Lutherischer Weltbund

Lutherische Welt-Information

18.06.2008
LWB thematisiert Internetpräsenz weltweiter lutherischer Kirchengemeinschaft
 

Von afrikanischen Spinnen, Netzwerken und einem blühenden Garten – neuer Webauftritt für den Lutherischen Weltbund

Genf, 18. Juni 2008 (LWI)
– „Die Afrikanische Spinne webt Netze und hält sich meistens im Zentrum ihres Netzes auf. Aber die Afrikanische Spinne verlässt sich nur auf sich selbst. Menschen können niemals ohne einander leben. Sie müssen Brücken gegen die Vereinsamung zwischen sich bauen“, so Pfr. Dr. Ishmael Noko, Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), Mitte Mai in Genf. Das LWB-Büro für Kommunikationsdienste (BKD) hatte vom 19. bis 22. Mai zu einer Konsultation nach Genf eingeladen, um mit mehr als 45 VertreterInnen von LWB-Mitgliedskirchen, Partnerorganisationen und Netzwerken aus allen LWB-Regionen weltweit sowie LWB-Stabsmitgliedern und VertreterInnen weiterer internationaler Organisationen, die im Ökumenischen Zentrum in Genf angesiedelt sind, über einen neuen LWB-Internetauftritt zu beraten. Grundlegendes Thema der Tagung war die Frage, wie sich das ganzheitliche Verständnis einer Kirchengemeinschaft in einem Internetauftritt widerspiegeln könne.

Die Konsequenzen für einen erneuerten Webauftritt, die ein verändertes Verständnis von Gemeinschaft mit sich bringe, stellte BKD-Direktorin Karin Achtelstetter heraus: „Wenn wir das Selbstverständnis des LWB, eine Kirchengemeinschaft zu sein, ernst nehmen, dann muss die Internetpräsenz der lutherischen Gemeinschaft ein authentischer Ausdruck dieses Selbstverständnisses sein.“

„Nach lutherischem Verständnis wird ‚communio’ zumeist im Zusammenkommen von Menschen realisiert, die ihren Glauben und ihr Leben teilen“, betonte Pfr. Dr. Hans-Peter Grosshans, LWB-Studienreferent für Theologie und die Kirche. Ein zeitgemässer Internetauftritt ermögliche Gemeinschaft aller LutheranerInnen weltweit und müsse „die Vielfältigkeit der Einzelnen und ihren Beitrag zum Reichtum des gemeinsamen Lebens der christlichen Gemeinschaft“ betonen.

Oberste Priorität habe „das Aufbauen gegenseitiger Beziehungen von Einheit und des Zeugnisablegens als eine Gemeinschaft lutherischer Kirchen mit ökumenischem Engagement“, so Pfr. Dr. Kjell Nordstokke, Direktor der LWB-Abteilung für Mission und Entwicklung (AME). Dies gewährleiste, dass sich LutheranerInnen weltweit als Teil der grossen Gemeinschaft fühlen könnten.

In Präsentationen, Best-Practice-Beispielen und Arbeitsgruppen erörterten die Teilnehmenden während des viertägigen Treffens verschiedene Szenarien für eine verbesserte Internetpräsenz des LWB sowie der weltweiten lutherischen Kirchengemeinschaft.

Im Blick auf den offiziellen LWB-Internetauftritt regten die Teilnehmenden an, eine zielgruppenorientierte, benutzerfreundliche Webseite zu entwickeln, die auf einem modernen Content Management System (CMS) basiert. Einverständnis bestand in der Frage, dass für diese Entwicklung Open Source Software zum Einsatz kommen solle.

Um das ganzheitliche Verständnis einer weltweiten Kirchengemeinschaft in einem Internetauftritt darzustellen, regten die Teilnehmenden an, die bestehenden Internetseiten lutherischer Kirchen und Institutionen auf einer speziellen Webseite zu vernetzen. In einer intensiven Debatte entwickelten sie hierfür als Projektidee das Bild eines lutherischen Gartens, für den die zu erstellende Webseite eine Art Wegweiser sein könnte.

„Das Bild eines Gartens hilft uns zu verstehen, dass alle Lutheraner und Lutheranerinnen zu der neuen Internetpräsenz des LWB beitragen können, mehr noch dass wir alle zusammen dazugehören“, betonte Daranne Harris, Direktorin für Kommunikation und Ausbildung der kanadischen Hilfsorganisation Canadian Lutheran World Relief (CLWR).

Für den Internetspezialisten Björn Ericsson von der Schwedischen Kirche stand im Vordergrund, die Möglichkeiten, Informationen zu teilen, zu verbessern. „Ich glaube, wir haben gutes Potential, zum Beispiel mit Diskussionsforen und Blogs die Internetpräsenz interaktiver und interessanter zu machen“, so Ericsson.

Für verbesserte Möglichkeiten insbesondere für junge Menschen, sich interaktiv in die Diskussionen zu LWB-Themen einzubringen, hat sich Cheong Mun Chan aus Hongkong ausgesprochen, der gegenwärtig ein Jugendpraktikum in der LWB-Abteilung für Mission und Entwicklung (AME) absolviert.

Äusserst zufrieden über die zahlreichen Vorschläge der Tagungsteilnehmenden äusserte sich Dirk-Michael Grötzsch, als Leiter des LWB/BKD-Teams „Visibilty“ zuständig für die Entwicklung der neuen LWB-Webseite. Die Anregungen würden nun zeitnah in einen Entwicklungsplan für den Relaunch der LWB-Webseite integriert. Die Idee einer Webpräsenz der weltweiten lutherischen Kirchengemeinschaft in Form eines lutherischen Gartens solle während der LWB-Ratstagung Ende Juni im tansanischen Arusha dem Programmausschuss für Kommunikationsdienste vorgestellt und dort weiter erörtert werden, so Grötzsch. (607 Wörter)

(Autorin des Beitrags ist Claudia Schubert von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers, die ihr von der Evangelischen Kirche in Deutschland organisiertes Auslandsvikariat im LWB-Büro für Kommunikationsdienste absolviert.)

 

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