Lutherischer Weltbund

Lutherische Welt-Information

30.06.2008
LWB-Rat würdigt Arbeit des Internationalen Strafgerichtshofs für Ruanda
 

Kampf gegen Diskriminierung von Menschen mit HIV und AIDS

Arusha (Tansania)/Genf, 30. Juni 2008 (LWI)
– Die Mitglieder des Rates des Lutherischen Weltbundes (LWB) haben auf ihrer Tagung im nordtansanischen Arusha die Arbeit des Internationalen Strafgerichtshofs für Ruanda (ICTR) gewürdigt. Der ICTR schaffe Gerechtigkeit für die Opfer des Genozids im Jahr 1994 in Ruanda, dem schätzungsweise bis zu einer Million Menschen zum Opfer gefallen sind. Der Strafgerichtshof in Arusha erweitere das Völkerrecht in Bezug auf Genozid und andere Verbrechen gegen die Menschlichkeit und befasse sich mit dem Problem der Straffreiheit für solche Verbrechen, so der Rat am Montag, 30. Juni, auf seiner Tagung, die auf Einladung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania (ELKT) vom 25. bis 30. Juni in Tansania stattfindet.

Die Bitte des ICTR um eine Ausweitung seines Mandats zur Erfüllung seiner wertvollen Arbeit wurde vom LWB-Rat unterstützt.

Mitgliedskirchen und LWB/AWD-Länderprogramme, die Erfahrungen in Konfliktsituationen mit besonders schwerwiegenden Fällen von Menschenrechtsverletzungen und der Verbesserung solcher Situationen haben, wurden aufgefordert, das Verhältnis zwischen formeller internationaler Rechtschaffung und traditionellen, auf Gemeinwesen basierenden Methoden zur Herstellung von Gerechtigkeit und Versöhnung zu thematisieren.

Reisebeschränkungen aufgrund von HIV

Der LWB-Rat machte auf Anregung des Programmausschusses für Internationale Angelegenheiten und Menschenrechte darauf aufmerksam, dass in etwa 70 Ländern Reise- und Einreisebestimmungen existierten, die explizit oder de facto Menschen mit HIV oder AIDS diskriminierten.
Die LWB-Mitgliedskirchen wurden ermutigt, sich für die Streichung dieser diskriminierenden Bestimmungen zu engagieren und andere Beispiele für die Diskriminierung von Menschen mit HIV und AIDS zu verurteilen.

Der Rat forderte den LWB-Generalsekretär auf, sich an die US-Regierung und an andere führende Länder mit Einreisebeschränkungen für Menschen mit HIV zu wenden und sich für die Abschaffung dieser Bestimmungen und ihrer diskriminierenden Auswirkungen einzusetzen. (286 Wörter)

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An der Ratstagung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Arusha (Tansania) nehmen knapp 80 VertreterInnen von LWB-Mitgliedskirchen und Partnerorganisationen teil. Darüber hinaus sind rund 95 weitere Teilnehmende registriert, darunter DolmetscherInnen, Gäste, Mitarbeitende des LWB, PressevertreterInnen und Stewards. Der 49-köpfige LWB-Rat führt zwischen den in der Regel alle sechs Jahre stattfindenden Vollversammlungen die Geschäfte des Weltbundes. Er tagt alle 12 bis 18 Monate. Der aktuelle Rat wurde während der Zehnten LWB-Vollversammlung im Juli 2003 im kanadischen Winnipeg gewählt. Der Rat besteht aus dem Präsidenten, dem Schatzmeister sowie Geistlichen und Laien, die ihre Regionen repräsentieren.

Die gastgebende Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania (ELKT) ist die zweitgrösste lutherische Kirche in Afrika. Zu den 20 Diözesen der ELKT gehören rund 4,6 Millionen Mitglieder. Die viertgrösste lutherische Kirche weltweit gehört seit 1964 zum LWB. Leitender Bischof der Kirche ist Alex G. Malasusa.

 

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