13.05.2009
Aufruf zur Solidarität mit Menschen, die unter Klimawandel leiden
LWB-VertreterInnen erleben in Indien Bemühungen, das tägliche Brot zu sichern
Puri (Orissa/Indien)/Genf, 13. Mai 2009 (LWI) - Eine Gruppe von TheologInnen, EthikerInnen, AnthropologInnen und SpezialistInnen, die an Massnahmen zur Anpassung an und zur Milderung der Folgen des Klimawandels arbeiten, haben die weltweite lutherische Gemeinschaft zu Solidarität mit verwundbaren Gemeinschaften aufgerufen, die sich gegen die Auswirkungen des Klimawandels engagieren.
"Mit der Schöpfung verbunden zu sein bedeutet, solidarisch mit denjenigen zu sein, die Opfer des Klimawandels sind und uns aufrufen und motivieren, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen", so die 23 Teilnehmenden des vom Lutherischen Weltbund (LWB) organisierten Treffens mit dem Titel "Climate Change Encounter in India" (Treffen zum Thema Klimawandel in Indien), das vom 16. bis 20. April in Puri im Bundesstaat Orissa in Nordostindien stattfand.
Dieses Treffen von VertreterInnen aus aller Welt fand in dem für Katastrophen besonders anfälligen Bundesstaat Orissa statt, um den Teilnehmenden die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels sowie die weltweiten Zusammenhänge nachdrücklich erlebbar zu machen. Organisiert wurde das Treffen von der LWB-Abteilung für Theologie und Studien (ATS) in Zusammenarbeit mit der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Indien (VELKI) sowie dem Lutherischen Weltdienst in Indien (Lutheran World Service India - LWSI), ein Länderprogramm der LWB-Abteilung für Weltdienst (AWD).
Zu den Teilnehmenden gehörten Mitglieder der VELKI und des LWSI sowie Mitglieder der LWB-Mitgliedskirchen in Australien, Dänemark, Deutschland, Indien, Indonesien, Schweden und den USA, Mitarbeitende der AWD-Länderprogramme in Bangladesch und Tansania sowie Angehörige anderer christlicher und nicht christlicher Glaubensrichtungen. Während des fünftägigen Treffens besuchten die Teilnehmenden Fischerdörfer und bäuerliche Gemeinschaften an der Küste des Golfs von Bengalen, analysierten den Klimawandel und nahmen an Bibelarbeit sowie Gottesdiensten teil.
Im Rahmen ihrer Besuche in sechs Gemeinden kamen die Teilnehmenden mit den Menschen ins Gespräch und hörten Berichte von vielen Betroffenen, deren ganze Existenz sehr stark vom Klimawandel betroffen ist. Das LWSI-Projekt zur ländlichen Entwicklung arbeitet mit diesen Gemeinschaften zusammen. Es verfolgt das Ziel, die Menschen aufzuklären und zu stärken und lokale Initiativen wie Selbsthilfegruppen, Katastrophenmanagement und Ausschüsse für die Entwicklung der Dörfer zu unterstützen, um so den Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken.
Zu den Initiativen zur Anpassung an die neuen Bedingungen und den vorbeugenden Massnahmen gehören zum Beispiel Baumpflanzungen, die Ausbildung von Kindern, die Förderung des Anbaus traditioneller Nahrungsmittel sowie die Stärkung der Dorfgemeinschaften.
Als Folge der klimatischen Veränderungen errichten die Menschen inzwischen ihre Häuser auf sichererem Grund oder auf Pfeilern. Um bei Überflutungen die Trinkwasservorräte vor einer Verunreinigung durch Salz zu schützen, greifen sie auf den Bau von Rohrbrunnen zurück, die ebenfalls nicht direkt am Boden, sondern erhöht errichtet werden. Durch die Zusammenarbeit mit öffentlichen Stellen und verschiedenen Katastrophenwarnsystemen und -gruppen erhalten die DorfbewohnerInnen nach Überflutungen neues Saatgut, um so ihre Ernährung sicherzustellen.
Die Teilnehmenden des Treffens haben ihre Erfahrungen in der Erklärung: "Witnessing to Hope Amid Rising Waters" (Zeugnis der Hoffnung inmitten steigender Wasserspiegel) zusammengefasst. Darin rufen sie zur Solidarität mit den vielversprechenden Aktionen der DorfbewohnerInnen auf, die deren Zukunft sichern sollen.
Die Einblicke, die sie während ihrer Besuche in den Gemeinden in Puri erhielten, wollen die Teilnehmenden der weltweiten lutherischen Gemeinschaft zugänglich machen. Insbesondere sollen ihre Erfahrungen in die vorbereitenden Konsultationen zur LWB-Vollversammlung eingebracht werden. Das Thema der Vollversammlung, die auf Einladung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg im Juli 2010 in Stuttgart (Deutschland) stattfindet, ist "Unser tägliches Brot gib uns heute".
Die Teilnehmenden brachten weiterhin ihre Unterstützung für die Anwaltschaftsarbeit des LWB-Rates und der Mitgliedskirchen gegen den Klimawandel zum Ausdruck und forderten zum umfassenden Engagement gegen die Ursachen und Folgen des Klimawandels auf. Sie riefen den LWB auf, während der im Dezember 2009 in Kopenhagen (Dänemark) stattfindenden Klimakonferenz der Vereinten Nationen Präsenz zu zeigen und eine Erklärung abzugeben. Sie schlugen ausserdem vor, während dieser Konferenz zu gemeinsamen Zeiten weltweit Kirchenglocken zu läuten, um so darauf hinzuweisen, wie dringend es sei, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. (632 Wörter)
Den vollständigen Text der Erklärung (in englischer Sprache) finden Sie im Format PDF auf der LWB-Webseite.
Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema der Elften LWB-Vollversammlung.
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