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LWB-Ratstagung in Lund (Schweden)
20. bis 27. März 2007
PRESSEMITTEILUNG NR: 16
Hoffnung auf eine bessere Welt
LWB erinnert mit einem Festakt an seine Gründung vor 60 Jahren
Lund (Schweden)/Genf, 25. März 2007 (LWI) – Es gab Grund zum Feiern. Der Lutherische Weltbund (LWB) hat an seinen Ursprung vor 60 Jahren erinnert und war aus diesem Grund an seinen Gründungsort zurückgekehrt. Im schwedischen Lund haben rund 500 LutheranerInnen und ökumenische Gäste aus aller Welt feierlich der Anfänge der Organisation gedacht. Sie haben zusammen gesungen und gebetet. Höhepunkt der KirchenleiterInnenkonsultation und LWB-Ratstagung, in deren Rahmen die 60-Jahr-Feier stattfand, waren am Sonntag, 25. März, ein feierlicher Gottesdienst in der Kathedrale von Lund und der anschliessende Festakt in der Universität von Lund.
Professor Carl-Gustav Andrén aus Schweden erinnerte als Zeitzeuge an die erste Juliwoche des Jahres 1947. Damals kamen rund 200 Delegierte von 47 lutherischen Kirchen aus 26 Ländern sowie mehr als 400 Gäste eine Woche lang auf dem Gelände der Kathedrale und der Universität von Lund zusammen. Für die damals noch beschauliche Stadt mit ihren rund 35.000 EinwohnerInnen sei das ein völlig ungewohntes Bild gewesen, so Andrén. Dies sei auch für ihn als Teilnehmer die erste internationale Erfahrung gewesen.
Die Idee, Frieden und Versöhnung zu schaffen im Rahmen der weltweiten lutherischen Gemeinschaft, sei ansteckend gewesen. Gerade mit Blick auf die zerstörte Welt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Die brennende Frage damals war, wie man Millionen Flüchtlingen und Heimatlosen helfen könne.
Andrén erinnerte auch daran, wie Bischof Hanns Lilje aus Hannover (Deutschland), der spätere Präsident des LWB, den Teilnehmenden die Augen geöffnet habe, für die Möglichkeiten, die das Bekenntnis biete.
Die LutheranerInnen hätten damals mit ihrem Vorhaben, in einer konfusen Welt ihren Glauben zu bekennen, das Interesse auf sich gezogen, so Andrén. Der Hauptgottesdienst am Sonntag in der Kathedrale sei völlig überfüllt gewesen. „Das Treffen hat uns als jungen Studenten und Studentinnen eine neue internationale Sicht eröffnet“, betonte Andrén. „Es gab uns Hoffnung auf eine bessere Zukunft in Frieden.“
Zu Beginn des Festaktes hatte der Rektor der gastgebenden Universität von Lund, Professor Dr. Göran Bexell, dazu aufgerufen, zu den grundlegenden Werten zurückzukehren angesichts der Herausforderungen einer globalisierten Welt. Es gebe zu viele unterschiedliche Interessen in religiöser, ideologischer und politischer Hinsicht, beklagte der Theologe. Frieden, menschliche Würde und Liebe würden von den grossen Religionen, wie dem Christentum, hochgehalten. Nur die Kirchen seien getrennt, nicht der christliche Glaube, so Bexell.
In einem symbolischen Akt wurde bei dem von der gastgebenden Schwedischen Kirche organisierten Festlichkeiten das Bekenntnis für die lutherische Gemeinschaft erneuert. In einer feierlichen Zeremonie überreichten lutherische KirchenleiterInnen der jüngeren Generation Symbole des Glaubens und des Zeugnisses.
27 junge KommunikatorInnen aus 24 LWB-Mitgliedskirchen aus allen sieben LWB-Regionen stellten ihre Vision von einer kommunizierenden Gemeinschaft vor, an der sie im Rahmen eines dreijährigen Programms der LWB-Abteilung für Mission und Entwicklung sowie des LWB-Büros für Kommunikationsdienste selbst arbeiten.
Zur Gruppe der Zeitzeugen gehörte auch George Pósfay, der 1947 die ungarische lutherische Kirche repräsentierte. Der damals noch junge Theologiestudent, der 1921 geboren wurde, erlebte 1947 eine regelrechte Aufbruchsstimmung, wie er am Rande der Feier erzählte. „Der LWB war etwas Neues, Frisches, ohne Diskriminierung“, betonte Pósfay. Er habe mit der Gründung des LWB die Hoffnung verbunden, dass die spirituelle Entwicklung der Welt gestärkt werde. Der Theologe erinnerte ausserdem daran, dass es die Vereinten Nationen damals noch nicht gegeben habe.
Damals seien im Gegensatz zu heute noch nicht viele TeilnehmerInnen aus Asien und Lateinamerika dabei gewesen, aus Afrika seien keine Delegierte angereist, erinnerte LWB-Generalsekretär Pfr. Dr. Ishmael Noko. Er wies darauf hin, dass der LWB inzwischen zu einer farbenfrohen Familie geworden sei. Gestartet sei man in dem nahe Deutschland gelegenen neutralen Schweden in einem von Furcht und Misstrauen geprägten Europa, so Noko, bevor LWB-Präsident Bischof Mark S. Hanson die Veranstaltung mit einem Gebet abschloss.
Zuvor wurden nicht nur Reden gehalten. Der Akademische Chor von Lund und der Limhamn Jugendchor umrahmten die Feier musikalisch. Die Schwedische Kirche hatte einen Film produziert, der den Bogen von den Anfängen des LWB bis heute schlug und die verschiedenen Arbeitsfelder des LWB vorstellte, darunter auch den Weltdienst. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Amerika (ELKA) hatte extra für die Veranstaltung eine Hymne in Auftrag gegeben. (675 Wörter)
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An der LWB-Ratstagung in Lund (Schweden), die eine KirchenleiterInnenkonsultation sowie die Feierlichkeiten aus Anlass des 60-jährigen Bestehens des Lutherischen Weltbundes einschliesst, nehmen rund 500 VertreterInnen der LWB-Mitgliedskirchen und Partnerorganisationen teil, unter ihnen mehr als 100 lutherische KirchenleiterInnen. Zu den Teilnehmenden gehören auch DolmetscherInnen, Gäste, Mitarbeitende des LWB, PressevertreterInnen und Stewards. Der 49-köpfige LWB-Rat führt zwischen den in der Regel alle sechs Jahre stattfindenden Vollversammlungen die Geschäfte des Weltbundes. Der aktuelle Rat wurde während der Zehnten LWB-Vollversammlung im Juli 2003 im kanadischen Winnipeg gewählt. Der Rat besteht aus dem Präsidenten, dem Schatzmeister sowie Geistlichen und Laien, die ihre Regionen repräsentieren.
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