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Afrikanische lutherische Konferenz nimmt neues LWB-Missionsdokument entgegen
Windhoek (Namibia)/Genf, 12. November 2005 (LWI) – „Wir brauchen die prophetische Stimme Afrikas. Afrikas Spiritualität ist ein Geschenk an die Welt“, betonte Pfr. Dr. Kjell Nordstokke, Direktor der Abteilung für Mission und Entwicklung (AME) des Lutherischen Weltbundes (LWB), bei der Vorstellung des neuen LWB-Missionsdokuments „Mission im Kontext: Verwandlung, Versöhnung, Bevollmächtigung“ im Rahmen der Konferenz lutherischer KirchenleiterInnen in Afrika. Die Konferenz, die vom 9. bis 14. November in Windhoek (Namibia) stattfindet, steht unter dem Titel „Aus Isolation zur Gemeinschaft: Zur Heilung Afrikas“.
Über 80 VertreterInnen afrikanischer lutherischer Kirchen nahmen am Samstag, 12. November, einstimmig das LWB-Missionsdokument entgegen und verpflichteten sich auf die Umsetzung der darin enthaltenen Prinzipien und Ziele.
Laut Nordstokke verlieren europäische und nordamerikanische Kirchen pro Tag 6.000 Mitglieder. In Afrika dagegen erhielten die Kirchen täglich Zuwachs von 23.000 neuen ChristInnen. Die zunehmende Stärke der afrikanischen Christenheit bedeute, so Nordstokke, dass AfrikanerInnen innerhalb der weltweiten christlichen Gemeinschaft immer mehr an Bedeutung gewännen. Afrika habe bereits jetzt eine führende Rolle im interreligiösen Dialog und AfrikanerInnen hätten bedeutende kirchenleitende Funktionen inne, so zum Beispiel der aus Simbabwe stammende Generalsekretär des LWB, Pfr. Dr. Ishmael Noko.
Nordstokke setzte in seinem Vortrag die drei Abschnitte des Missionsdokuments, die sich mit Kontexten der Mission, Missionstheologie bzw. Missionspraxis befassen, in Bezug zur Situation in Afrika. Das Wachstum der Christenheit in Afrika sei ein Zeichen der Hoffnung. Eine Konsequenz daraus sei jedoch auch, dass die afrikanischen Kirchen mit einer zunehmenden Zahl von Mitgliedern konfrontiert seien, die unter neuen Formen verheerender Armut litten, ausgelöst von HIV/AIDS sowie den Folgen von Krieg und Vertreibung.
Diese afrikanische Realität müsse in Zusammenhang gebracht werden mit der theologischen Grundlage des Missionsdokuments, betonte Nordstokke. Er unterstrich das ganzheitliche Wesen der Mission, das sich auf die drei zentralen Konzepte der Verwandlung, Versöhnung und Bevollmächtigung stütze. „Diese drei Schlüsselbegriffe sind die Nagelprobe dafür, ob wir wirklich in der Mission stehen.“ Die Begriffe hätten den Vorteil, interdisziplinär gebräuchlich zu sein und sowohl in der Theologie als auch in den Sozialwissenschaften Verwendung zu finden. Nordstokke appellierte daher an die TeilnehmerInnen der Konferenz, für die drei Konzepte korrekte und treffende Übersetzungen in ihre jeweiligen Sprachen zu finden.
Unter praktischen Gesichtspunkten bedeute Mission im heutigen Afrika, nach Möglichkeiten zu suchen, wie Ressourcen miteinander geteilt werden könnten, und neue Rollen sowohl für Afrikas MissionspartnerInnen als auch für afrikanische Kirchenleitungen in der Welt zu definieren, so Nordstokkes Perspektive. „In Afrika ist heute die grosse Aufgabe, Hoffnung zu verkünden, Gastfreundschaft zu gewähren, allen Mechanismen der Ausgrenzung zu widerstehen und sich zu Werten zu bekennen, die Menschenwürde und Gerechtigkeit verteidigen“, hob Nordstokke abschliessend hervor.
Das neue LWB-Missionsdokument „Mission im Kontext: Verwandlung, Versöhnung, Bevollmächtigung“ wurde von der LWB-Abteilung für Mission und Entwicklung erarbeitet und baut auf dem LWB-Missionsdokument „Gottes Mission als gemeinsame Aufgabe. Ein Beitrag des LWB zum Verständnis von Mission“ von 1988 auf. Es will LWB-Mitgliedskirchen und andere Organisationen zur Selbstprüfung und zur Erneuerung ihrer Mission im jeweiligen Kontext anregen.
Die 62-seitige englischsprachige Publikation mit dem Titel „Mission in Context: Transformation, Reconciliation, Empowerment“ liegt bereits in gedruckter Fassung vor. Die deutsch-, französisch- sowie spanischsprachige Ausgabe soll in Kürze gedruckt veröffentlicht werden. (522 Wörter)
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