Lutherischer Weltbund

Lutherische Welt-Information

30.06.2008
Konflikt zwischen Israelis und PalästinenserInnen muss gewaltlos gelöst werden
 

LWB-Rat tief besorgt über Auswirkungen des Ausbaus jüdischer Siedlungen und Bau der Trennmauer

Arusha (Tansania)/Genf, 30. Juni 2008 (LWI)
– Die Ratsmitglieder des Lutherischen Weltbundes (LWB) haben sich auf ihrer Tagung in Arusha (Nordtansania) gegen jegliche Versuche ausgesprochen, die politischen Streitigkeiten zwischen Israelis und PalästinenserInnen gewaltsam zu lösen. Der Rat ermutigte am Montag, 30. Juni, das palästinensische Volk, seine Spaltungen zu überwinden und eine vereinte Strategie für Gerechtigkeit, Rechtsstaatlichkeit und einen pluralistischen Staat zu verfolgen.

Weiterhin würdigte der LWB-Rat die aktuellen Verhandlungen zwischen der israelischen Regierung und der palästinensischen Vertretung. Führungspersönlichkeiten beider Seiten wurden ermutigt, diese Gespräche weiterzuverfolgen, um letztlich eine Zweistaatenlösung und ein gemeinsames Jerusalem zu beschliessen.

Die Ratsmitglieder brachten ihre tiefe Besorgnis über die Auswirkungen der anhaltenden Expansion der Siedlungen und den Bau der Trennmauer in den besetzten Gebieten zum Ausdruck, die weiterhin ein Hindernis für den Vertrauensaufbau auf beiden Seiten darstellten.

Begrüsst wurde die Bildung des Rates religiöser Institutionen im Heiligen Land als ein Hoffnungszeichen und als Beweis für die Zusammenarbeit, die möglich sei, wenn Führungspersönlichkeiten der drei Glaubensgemeinschaften der Region – jüdische, christliche und muslimische – versuchten, Vertrauen zwischen Israelis und PalästinenserInnen aufzubauen sowie das negative Image des jeweils anderen in den Schulen zu korrigieren.

Der Rat bekräftigte seine volle Unterstützung für die kirchliche, diakonische und Ausbildungsarbeit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELKJHL) angesichts der schwierigen Herausforderungen. Gedankt wurde den Mitgliedskirchen für Ihre Unterstützung der Arbeit der ELKJHL, insbesondere im Bereich der Ausbildung und für das Wohnungsbauprojekt auf dem Ölberg in Ost-Jerusalem als Antwort auf die Emigration vieler ChristInnen. (263 Wörter)

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An der Ratstagung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Arusha (Tansania) nehmen knapp 80 VertreterInnen von LWB-Mitgliedskirchen und Partnerorganisationen teil. Darüber hinaus sind rund 95 weitere Teilnehmende registriert, darunter DolmetscherInnen, Gäste, Mitarbeitende des LWB, PressevertreterInnen und Stewards. Der 49-köpfige LWB-Rat führt zwischen den in der Regel alle sechs Jahre stattfindenden Vollversammlungen die Geschäfte des Weltbundes. Er tagt alle 12 bis 18 Monate. Der aktuelle Rat wurde während der Zehnten LWB-Vollversammlung im Juli 2003 im kanadischen Winnipeg gewählt. Der Rat besteht aus dem Präsidenten, dem Schatzmeister sowie Geistlichen und Laien, die ihre Regionen repräsentieren.

Die gastgebende Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania (ELKT) ist die zweitgrösste lutherische Kirche in Afrika. Zu den 20 Diözesen der ELKT gehören rund 4,6 Millionen Mitglieder. Die viertgrösste lutherische Kirche weltweit gehört seit 1964 zum LWB. Leitender Bischof der Kirche ist Alex G. Malasusa.

 

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