|
Jugendbotschaft unterstreicht lutherischen Beitrag zur ökumenischen Bewegung
Lund (Schweden)/Genf, 30. März 2007 (LWI) – Die JugendvertreterInnen der Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes (LWB) haben den LWB dazu aufgerufen, als Gemeinschaft zusammenzustehen und es nicht zuzulassen, dass Meinungsunterschiede in Fragen von Ehe, Familie und Sexualität die Communio spalten.
Dieser Appell an die lutherische Gemeinschaft war Teil der Botschaft, die die jungen Erwachsenen am Montag, 26. März, an den LWB-Rat richteten. Die Jugendlichen hatten die Botschaft im Jugendworkshop ausgearbeitet, der im Vorfeld der Ratstagung vom 16. bis 19. März im südschwedischen Höör stattfand. Während ihrer viertägigen Begegnung hatten 23 Jugendliche aus Afrika, Asien, Europa, Lateinamerika und der Karibik sowie aus Nordamerika über einen Evaluierungsbericht zum Referat „Jugend in Kirche und Gesellschaft“ (JKG) der LWB-Abteilung für Mission und Entwicklung (AME) und den darin enthaltenen Strategieplan diskutiert, der das Ziel verfolgt, junge Menschen zu engagierter Mitwirkung im LWB und den Ortsgemeinden zu befähigen.
Zu den Teilnehmenden des Workshops gehörten Stewards, jugendliche Ratsmitglieder und Jugenddelegierte, die an den Tagungen im Rahmen der Feierlichkeiten zum 60-jährigen Jubiläum des LWB vom 20. bis 27. März in der schwedischen Stadt Lund – wo der LWB 1947 gegründet worden war – teilnahmen. Das Thema, unter dem alle Veranstaltungen standen, lautete „Gemeinschaft leben in der Welt von heute“.
In ihrer Botschaft an den Rat erklärten die Jugendlichen, dass sie im Gespräch miteinander erkannt hätten, wie vielfältig die anstehenden Fragen seien und wie weit die Meinungen und Vorstellungen unter den Mitgliedern des LWB – mit all ihren unterschiedlichen Prägungen – auseinander gingen.
Während des Workshops diskutierten die jungen Erwachsenen über die Bedeutung der lutherischen Identität heute. Sie stellten fest, dass, obwohl „unsere gemeinsame lutherische Identität innerhalb der Communio unterschiedlich gelebt wird, … unser Glaube als Lutheraner und Lutheranerinnen auf der Guten Nachricht gründet, die in der Heiligen Schrift bezeugt wird.“
Die lutherische Identität sei mit dem Auftrag verbunden, das Christentum und die ökumenische Bewegung zu stärken, bekräftigten die jungen Erwachsenen in ihrer Botschaft. Gleichzeitig sollten die verschiedenen Formen des Gottesdienstes, des diakonischen Dienstes und der Kirchenstrukturen immer wieder überprüft und „in Übereinstimmung mit der Guten Nachricht“ gestaltet werden.
Die jungen Erwachsenen begrüssten die Anstrengungen des LWB, eine integrative und offene Gemeinschaft zu werden, räumten jedoch auch ein, dass viele Menschen Ziel und Arbeit des Weltbundes noch nicht kennen würden. „Wir ermutigen jede Delegierte und jeden Delegierten sowie jedes Ratsmitglied, die Botschaft des LWB zuhause im jeweils eigenen Umfeld weiterzuverbreiten“, heisst es in der Botschaft, die von der LWB-Ratstagung entgegengenommen wurde.
Auf der Grundlage der Empfehlungen des Programmausschusses für Mission und Entwicklung fasste der Rat den Beschluss, das JKG-Referat in „LWB-Jugend“ umzubenennen und die anwaltschaftliche Rolle des Referats stärker zu betonen.
Im Hinblick auf die Beteiligung junger Menschen an LWB-Veranstaltungen und -Aktivitäten beschloss der Rat, der vollen Beteiligung von jungen Erwachsenen (angestrebter Jugendanteil von 20 Prozent) im Jugendstrategieplan mehr Gewicht zu geben und darüber hinaus deutlich zum Ausdruck zu bringen, dass die Gleichberechtigung von Männern und Frauen, einschliesslich der vollen Beteiligung der Frauen (angestrebter Frauenanteil von 40 Prozent), zum Wesen der integrativen Gemeinschaft gehöre. (505 Wörter)
* * *
An der LWB-Ratstagung vom 20. bis 27. März in Lund (Schweden), die eine KirchenleiterInnenkonsultation sowie die Feierlichkeiten aus Anlass des 60-jährigen Bestehens des Lutherischen Weltbundes einschliesst, nahmen rund 500 VertreterInnen der LWB-Mitgliedskirchen und Partnerorganisationen teil, unter ihnen mehr als 100 lutherische KirchenleiterInnen. Zu den Teilnehmenden gehörten auch DolmetscherInnen, Gäste, Mitarbeitende des LWB, PressevertreterInnen und Stewards. Der 49-köpfige LWB-Rat führt zwischen den in der Regel alle sechs Jahre stattfindenden Vollversammlungen die Geschäfte des Weltbundes. Der aktuelle Rat wurde während der Zehnten LWB-Vollversammlung im Juli 2003 im kanadischen Winnipeg gewählt. Der Rat besteht aus dem Präsidenten, dem Schatzmeister sowie Geistlichen und Laien, die ihre Regionen repräsentieren.
|