Lutherischer Weltbund

Lutherische Welt-Information

28.09.2005
Jugenddelegierte schockiert über Lebensbedingungen von PalästinenserInnen
 

Junge LWB-Ratsmitglieder und Stewards beten für Frieden in Palästina und Israel

Jerusalem/Bethlehem/Genf, 28. September 2005 (LWI)
– Junge Erwachsene aus Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes (LWB) haben in einer Botschaft an den LWB-Rat ihre tiefe Sorge über die harten Bedingungen zum Ausdruck gebracht, unter denen viele PalästinenserInnen im Westjordanland leben müssen. Im Vorfeld der LWB-Ratstagung, die vom 31. August bis zum 6. September in Jerusalem/Bethlehem unter dem Thema „Die Kirche: Berufen zum Dienst der Versöhnung“ stattfand, nahmen sieben junge Ratsmitglieder und elf Stewards an einem fünftägigen vorbereitenden Jugendworkshop zur Ratstagung teil.

Die TeilnehmerInnen aus Australien, Deutschland, Finnland, Indien, Island, Japan, Jordanien, der Demokratischen Republik Kongo, Litauen, Österreich, Palästina und der Slowakei nutzten während des Workshops die Möglichkeit, palästinensische Dörfer im Westjordanland zu besuchen und die Lebensbedingungen der Menschen kennen zu lernen.

Weiterhin trafen sie mit TeilnehmerInnen des Ökumenischen Begleitprogramms in Palästina und Israel (EAPPI) zusammen. EAPPI ist eine Initiative des Ökumenischen Rates des Kirchen (ÖRK) im Rahmen der „Ökumenischen Kampagne zur Beendigung der rechtswidrigen Besetzung Palästinas: Für einen gerechten Frieden im Nahen Osten“, die 2002 gestartet wurde. Das Programm unterstützt PalästinenserInnen und Israelis bei gewaltlosen Aktionen für eine Beendigung der israelischen Besetzung der palästinensischen Gebiete sowie für eine gerechte und dauerhafte Konfliktlösung. TeilnehmerInnen des Begleitprogramms leben mindestens drei Monate in palästinensischen Dörfern und Städten, beobachten die Lage und machen Verstösse gegen die Menschenrechte und das humanitäre Völkerrecht bekannt. Ausserdem unterstützen sie den gewaltlosen Widerstand der lokalen Bevölkerung, sowohl von PalästinenserInnen als auch Israelis, beispielsweise gegen die Trennmauer, und gewähren Schutz durch ihre gewaltlose Anwesenheit.

Die jungen Erwachsenen zeigten sich tief beeindruckt, wie positiv sich die Arbeit der ökumenischen BegleiterInnen auswirke. „Die Präsenz internationaler VertreterInnen in palästinensischen Dörfern und Städten trägt wesentlich zu den Bemühungen bei, die Beziehungen zwischen den so eng zusammenlebenden Israelis und PalästinenserInnen zu normalisieren“, schrieben sie in ihrer Botschaft an den Rat. Allein durch die Präsenz internationaler VertreterInnen nehme die Wahrscheinlichkeit ab, dass es zu Gewalt komme, habe ihnen einer der EAPPI-TeilnehmerInnen berichtet.

Auf Empfehlung der jungen Ratsmitglieder und Stewards beschloss der Rat, weiter finanzielle Unterstützung für EAPPI und seine Programme sicherzustellen, damit EAPPI seine Arbeit nicht nur fortsetzen, sondern auch auf andere Aktionen in der Region ausweiten könne, einschliesslich seines Beitrags zur Vertrauensbildung und zur Verständigung zischen Israelis und PalästinenserInnen.

Weiterhin beschloss der Rat, für die Arbeit des Ökumenischen Begleitprogramms, das sich für Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung einsetze, unter den LWB-Mitgliedskirchen zu werben sowie Menschen im LWB, insbesondere aus dem Süden, zu ermutigen, als Begleitpersonen für EAPPI zu arbeiten und entsprechende Vorkehrungen dafür zu schaffen.

In Rahmen des vorbereitenden Jugendworkshops zur Ratstagung besuchten die TeilnehmerInnen auch das vom LWB verwaltete Auguste Victoria-Krankenhaus (AVK) auf dem Ölberg in Ost-Jerusalem. Sie lernten die Arbeit des LWB in der Region kennen und diskutierten das Thema „Religion und Konflikt“ mit VertreterInnen von jüdischen und muslimischen Glaubensgemeinschaften. Die palästinensischen Stewards machten die anderen TeilnehmerInnen des Jugendworkshops mit ihren eigenen Erfahrungen bekannt.

In ihrer Botschaft an den Rat betonten die jungen Erwachsenen, wie sehr sie das, was sie gesehen und gehört hätten, schockiert habe. Vor diesem Hintergrund entschieden die TeilnehmerInnen des Jugendworkshops, einen Teil ihrer Botschaft in Form eines Gebets zu verfassen. Bei der Präsentation der Botschaft beteten die jungen Erwachsenen gemeinsam mit den LWB-Ratsmitgliedern für Frieden in Palästina, Israel und weltweit, für die Überwindung von Unrecht und für den Mut, sich für die Wahrheit einzusetzen.

Die jungen Erwachsenen äusserten den Wunsch, dass das Gebet auch in den LWB-Mitgliedskirchen genutzt und einen Liturgie vorbereitet werde, in deren Rahmen sich die Mitgliedskirchen mit dem Anliegen der Versöhnung, insbesondere im Kontext des Konflikts in Palästina und Israel, auseinander setzen könnten. (600 Wörter)

 

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