10.11.2006
Rumänien: LWB-Präsident erörtert Beziehungen zu Kirchen ausserhalb des LWB
Bischof Hanson betont Notwendigkeit, "den Armen beizustehen und sich für Gerechtigkeit einzusetzen"
Braşov (Rumänien)/Genf, 10. November 2006 (LWI) - Auf der letzten Etappe seiner Europareise vom 26. Oktober bis 2. November besuchte der Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB), Bischof Mark S. Hanson, die rumänische Stadt Sibiu (Hermannstadt), den Sitz der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Rumänien, und traf sich mit führenden VertreterInnen und PfarrerInnen der beiden LWB-Mitgliedskirchen in Rumänien.
Bei einem Treffen mit PfarrerInnen der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Rumänien und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Rumänien erörterte Hanson, Leitender Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELKA), seine Ansichten über die lutherische Kirche, den LWB und die ELKA. Die Fragen der PfarrerInnen konzentrierten sich auf Beziehungen zu LutheranerInnen, die nicht dem LWB angehören, das Thema menschliche Sexualität und die Frage, wie andere ChristInnen und PolitikerInnen den LWB sehen.
Hansons Antwort umfasste unter anderem den Hinweis auf die LWB-Arbeitsgruppe über Familie, Ehe und Sexualität, die untersucht, wie verschiedene Mitgliedskirchen mit diesen Fragen umgehen. Er nahm auch Bezug auf die regelmässigen Gespräche der ELKA mit der Lutherischen Kirche - Missouri-Synode (LKMS), die nicht dem LWB angehört, den ständigen ökumenischen Dialog des LWB mit anderen Kirchen, darunter die römisch-katholische und die orthodoxe Kirche, und seine Treffen mit hochrangigen RegierungsvertreterInnen in den Ländern, die er in seiner Eigenschaft als LWB-Präsident besucht.
Um führende ReligionsvertreterInnen in einer freien Gesellschaft zu sein, "müssen wir mit führenden Politikern und Politikerinnen für das gemeinsame Wohl zusammenarbeiten, aber auch darauf hinweisen, wenn diese sich irren", so Hanson. Es sei eine Schlüsselaufgabe des LWB, "den Armen beizustehen und sich für Gerechtigkeit einzusetzen".
Am Reformationstag predigte der LWB-Präsident in einem Gottesdienst in der historischen "Schwarzen Kirche" im rumänischen Braşov (Kronstadt), einer Gemeinde der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Rumänien. Die Kirche erhielt ihren Namen aufgrund eines Feuers in der Stadt, das vor etwa 300 Jahren zu einer Schwarzfärbung der Fassade geführt hatte. Der Bau der Kirche, einer der grössten in Europa, dauerte rund 100 Jahre und fand im 13. Jahrhundert seinen Abschluss.
Bischof der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Rumänien, die 14.460 Mitglieder umfasst, ist Dr. Christoph Klein, seit Juli 2003 auch LWB-Vizepräsident für die Region Mittel- und Osteuropa. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Rumänien mit 32.500 Mitgliedern wird von Bischof Dezsö Zoltán Adorjáni geleitet. Beide Kirchen gehören seit 1964 zum LWB.
Seit seiner Wahl zum LWB-Präsidenten im Juli 2003 hat Hanson LWB-Mitgliedskirchen in Lateinamerika (September 2004), Afrika (Februar 2005) und Asien (Juli 2006) besucht. (410 Wörter)
(Nach ELKA News Service)
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