Lutherischer Weltbund

Lutherische Welt-Information

15.07.2003
Unsere Familien, Gemeinschaften, Kinder und Kirchen brauchen Hilfe und Schutz
 

US-amerikanische Journalistin Greene fordert Kampf gegen Ungerechtigkeit und Leid

Guelph (Kanada)/Genf, 15. Juli 2003 (LWI)
– Mit der Aufforderung, das Thema Menschenrechte und den Zugang zu medizinischer Versorgung aufzugreifen sowie sich verstärkt sozialen und politischen Themen, die eine gerechtere und friedlichere Gesellschaft fördern, zuzuwenden, hat sich die US-amerikanische Journalistin Krystal Greene an die rund 90 TeilnehmerInnen der Vorbereitenden Jugendkonferenz zur Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB), die vom 12. bis 18. Juli im kanadischen Guelph stattfindet, gewandt.

Greene verwies auf die Angaben des Entwicklungsindex der Vereinten Nationen, nach dem von den 4,6 Milliarden Menschen, die in Entwicklungsländern leben, rund 850 Millionen AnalphabetInnen seien, nahezu eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser sowie 2,4 Milliarden keinen Zugang zu sanitären Anlagen haben. Weltweit lebten nahezu drei Milliarden Menschen von weniger als zwei US-Dollar pro Tag, schätzungsweise vier Millionen Säuglinge überlebten nicht die erste Lebenswoche. „Unsere Familien, unsere Gemeinschaften, unsere Kinder und unsere Kirchen brauchen dringend Hilfe und Schutz“, betonte die Journalistin, die als Moderatorin bei Channel One News, einem US-amerikanischen Schulfernseh-Netzwerk mit rund acht Millionen ZuschauerInnen täglich, arbeitet.

Es sei erschütternd, sich diese Zahlen des Elends zu vergegenwärtigen, so Greene. Diese offenen Wunden führten dazu, dass Familien und Gemeinschaften zersplitterten und sich die Kinder nicht entsprechend ihrer Begabungen entwickeln könnten. Diejenigen, die sich für die Armen engagierten, würden eine Brücke schlagen zwischen denen, die um ihre menschliche Würde kämpfen und denen, die den Wunsch haben, Leben zu retten. Auf diese Weise beginne der Prozess der Heilung der Ungerechtigkeit in dieser Welt, betonte Greene.

Es sei unmöglich, seinem Glauben und seiner Nachfolge gerecht zu werden, ohne sich um andere Menschen, um die Schöpfung zu sorgen und zu kümmern. Greene kritisierte die vielfältigen Mauern, die Menschen voneinander trennen, Mauern des Materialismus, des Konsumdenkens, der Vorurteile, der sozialen Schichten, der Herkunft, der Misskommunikation sowie der Missverständnisse. Zu oft würden andere ausgeschlossen. Sobald jemand anders sei, nicht die gleichen Erfahrungen teile, werde er/sie ausgegrenzt.

Greene rief in ihrem Referat die Kirchen dazu auf, aufgrund der menschlichen Würde kein Unrecht wie Armut, Verletzung der Menschrechte, Ausgrenzung aufgrund der Herkunft, des Geschlechts oder der Klasse zu tolerieren. Sie forderte zum Gespräch über alle Trennung hinweg auf, da mit dem Gespräch die Heilung beginne. In einem Zeitalter, in dem die Armut erschreckend zunehme und die HIV/AIDS-Pandemie jährlich Millionen Menschenleben fordere, liege die Aufgabe klar auf der Hand, so Greene. Die Aufgabe sei das Ringen um die Achtung der Menschenrechte und der Kampf gegen die Trennungen in Kirche und Gesellschaft.

An der Vorbereitenden Jugendkonferenz zur Vollversammlung nehmen rund 90 Jugenddelegierte und Stewards aus 54 Ländern teil. Es ist die letzte von insgesamt sieben Tagungen im Vorfeld der Zehnten LWB-Vollversammlung, die sich aus der Perspektive der verschiedenen Regionen sowie aus der Perspektive von Frauen und Jugend mit Thema und Inhalt der Vollversammlung beschäftigen. Die LWB-Vollversammlung zum Thema „Zur Heilung der Welt“ findet vom 21. bis 31. Juli 2003 im kanadischen Winnipeg statt. Gastgeberin ist die Evangelisch-Lutherische Kirche in Kanada (ELKIK).

Den Anfang der Tagungen im Vorfeld der Zehnten LWB-Vollversammlung machte die Vorbereitende Konsultation der Frauen zur Vollversammlung vom 14. bis 19. November 2002 in Montreux (Schweiz). Die erste von insgesamt fünf regionalen Vorbereitungstagungen fand vom 23. bis 26. Januar in Nordamerika (Denver, Colorado/USA) statt, gefolgt von Europa, 23. bis 26. Februar in Wien (Österreich), Asien, 2. bis 6. März in Medan (Indonesien), Afrika, 23. bis 26. März in Nairobi (Kenia) sowie Lateinamerika, 6. bis 9. April in San Salvador (El Salvador).

In Winnipeg werden zur Zehnten Vollversammlung im Juli 2003 rund 800 TeilnehmerInnen erwartet, einschliesslich der über 430 Delegierten aus den 136 LWB-Mitgliedskirchen. Die Vollversammlung ist das oberste Entscheidungsgremium des LWB und tritt in der Regel alle sechs Jahre zusammen. (618 Wörter)

Den vollen Wortlaut des Referats von Krystel Greene finden Sie in englischer Sprache auf der Vollversammlungs-Webseite unter: http://www.lwf-assembly.org/lwfimages/Healing_Krystel_Greene.pdf www.lwf-assembly.org/lwfimages/Healing_Krystel_Greene.pdf

 

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