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Weitere Ratsbeschlüsse bestätigen ökumenische Dialoge und Gespräche
Arusha (Tansania)/Genf, 1. Juli 2008 (LWI) – Der Rat des Lutherischen Weltbundes (LWB) hat auf seiner Tagung in Arusha (Nordtansania) beschlossen, eine Erklärung erarbeiten zu lassen, in der im Namen des LWB die „AnabaptistInnen“ um Vergebung für die Verfolgung durch LutheranerInnen gebeten werden sollen, die zahlreiche Menschenleben forderte und mit Verweis auf die theologischen Positionen der lutherischen Reformatoren gerechtfertigt wurde.
Auf Empfehlung des Programmausschusses für Ökumenische Angelegenheiten würdigte der Rat am Montag, 30. Juni, weiterhin die 2007 und 2008 von der Internationalen lutherisch-mennonitischen Studienkommission vorgelegten Kommuniqués und deren sorgfältige und wichtige Arbeit. Er ermutigte die Kommission, im Jahr 2009 ihren Abschlussbericht vorzulegen.
Der Programmausschuss hatte das Ergebnis der lutherisch-mennonitischen Studienkommission diskutiert und im Blick auf die Elfte LWB-Vollversammlung im Juli 2010 mögliche Empfehlungen zur Beschlussfassung erörtert, wobei Formulierungen wie „Bedauern“ und „Bitte um Vergebung“ in Erwägung gezogen wurden.
Der Rat unterstützte die Empfehlung des Ausschusses, Prof. Dr. Theodor Dieter, Institut für Ökumenische Forschung, Strassburg (Frankreich), Pfr. Dr. Donald McCoid, Evangelisch-Lutherische Kirche in Amerika und Erzbischof Nemuel A. Babba, Lutherische Kirche Christi in Nigeria, mit der Erarbeitung eines Textentwurfs zu beauftragen.
Lutherisch/römisch-katholische Kommission für die Einheit
Auf die Empfehlung des Programmausschusses für Ökumenische Angelegenheiten, eine fünfte Diskussionsphase der Lutherisch/römisch-katholischen Kommission für die Einheit vorzusehen, nahm der LWB-Rat den Bericht der Vorbereitungstagung 2007 mit Anerkennung entgegen und stellte fest, er sehe dem Beginn einer solchen fünften Runde von Gesprächen „hoffnungsvoll“ entgegen.
Der LWB-Rat autorisierte weiterhin die Erarbeitung eines „Textes zum Reformationsjubiläum 2017“ sowie das Thema der Kommission „Taufe und Wachstum in Gemeinschaft“.
Der Rat genehmigte die Berufung lutherischer DialogteilnehmerInnen, wobei eine ausgewogene Beteiligung der Regionen und beider Geschlechter berücksichtigt wurde. Bischof Dr. Eero Huovinen (Finnland) wird für die lutherische Seite den Vorsitz führen, weitere lutherische Kommissionsmitglieder sind Pfarrerin Dr. Wanda Deifelt (Brasilien), Prof. Turid Karlsen Seim (Norwegen), Dr. Fidon Mwombeki (Tansania), Prof. Dr. Friedericke Nüssel (Deutschland), Prof. Dr. Michael Root (USA) und Prof. Dr. Hiroshi Augustin Suzuki (Japan). Prof. Dr. Theodor Dieter wird als Berater teilnehmen, eine weitere Frau aus Osteuropa soll noch berufen werden.
Lutherisch-orthodoxe Beziehungen
Der Rat nahm die Erklärung der Plenartagung der Gemeinsamen lutherisch-orthodoxen Kommission entgegen und forderte Generalsekretär und Büro für Ökumenische Angelegenheiten auf, ein bis zwei weitere Mitglieder für die Kommission vorzuschlagen, um die nötige akademische Spezialisierung für eine angemessene Auseinandersetzung mit der Frage des Amtes sowie die ausgewogene Vertretung aller Regionen und beider Geschlechter zu gewährleisten.
Der Rat nahm weiterhin den Bericht über die Gespräche mit den orientalisch-orthodoxen Kirchen 2008 mit Anerkennung entgegen.
Lutherisch-anglikanische Beziehungen
Der Rat nahm die Kommuniqués 2007 und 2008 der Internationalen anglikanisch-lutherischen Kommission entgegen.
Weiterhin nahm er das Kommuniqué der Gesamtafrikanischen anglikanisch-lutherischen Kommission (AAALC) entgegen. Der Rat erklärte seine Bereitschaft, die Bemühungen um volle Kirchengemeinschaft zwischen LWB-Mitgliedskirchen und Mitgliedskirchen der anglikanischen Kirchengemeinschaft in Afrika zu unterstützen.
Lutherisch-reformierte Beziehungen
Der LWB-Rat nahm das Kommuniqué 2007 der Gemeinsamen lutherisch-reformierten Kommission mit Anerkennung entgegen. Er bestätigte die Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen dem LWB und seinen reformierten Partnern in der Übergangsphase zur Reformierten Weltgemeinschaft, die den Reformierten Weltbund (RWB) und den Reformed Ecumenical Council (REC) zusammenführen wird.
Internationaler Lutherischer Rat
Dem Rat wurde das Kommuniqué des Kontakttreffens 2008 zwischen LWB und Internationalem Lutherischem Rat (ILR) zur Information vorgelegt. Er würdigte den fortdauernden Konsultationsprozess zwischen beiden weltweiten lutherischen Organisationen.
Der Rat betonte, wie wichtig es sei, dass beide lutherische Familien Fragen miteinander diskutieren, die beiden Seiten und ihren jeweiligen Mitgliedskirchen am Herzen liegen.
Globales Christliches Forum
Der Rat nahm mit Anerkennung die Abschlussbotschaft des Globalen Christlichen Forums entgegen, dass im November 2007 stattgefunden hatte. Weiterhin nahm er den Bericht der ersten Folgesitzung des Forumskomitees entgegen, äusserte sich hoffnungsvoll angesichts dieser neuen Ausdrucksform christlicher Einheit und ermutigte zur dauerhaften Einführung einer entsprechenden Struktur.
Ökumenische Vollversammlungen
Die Möglichkeit, dass die lutherische Kirchengemeinschaft sich im Rahmen des „erweiterten Raums“ zusammenfinden könnte, der für zukünftige Vollversammlungen des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) angeregt wurde, war vom Programmausschuss während der Tagung in Arusha diskutiert worden. Der Rat forderte den Generalsekretär auf, eine Ad hoc-Gruppe von etwa vier Personen einzurichten, die daran mitwirken soll, in Vorbereitung auf die Tagungen des ÖRK-Ausschusses zur Konzeption der Vollversammlung (Assembly Discernment Committee) sowie sonstige Diskussionen zur Beziehung zwischen LWB-Vollversammlung und anderen ökumenischen Welttagungen eine entsprechende Position des LWB zu konzipieren und zu formulieren. (715 Wörter)
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An der Ratstagung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Arusha (Tansania) nahmen knapp 80 VertreterInnen von LWB-Mitgliedskirchen und Partnerorganisationen teil. Darüber hinaus waren rund 95 weitere Teilnehmende registriert, darunter DolmetscherInnen, Gäste, Mitarbeitende des LWB, PressevertreterInnen und Stewards. Der 49-köpfige LWB-Rat führt zwischen den in der Regel alle sechs Jahre stattfindenden Vollversammlungen die Geschäfte des Weltbundes. Er tagt alle 12 bis 18 Monate. Der aktuelle Rat wurde während der Zehnten LWB-Vollversammlung im Juli 2003 im kanadischen Winnipeg gewählt. Der Rat besteht aus dem Präsidenten, dem Schatzmeister sowie Geistlichen und Laien, die ihre Regionen repräsentieren.
Die gastgebende Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania (ELKT) ist die zweitgrösste lutherische Kirche in Afrika. Zu den 20 Diözesen der ELKT gehören rund 4,6 Millionen Mitglieder. Die viertgrösste lutherische Kirche weltweit gehört seit 1964 zum LWB. Leitender Bischof der Kirche ist Alex G. Malasusa.
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