Mitglieder, die zu LWB-Mitgliedskirchen gehören, um 2.664.657 auf insgesamt 64.961.682. Mehr...

LWB-Ratstagung hat zur Vertiefung der Beziehungen zwischen Mitgliedskirchen beigetragen

Die Vertiefung der Beziehungen zwischen den Mitgliedskirchen und nicht so sehr die getroffenen Entscheidungen sei das wichtigste Ergebnis der diesjährigen Ratstagung des Lutherischen Weltbundes (LWB), betonte LWB-Präsident Mark S. Hanson, Leitender Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELKA), zum Abschluss der Tagung vor JournalistInnen.

Abschlusspressekonferenz: (von links) LWB-Generalsekretär Pfr. Dr. Ishmael Noko, LWB-Kommunikationsdirektorin Karin Achtelstetter und LWB-Präsident Leitender Bischof Mark S. Hanson.  
© LWB/H. Putsman

Die von den Ratsmitgliedern festgelegten Prioritäten für die lutherische Gemeinschaft hätten eine grosse Aussagekraft über den LWB zum gegenwärtigen Zeitpunkt, so LWB-Präsident Hanson. Der Rat hat vier Prioritäten benannt: Stärkung der Gemeinschaft lutherischer Kirchen in Mission; Vertiefung ökumenischer Verpflichtungen und Förderung interreligiöser Beziehungen; Zeugnis von Gottes Heilung, Versöhnung und Gerechtigkeit in Kirche und Gesellschaft sowie Verstärkung der Kommunikation, der gegenseitigen Rechenschaftspflicht und des Miteinanderteilens.

Im Blick auf die Aufnahme der Protestantischen Kirche in den Niederlanden (PKN) in den LWB erklärte LWB-Generalsekretär Pfr. Dr. Ishmael Noko: die verschiedenen Kirchen träten durch ihre Mitgliedschaft im LWB miteinander in Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft, auch wenn sie bisher nicht in direkten Gesprächen gestanden hätten, erklärte. Mit der lutherischen und den reformierten Kirchen in den Niederlanden habe im Vorfeld des Zusammenschlusses ein langer Dialog auf nationaler Ebene stattgefunden. In diesem Vorgehen ist laut Noko eine Methodologie erkennbar, die für die Zukunft verheissungsvoll ist. Mehr...

Entscheidungen der LWB-Ratstagung 2004 in Genf

Im Mittelpunkt der siebentägigen Ratstagung standen zu Beginn die Ansprache von LWB-Präsident Leitender Bischof Mark S. Hanson (mehr...; Ansprache im Format PDF) sowie die Berichte von LWB-Generalsekretär Pfr. Dr. Ishmael Noko (mehr...; Bericht im Format PDF) und LWB-Schatzmeister Peter Stoll (mehr...; Bericht im Format PDF).

Am Mittwoch, 1. September, wurde Pfr. Dr. Ishmael Noko als LWB-Generalsekretär wieder gewählt. Der 49-köpfige Rat folgte damit der Empfehlung des Sondierungsausschusses für das Amt des LWB-Generalsekretärs, der im August letzten Jahres eingesetzt worden war. Noko wurde für eine Amtszeit von sieben Jahren gewählt. Mehr…

Die Ratsmitglieder verurteilten auf ihrer Tagung in Genf den bewaffneten Überfall von TerroristInnen auf eine russische Schule Anfang September in Beslan in Nordossetien und kritisierten die Weigerung der sudanesischen Regierung, „eine angemessen grosse internationale Friedenstruppe in die Region zu lassen". Weiterhin brachte der Rat seine grosse Besorgnis angesichts der zunehmend negativen Auswirkungen der Besatzung auf die humanitäre Lage zum Ausdruck, wie sie in der Trennung von Familien durch Absperrungen, Kontrollstellen, die Verweigerung von Passierscheinen und andere Überwachungsmassnahmen zum Ausdruck kämen. Mehr…

Die Delegierten des LWB-Rates haben alle gewaltsamen Übergriffe auf die Zivilbevölkerung von Seiten der palästinensischen oder israelischen Gemeinschaft verurteilt. Der Rat brachte seine grosse Besorgnis angesichts der zunehmend negativen Auswirkungen der Besatzung auf die humanitäre Lage zum Ausdruck, wie sie in der Trennung von Familien durch Absperrungen, Kontrollstellen, die Verweigerung von Passierscheinen und andere Überwachungsmassnahmen zum Ausdruck kämen. Mehr...

Der Rat hat auf seiner Tagung in Genf die Einrichtung einer achtköpfigen Arbeitsgruppe über Familie, Ehe und Sexualität beschlossen. Sie soll hilfreiche Hintergrundmaterialien und Unterstützung zur Diskussion zu diesem Thema innerhalb LWB-Mitgliedskirchen und in der lutherischen Gemeinschaft bereitstellen. Mehr...

Der Rat verabschiedete Beschlüsse zu den LWB-Arbeitsbereichen: Weltdienst, Mission und Entwicklung, Theologie und Studien, Finanzen und Verwaltung, Internationale Angelegenheiten und Menschenrechte, Kommunikation sowie Ökumenische Angelegenheiten.

Hier finden Sie einen LWI-Beitrag zur Jugendbotschaft an den LWB-Rat sowie den vollen Wortlaut der Jugendbotschaft an den Rat (im Format PDF).

Elfte LWB-Vollversammlung findet 2010 statt

Die Mitglieder des LWB-Rates entschieden weiterhin, dass die Elfte LWB-Vollversammlung im Jahr 2010 stattfinden soll. Grundlage dieser Entscheidung bildeten die Notwendigkeit einer besseren Koordination auf ökumenischer Ebene im Blick darauf, dass LWB-Mitgliedskirchen oft auch Mitglieder anderer regionaler und weltweiter christlicher Organisationen sind sowie die Arbeitsbelastung der MitarbeiterInnen des LWB und die Reduzierung der enormen Kosten für mehrere parallel stattfindende Vollversammlungen.

Nächste Ratstagung findet im September 2005 in Jerusalem statt

Vom 31. August bis 7. September 2005 wird der LWB-Rat zu seiner nächsten Tagung in Jerusalem zusammenkommen. Mit dieser Entscheidung nahm der Rat die wiederholte Einladung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien (ELKJ) an. Bereits in den Jahren 2001 und 2002 hatte der LWB-Rat die Entscheidung getroffen, in Jerusalem zu tagen, musste jedoch die Tagung aufgrund der Sicherheitsrisiken verlegen.

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