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LWB-Ratstagung in Lund (Schweden)
20. bis 27. März 2007
PRESSEMITTEILUNG NR: 14
Aufruf zur Stärkung der Ökumene
Ökumenische Vertreter würdigen LWB aus Anlass seines 60-jährigen Bestehens
Lund (Schweden)/Genf, 25. März 2007 (LWI) – Zur Vertiefung der Beziehungen zum Lutherischen Weltbund (LWB) haben am Sonntag, 25. März, Vertreter verschiedener Konfessionen und Weltbünde aufgerufen. In einem Festgottesdienst aus Anlass des 60-jährigen Bestehens des LWB in der Kathedrale von Lund betonte Prof. Dr. Walter Altmann, Vorsitzender des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), der ÖRK und der LWB müssten ihre gemeinsamen Bemühungen verstärken, um die Zukunft der ökumenischen Bewegung zu sichern. Zugleich forderte er, der ökumenischen Antwort auf Globalisierung, wirtschaftliche Ungerechtigkeit, Gewalt sowie HIV und Aids mehr Nachdruck zu verleihen.
Altmann, auch Präsident der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB), lobte die Bemühungen des LWB, eine lutherische Identität zu formen, die der Ökumene verpflichtet sei. Er hob dabei die engen Beziehungen von ÖRK und LWB hervor, die in Genf gemeinsam im Ökumenischen Zentrum beheimatet sind. Altmann rief zur Weiterführung und zur Vertiefung der Partnerschaft auf. Ausserdem erinnerte er daran, dass der kirchliche und ökumenische Kontext in einem raschen Wandel begriffen seien. Den Herausforderungen an die Ökumene im 21. Jahrhundert müsse man gemeinsam begegnen.
Altmann verlas eine Botschaft von Pfr. Dr. Gottfried Brakemeier, ehemaliger Präsident sowohl der IECLB als auch des LWB, der die Teilnehmenden mit den folgenden Worten grüsste: „Ich will dich erheben, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich“ (Psalm 145, 1). 60 Jahre seien eine lange Zeit im Leben einer weltweiten Institution. Er schrieb, dass der LWB lutherische Kirchen zusammengebracht, ihnen eine Stimme verliehen und eine Gemeinschaft aufgebaut habe, die kulturelle und nationale Grenzen überschreitet. Er habe Menschen in Not geholfen und versucht, die Einheit der ChristInnen und der Menschheit zu fördern.
Der orthodoxe Metropolit Ambrosius von Helsinki (Finnland) überbrachte die Segenswünsche des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Seiner Heiligkeit Bartolomaios I., und die Grüsse der ganzen orthodoxen Welt. LutheranerInnen und Orthodoxe könnten viel voneinander lernen, so Ambrosius. Er dankte den LutheranerInnen für ihre ökumenische Offenheit, insbesondere gegenüber den Ostkirchen, und die Anerkennung der gemeinsamen Tradition. Er zollte dem LWB Respekt für dessen qualifizierte Arbeit sowie dessen internationale Aktivitäten.
Zur Stärkung der Ökumene rief auch der römisch-katholische Kardinal Walter Kasper auf, der ein Grusswort von Papst Benedikt XVI. verlas. In seinem Grusswort betonte der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen (PCPCU), dass seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil zwischen der römisch-katholischen Kirche und dem Lutherischen Weltbund eine „Gemeinschaft“ gewachsen sei. Beide hätten „vorwärts weisende Schritte unternommen, um mehr und mehr Partner und Freunde zu werden“.
Anerkennung für das Engagement des LWB in der Ökumene
Im Rahmen der Ratstagung und der Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen des LWB wurden im Namen weltweiter und regionaler kirchlicher Zusammenschlüsse weitere Glückwünsche und Grussworte überbracht.
Pfr. Canon Gregory K. Cameron, Stellvertretender Generalsekretär der Anglikanischen Kirchengemeinschaft und Direktor für Ökumenische Angelegenheiten und theologische Studien, gratulierte im Namen des Erzbischofs von Canterbury, Oberhaupt der Anglikanischen Kirchengemeinschaft, dem LWB zu seinem diamantenen Jubiläum und erwähnte seine Lebendigkeit und sein Engagement, sich in seiner Mission und Diakonie der Welt zuzuwenden, was ein Kennzeichen des wahren christlichen Geistes sei.
Cameron dankte Gott für alles, was durch die Arbeit des LWB und seines Engagements in der ökumenischen Bewegung erreicht worden sei. Er erinnerte an die Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre (GE) mit der römisch-katholischen Kirche und die Bestätigung der GE durch den Weltrat Methodistischer Kirchen (WMC), die bestehenden Beziehungen und Unionen zwischen evangelischen und reformierten Kirchen und die „äusserst willkommenen“ Abkommen zur vollen Kirchengemeinschaft zwischen lutherischen und anglikanischen Kirchen.
Pfr. Dr. Risto Cantell überbrachte Grüsse im Namen der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und ihres Generalsekretärs Pfr. Colin Williams. Der KEK-Generalsekretär drückte seine Anerkennung für die Unterstützung der europäischen lutherischen Kirchen für das europäische Kirchengremium aus. Cantell bezog sich auf einen Brief Williams‘ zur Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung in Sibiu (Rumänien) im September 2007, die gemeinsam von der KEK und dem Rat Europäischer Bischofskonferenzen organisiert wird. „Wir beten dafür, dass die Dritte Europäische Ökumenische Versammlung dazu beitragen wird, die Ökumene auf unserem Kontinent wieder zu beleben. Auch über Sibiu hinaus müssen wir weiterhin viel dafür tun. Ich freue mich, dass die KEK und der LWB immer enger in Europa zusammenarbeiten. … Von unserer Seite sind wir froh, den LWB als Schlüsselpartner zu haben in allem, was uns die Zukunft bringen wird“.
Der Geschäftsführer des Internationalen Lutherischen Rates (ILC), Pfr. Dr. Samuel H. Nafzger, überbrachte Grüsse des 30 Mitgliedskirchen umfassenden lutherischen Zusammenschlusses. ILC und LWB seien auf viele Arten miteinander verbunden, die es beiden unmöglich machten, den jeweils anderen nicht als „Brüder und Schwestern in Christus“ anzuerkennen. Er sprach über die offiziellen Treffen zwischen ILC und LWB und den auf beiden Seiten vorhandenen Willen, die Kommunikation aufrechtzuerhalten. Nafzger erklärte, der ILC bete dafür, dass beide Organisationen die Themen ansprechen könnten, die sie trennen, und betonte, er warte auf den Tag, wenn „unsere Einheit in Christus zum vollen Ausdruck kommen kann“.
Der Generalsekretär des Reformierten Weltbundes (RWB), Pfr. Dr. Setri Nyomi, gratulierte dem LWB zu seiner Zuverlässigkeit in Mission und Dienst in den letzten 60 Jahren. „Gemeinschaft leben in der Welt von heute“ rufe uns auf den Weg der Suche nach sichtbarer christlicher Einheit zurück. Er erwähnte die laufende Zusammenarbeit zwischen beiden Organisationen und merkte an, dass LWB und RWB ihr Engagement für eine Neuordnung der ökumenischen Bewegung mit schwerwiegenden Auswirkungen auf ihre eigenen Strukturen und ihre Vollversammlungen erklärt hätten. Es sei die Hoffnung des RWB, so Nyomi, dass nach der Elften LWB-Vollversammlung 2010 die ökumenische Familie in der Lage sei, im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts eine gemeinsame ökumenische Vollversammlung unter der Leitung des ÖRK abzuhalten. (927 Wörter)
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An der LWB-Ratstagung vom 20. bis 27. März in Lund (Schweden), die eine KirchenleiterInnenkonsultation sowie die Feierlichkeiten aus Anlass des 60-jährigen Bestehens des Lutherischen Weltbundes einschliesst, nehmen rund 500 VertreterInnen der LWB-Mitgliedskirchen und Partnerorganisationen teil, unter ihnen mehr als 100 lutherische KirchenleiterInnen. Zu den Teilnehmenden gehören auch DolmetscherInnen, Gäste, Mitarbeitende des LWB, PressevertreterInnen und Stewards. Der 49-köpfige LWB-Rat führt zwischen den in der Regel alle sechs Jahre stattfindenden Vollversammlungen die Geschäfte des Weltbundes. Der aktuelle Rat wurde während der Zehnten LWB-Vollversammlung im Juli 2003 im kanadischen Winnipeg gewählt. Der Rat besteht aus dem Präsidenten, dem Schatzmeister sowie Geistlichen und Laien, die ihre Regionen repräsentieren.
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