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Burundi wurde von der Weltöffentlichkeit weitgehend vergessen
Arusha (Tansania)/Genf, 1. Juli 2008 (LWI) – Der Rat des Lutherischen Weltbundes (LWB) hat sich auf seiner Tagung in Arusha (Nordtansania) dafür ausgesprochen, dass sich das LWB-Sekretariat sowie die LWB-Mitgliedskirchen auch weiterhin aktiv für die Schaffung eines Bündnisses aus ACT International und ACT Entwicklung einsetzen. Die Ratsmitglieder würdigten die Anstrengungen, ACT International und ACT Entwicklung zu einem ACT-Bündnis zu vereinigen. Es müsse in diesem Prozess sichergestellt werden, dass die Kirchen und ihre Dienste und Werke sich voll und ganz mit dem zusammengelegten ACT-Bündnis identifizieren können, so der Rat am Montag, 30. Juni, auf seiner Tagung, die auf Einladung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania (ELKT) vom 25. bis 30. Juni in Tansania stattfand.
Der LWB-Generalsekretär wurde vom Rat beauftragt, die gemeinsamen Exekutivausschüsse von ACT International sowie ACT Entwicklung aufzufordern, eine Vertretung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) und des LWB in der Leitungsstruktur des neuen Bündnisses sicherzustellen und dafür zu sorgen, dass die Kriterien für die Mitgliedschaft im neuen ACT-Bündnis kleineren Kirchen Zugang und Beteiligung ermöglichen. ÖRK und LWB sind Gründungsmitglieder von ACT International, einem weltweiten Netzwerk von protestantischen und orthodoxen Kirchen und Hilfsorganisationen, das weltweit Katastrophen- und Nothilfe leistet.
Weiterhin machten die LWB-Ratsmitglieder darauf aufmerksam, dass ein Zusammenschluss von ACT International und ACT Entwicklung aufgrund der damit verbundenen rechtlichen Konsequenzen einen Beschluss des LWB-Rates als Gründungsmitglied von ACT International erforderlich mache. Möglich sei dies voraussichtlich auf der nächsten LWB-Ratstagung im Oktober 2009.
Berichte aus AWD-Länderprogrammen
Der Programmausschuss für Weltdienst informierte den Rat, dass der Ausschuss während seiner Sitzungen Berichte aus Länderprogrammen der LWB-Abteilung für Weltdienst (AWD) erhalten habe. So wurde der Ausschuss über die Fortschritte des AWD-Länderprogramms in Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) durch Hermine Nikolaisen, LWB-Vertreterin und Direktorin des Programms, informiert.
Jesse Klaas H. Kamstra, seit Anfang Oktober 2007 Leiter des im vergangenen Jahr neu eingerichteten AWD-Länderprogramms in Burundi, berichtete, dass das afrikanische Land eines der Länder sei, in denen die Nahrungsmittelproduktion in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen sei. Im Schatten von Ruanda sei Burundi von der Weltöffentlichkeit weitgehend vergessen und benachteiligt worden, so Kamstra. So habe die Welternährungsorganisation FAO Burundi als Entwicklungsland mit den schlechtesten Aussichten für landwirtschaftliches Wachstum und Reduzierung der Armut bezeichnet.
Die Zunahme der Bevölkerung rühre hauptsächlich von den rund 300.000 Flüchtlingen her, die aus den Gebieten zur Grenze von Tansania wieder in Burundi angesiedelt werden. „Chronische Unterernährung, Fehlernährung bei Kindern, schlechte Ernten und Armut haben ihre Spuren bei den Menschen vor Ort hinterlassen“, berichtete Jesse Kamstra. Damit die Flüchtlinge aus den tansanischen Flüchtlingslagern wieder nach Burundi zurückkehren können, hat LWB/AWD zusammen mit dem Nationalen Kirchenrat von Burundi und weiteren ACT-Partnern ein ehrgeiziges Programm zur Versöhnung und Unterstützung der Bevölkerung initiiert.
„Wir möchten, dass die Menschen in diesem Land Afrikas wieder sicher leben und sich selbst ernähren können, und dass sie wieder in ihre Heimat zurückkehren können“, betonte AWD-Direktor Pfr. Eberhard Hitzler. (485 Wörter)
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An der Ratstagung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Arusha (Tansania) nahmen knapp 80 VertreterInnen von LWB-Mitgliedskirchen und Partnerorganisationen teil. Darüber hinaus waren rund 95 weitere Teilnehmende registriert, darunter DolmetscherInnen, Gäste, Mitarbeitende des LWB, PressevertreterInnen und Stewards. Der 49-köpfige LWB-Rat führt zwischen den in der Regel alle sechs Jahre stattfindenden Vollversammlungen die Geschäfte des Weltbundes. Er tagt alle 12 bis 18 Monate. Der aktuelle Rat wurde während der Zehnten LWB-Vollversammlung im Juli 2003 im kanadischen Winnipeg gewählt. Der Rat besteht aus dem Präsidenten, dem Schatzmeister sowie Geistlichen und Laien, die ihre Regionen repräsentieren.
Die gastgebende Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania (ELKT) ist die zweitgrösste lutherische Kirche in Afrika. Zu den 20 Diözesen der ELKT gehören rund 4,6 Millionen Mitglieder. Die viertgrösste lutherische Kirche weltweit gehört seit 1964 zum LWB. Leitender Bischof der Kirche ist Alex G. Malasusa.
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