27.04.2005
Medienarbeit soll Frieden in Afrika und weltweit fördern
Medien und Religion teilen Verantwortung für Friedensarbeit
Johannesburg (Südafrika)/Genf, 27. April 2005 (LWI) - Beim Zweiten Gipfel der Interreligiösen Initiative für Frieden in Afrika (IFAPA), der vom 21. bis 25. April in der Nähe von Johannesburg (Südafrika) stattfand, hat eine Gruppe von MedienvertreterInnen die Gründung eines Netzwerks für Medienschaffende beschlossen, die im interreligiösen Kontext mit ihrer Berichterstattung in Afrika und weltweit friedensfördernd wirken.
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion zur Rolle der Medien im Blick auf interreligiöse Initiativen für Frieden in Afrika brachten JournalistInnen aus Ost-, Nord-, Süd- und Westafrika sowie Europa und Nordamerika ihre jeweilige regionale Perspektive ein. Insbesondere befassten sie sich mit der Frage, wem die Medien rechenschaftspflichtig seien und welche Konsequenzen sich daraus für die Berichterstattung zu Konflikten ergäben. Weitere Schwerpunkte bildeten die Herausforderungen und Risiken der Berichterstattung über Konfliktsituationen. Weiterhin diskutierten die PodiumsteilnehmerInnen Möglichkeiten des Einsatzes verschiedener Medien bei der Schürung oder aber Lösung von Konflikten sowie der Konfliktvermeidung und die Rolle lokaler und internationaler Medien im Blick auf Konfliktlösung und Friedensarbeit.
Ein Teilnehmer der Podiumsdiskussion betonte, internationale Medien spielten eine wichtige Rolle bei der Verbreitung packender Meldungen, die sich insbesondere bei Katastrophen "positiv auswirken, indem sie die Aufmerksamkeit der Welt wecken und zur Reaktion animieren". Es sei jedoch nicht sehr wahrscheinlich, dass diese Medien in der Folge auch weniger tagesaktuelle Informationen verbreiteten, die aber für den langfristigen Wiederaufbau entscheidend sein könnten. Die lokalen Medien seien von wesentlicher Bedeutung im Blick auf Konfliktlösung und Friedensarbeit.
Alle Medien, egal ob in öffentlicher oder privater Hand, haben das Potenzial, Konflikte lösen oder auch schüren zu können, so die TeilnehmerInnen der Podiumsdiskussion. Ethische Massstäbe für die Medienarbeit schrieben die Suche nach der Wahrheit, eine unabhängige Berichterstattung sowie das Bemühen vor, Schaden wo immer möglich abzuwenden. Es wurde betont, dass JournalistInnen grundsätzlich die Aufgabe hätten, objektiv zu berichten.
Die Medienschaffenden riefen die ReligionsführerInnen auf, die ergänzende Rolle anzuerkennen, die die Medien bei der Verwirklichung des Friedens in Afrika und weltweit hätten. Eine Öffnung gegenüber den Medien, so die JournalistInnen, würde Vorurteile in diesem Bereich abbauen und der Öffentlichkeit die Möglichkeit geben, die hervorhebenswerte Arbeit verschiedener religiöser Organisationen besser würdigen und auch dazu beitragen zu können.
Als Beispiel wurde das Programm der Abteilung für Weltdienst (AWD) des Lutherischen Weltbundes (LWB) in der Islamischen Republik Mauretanien genannt. Dort habe der offene Umgang mit den Medien ein verbessertes Verständnis für die humanitäre Arbeit geschaffen, die LWB/AWD seit 30 Jahren in dem nordafrikanischen Land leiste.
An der Podiumsdiskussion nahmen teil: Elizabeth Lobulu (Tansania), Val Pauquet (Südafrika), Ba Adama Moussa (Mauretanien), Philip Sandi (Liberia), Corinna Mühlstädt (Deutschland) und Michael McAteer (Kanada). Moderiert wurde die Veranstaltung von Thapelo Mkushane aus Südafrika. Für den Zweiten IFAPA-Gipfel waren insgesamt 21 MedienvertreterInnen akkreditiert. (449 Wörter)
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