Lutherischer Weltbund

Lutherische Welt-Information

30.06.2008
LWB-Rat besorgt über Situation simbabwischer Flüchtlinge
 

Pastoralbrief an Kirchenleitende in Simbabwe geplant

Arusha (Tansania)/Genf, 30. Juni 2008 (LWI)
– Grosse Besorgnis über die Situation simbabwischer Flüchtlinge hat der Rat des Lutherischen Weltbundes (LWB) am Montag, 30. Juni, auf seiner Tagung in Arusha (Nordtansania) zum Ausdruck gebracht. Den Nachbarstaaten Simbabwes, die Flüchtlinge aufgenommen haben, wurde für ihre Gastfreundschaft gedankt.

Die LWB-Abteilung für Weltdienst (AWD) wurde vom Rat aufgefordert, mögliche Massnahmen in Betracht zu ziehen, durch die simbabwischen Flüchtlingen in Südafrika und in anderen Gastländern, in denen die AWD über eigene oder assoziierte Länderprogramme verfüge, besser geholfen werden könne.

Der Rat forderte weiterhin LWB-Präsident Bischof Mark S. Hanson auf, einen Pastoralbrief an die Kirchenleitenden in Simbabwe zu senden, und darin die Hoffnung der LWB-Mitgliedskirchen zum Ausdruck zu bringen, „dass Gott sich des leidenden simbabwischen Volkes annehmen und es retten wird“.

LWB-Generalsekretär Noko wurde vom Rat beauftragt, schriftlich beim Vorsitz der Afrikanischen Union, bei Staats- und Regierungschefs in Afrika sowie der ökumenischen Gemeinschaft in Afrika um regionales Handeln zu werben, um das leidende simbabwische Volk zu schützen und die Rückkehr zu echter Demokratie zu fördern.

Bereits am Donnerstag, 26. Juni, hatte der LWB-Rat die weltweite Staatengemeinschaft dazu aufgerufen, das Ergebnis der Stichwahl um das Präsidentenamt in Simbabwe vom 27. Juni keinesfalls anzuerkennen. Der Rat rief in seiner Öffentlichen Erklärung am 26. Juni eindringlich dazu auf, unverzüglich einen Friedensprozess in Simbabwe ins Leben zu rufen. In diesen Prozess sollten alle Beteiligten in Simbabwe, alle örtlichen Organisationen sowie die internationale Staatengemeinschaft eingebunden werden.

Die internationale Gemeinschaft habe bei dieser Krise ein legitimes Interesse sowie eine wichtige Rolle zu spielen. Die Welt dürfe nicht untätig dabei zuschauen, wie in Simbabwe eine menschliche Katastrophe entstehe, so wie sie dies während des Genozids in Ruanda getan habe, betonten die Ratsmitglieder. (291 Wörter)

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An der Ratstagung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Arusha (Tansania) nehmen knapp 80 VertreterInnen von LWB-Mitgliedskirchen und Partnerorganisationen teil. Darüber hinaus sind rund 95 weitere Teilnehmende registriert, darunter DolmetscherInnen, Gäste, Mitarbeitende des LWB, PressevertreterInnen und Stewards. Der 49-köpfige LWB-Rat führt zwischen den in der Regel alle sechs Jahre stattfindenden Vollversammlungen die Geschäfte des Weltbundes. Er tagt alle 12 bis 18 Monate. Der aktuelle Rat wurde während der Zehnten LWB-Vollversammlung im Juli 2003 im kanadischen Winnipeg gewählt. Der Rat besteht aus dem Präsidenten, dem Schatzmeister sowie Geistlichen und Laien, die ihre Regionen repräsentieren.

Die gastgebende Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania (ELKT) ist die zweitgrösste lutherische Kirche in Afrika. Zu den 20 Diözesen der ELKT gehören rund 4,6 Millionen Mitglieder. Die viertgrösste lutherische Kirche weltweit gehört seit 1964 zum LWB. Leitender Bischof der Kirche ist Alex G. Malasusa.

 

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