Lutherischer Weltbund

Lutherische Welt-Information

29.07.2008
LWB-Generalsekretär Noko: Ratstagung war ein Erfolg
 

Schatzmeister Stoll bezeichnet Armut als globales Anliegen

Arusha (Tansania)/Genf, 29. Juli 2008 (LWI)
– Der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), Pfr. Dr. Ishmael Noko, hat sich zufrieden über den Verlauf und die Ergebnisse der LWB-Ratstagung in Arusha (Tansania) geäussert.

„Wir haben als Lutherischer Weltbund den Beschluss gefasst, uns aktiv für die Senkung von Emissionen einzusetzen, auch bei unseren eigenen Reisen und in unseren Büros“, betonte Noko im Blick auf das Thema der Ratstagung: „Schmelzende Schneekappe auf dem Kilimandscharo: Zeugnis inmitten der leidenden Schöpfung“.

Die LWB-Ratstagung fand auf Einladung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania (ELKT) vom 25. bis 30. Juni in Arusha statt.

Der Rat nahm Empfehlungen an, die von zentraler Bedeutung für die künftige Arbeit der lutherischen Gemeinschaft sind und sich unter anderem mit der Frage des Klimawandels, der Ernährungskrise und der Lage in Simbabwe sowie Israel und den Palästinensischen Gebieten befassen. Ferner sprach er Empfehlungen zu Themen wie Menschenhandel, Genozid und Reisebeschränkungen für HIV-Infizierte aus.

„Uns ist klar geworden, dass es unterschiedliche Denkschulen im Hinblick auf die Veränderungen im Wettergeschehen gibt. Neben dem menschlichen Verhalten tragen auch andere Faktoren dazu bei. Wir haben allerdings auch erkannt, dass das menschliche Verhalten faktisch zu den Schwierigkeiten beiträgt, mit denen wir angesichts des Klimawandels konfrontiert sind“, so Noko im Rahmen der abschliessenden Pressekonferenz.

Auf die Frage, was an der Ratstagung in Arusha einzigartig gewesen sei, sagte er: „Das Besondere an dieser Tagung war, dass wir am Fuss des Kilimandscharo getagt haben. An diesem Ort (Marangu) haben sich 1955 auch alle afrikanischen Lutheraner und Lutheranerinnen zum ersten Mal versammelt“, erklärte Noko. „Damals gab es noch keine afrikanischen lutherischen Kirchen, nur Missionsgesellschaften. Unsere jetzige Tagung stellt eine Verbindung zum damaligen Treffen her“, fügte er hinzu.

LWB-Schatzmeister Peter Stoll stimmte mit dem Generalsekretär in der Einschätzung der erfolgreichen Arbeit des Rates überein: „Wir haben als Rat noch nie so viele Dinge in so kurzer Zeit erledigt und so viele Empfehlungen ausgesprochen.“

Stoll wies darauf hin, dass die LWB-Projekte konkrete Ziele verfolgten, die sich mit Armut und deren Auswirkungen beschäftigten. „Was Sie hier vom Rat gehört haben, ist, dass es darum geht, Strukturen [die Armut hervorbringen] zu bekämpfen, [warum es] Armut [gibt] und wie wir versuchen, diese Frage auch auf politischer Ebene anzugehen“, betonte Stoll.

Mit Bezug auf das Thema der Elften LWB-Vollversammlung im Juli 2010 in Stuttgart (Deutschland) – „Unser tägliches Brot gib uns heute“ – wies der Schatzmeister darauf hin, dass Armut ein globales Phänomen sei. „Sie werden denken, dass Deutschland im Vergleich zu Tansania ein reiches Land ist, und Sie haben völlig recht. Deutschland ist reich, aber in den letzten Jahren hat sich die soziale Lage in unserem Land dramatisch verschlechtert.“

„Infolge globaler Trends gibt es heute eine neue Form von Armut“, erklärte Stoll. Während der Tagung des Planungsausschusses für die Vollversammlung im Januar dieses Jahres in Stuttgart hätten die Ausschussmitglieder die Stuttgarter Vesperkirche besucht, in der kostenlos warme Mahlzeiten an Menschen ausgeteilt würden, die sich dies nicht leisten könnten.

Der LWB-Schatzmeister betonte, Armut gebe es „nicht nur im globalen Süden, sondern auch im globalen Norden, und die Gründe sind fast identisch. Aus diesem Grund werden wir uns mit diesem Problem in unseren eigenen Kirchen und auch auf globaler Ebene beschäftigen, wo unsere Gemeinschaft uns stark macht.“ (537 Wörter)

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An der Ratstagung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Arusha (Tansania) nahmen knapp 80 VertreterInnen von LWB-Mitgliedskirchen und Partnerorganisationen teil. Darüber hinaus waren rund 95 weitere Teilnehmende registriert, darunter DolmetscherInnen, Gäste, Mitarbeitende des LWB, PressevertreterInnen und Stewards. Der 49-köpfige LWB-Rat führt zwischen den in der Regel alle sechs Jahre stattfindenden Vollversammlungen die Geschäfte des Weltbundes. Er tagt alle 12 bis 18 Monate. Der aktuelle Rat wurde während der Zehnten LWB-Vollversammlung im Juli 2003 im kanadischen Winnipeg gewählt. Der Rat besteht aus dem Präsidenten, dem Schatzmeister sowie Geistlichen und Laien, die ihre Regionen repräsentieren.

Die gastgebende Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania (ELKT) ist die zweitgrösste lutherische Kirche in Afrika. Zu den 20 Diözesen der ELKT gehören rund 4,6 Millionen Mitglieder. Die viertgrösste lutherische Kirche weltweit gehört seit 1964 zum LWB. Leitender Bischof der Kirche ist Alex G. Malasusa.

 

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