02.07.2009
Lutherischer Weltbund besorgt über Lage in Honduras nach Militärputsch
LWB-Generalsekretär Noko fordert Wiedereinsetzung der demokratisch gewählten honduranischen Regierung
Genf, 2. Juli 2009 (LWI) - Mit grosser Besorgnis hat der Lutherische Weltbund (LWB) auf die Lage in Honduras nach dem Militärputsch vom vergangenen Sonntag, 28. Juni, reagiert. Die weltweite Gemeinschaft mit 140 Mitgliedskirchen befürchte, dass die durch die Ereignisse hervorgerufene Instabilität und Polarisierung in der Gesellschaft dazu führen könnten, "dass hart erarbeitete Fortschritte untergraben werden, soziale Unruhen sich ausbreiten und der Konflikt im Land sich verschlimmert", so LWB-Generalsekretär Pfr. Dr. Ishmael Noko in einer Erklärung am 2. Juli.
Der LWB schliesse sich all jenen Stimmen weltweit an, "die die Wiedereinsetzung der demokratisch gewählten honduranischen Regierung und die Wiederaufnahme des verfassungsgemässen politischen Prozesses in Honduras fordern", erklärte Noko.
Der LWB verurteile den Einsatz von Waffengewalt und verfassungswidrigen Mitteln zur Lösung politischer Konflikte, betonte der LWB-Generalsekretär. Das honduranische Volk und die Region insgesamt hätten aufgrund vergangener Fälle militärischer Machtanmassung genug gelitten. Ein solches Vorgehen könne die zugrundeliegenden Konflikte und widerstreitenden Ansprüche nicht auflösen. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass Honduras zukünftig weiter damit konfrontiert werde.
Zudem forderte Noko die Einstellung aller polizeilichen und militärischen Aktionen gegen die honduranische Zivilbevölkerung sowie die Freilassung aller Personen, die im Rahmen der Proteste der letzten Tage festgenommen worden seien.
Die internationale Völkergemeinschaft und insbesondere die Organisation der amerikanischen Staaten (OAS) rief der LWB-Generalsekretär dazu auf, "Mechanismen zu schaffen, die in der aktuellen Krise vermitteln können, den demokratischen Prozess im Vorfeld der Wahlen, die für den 29. November dieses Jahres angesetzt sind, unterstützen und den Übergang zu einer neuen Regierung nach Abschluss der Wahlen begleiten."
Mit Blick auf die einstimmige Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen vom 30. Juni 2009, die den Staatsstreich verurteilt und die "umgehende und bedingungslose" Wiedereinsetzung des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya sowie der demokratisch gewählten Regierung gefordert hatte, erklärte der LWB-Generalsekretär, es sei zwingend erforderlich, dass die Völkergemeinschaft, insbesondere die Staaten der Region Lateinamerika sowie die OAS angemessene Massnahmen ergriffen, um diesen Aussagen praktische Wirkung zu verleihen.
Besorgt äusserte sich der LWB-Generalsekretär darüber, dass nach der angekündigten Rückkehr von Präsident Zelaya nach Honduras, die politische Konfrontation in einen gewalttätigen Konflikt münden könnte. Daher forderte Noko alle Parteien und ihre AnhängerInnen auf, "statt der Gewalt den Weg des politischen Dialogs zu wählen".
Die OAS hatte Mitte der Woche dem honduranischen Übergangspräsidenten Roberto Micheletti eine Frist von 72 Stunden bis Samstag, 4. Juli, gesetzt, um den gestürzten Präsidenten wieder einzusetzen. Andernfalls drohe Honduras der Ausschluss aus dem Staatenbund. Dies lehnt die Übergangsregierung jedoch ab. Micheletti hat eine Wiedereinsetzung Zelayas ausgeschlossen und angekündigt, dass dieser bei seiner Rückkehr nach Honduras festgenommen werde.
Der LWB leistet durch die Arbeit der Abteilung für Weltdienst (AWD) in Honduras seit Hurrikan Mitch 1998 humanitäre Hilfe und Entwicklungsarbeit. LWB/AWD-Regionalprogramm in Mittelamerika ist in verschiedenen Regionen des Landes, wie zum Beispiel Santa Barbara, Copán, Colón, Olancho und Valle, aktiv. Seit dem Erdbeben im Mai 2009 in Honduras leistet LWB/AWD-Honduras Aufbauarbeit im Rahmen von ACT International (Action by Churches Together - Kirchen helfen gemeinsam). Das LWB/AWD-Programm arbeitet eng mit der Christlich-Lutherischen Kirche Honduras' zusammen, die seit 1994 Mitgliedskirche des LWB ist. (515 Wörter)
Den vollständigen Wortlaut der Erklärung von LWB-Generalsekretär Pfr. Dr. Ishmael Noko zur Situation in Honduras finden Sie in englischer Sprache im Format PDF auf der LWB-Webseite.
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