Lutherischer Weltbund

Lutherische Welt-Information

26.03.2003

Wenn die Jugend keine Heilung erfährt, kann auch die Welt nicht geheilt werden

Afrikanische Jugenddelegierte fordern lutherische Kirchen auf: Nutzt unser Talent und unsere Energie

Nairobi (Kenia)/Genf, 26. März 2003 (LWI)
- Mit der Aufforderung, ihr Talent und ihre Energie auf allen kirchlichen Ebenen stärker zu nutzen, haben sich die afrikanischen Jugenddelegierten der Zehnten Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) an ihre Kirchen gewandt. Sie hätten den lutherischen Kirchen so viel anzubieten, das sollte weder ignoriert noch eingeschränkt werden, so die rund 25 Jugenddelegierten in ihrer Botschaft an die afrikanische Vorbereitende Konsultation zur Vollversammlung, die vom 23. bis 26. März zusammen mit der LeiterInnenkonsultation der Afrikanischen lutherischen Gemeinschaft in Nairobi (Kenia) stattfindet.

Weiterhin erklärten die Jugenddelegierten, sie benötigten Unterstützung und Ausrüstung, um ihre Talente und Kreativität besser nutzen zu können bei der Suche nach oder Schaffung von Arbeitsplätzen. Sie benötigten vor allem Berufsbildungszentren, um nicht weiter auf die Regierung oder das Elternhaus angewiesen zu sein.

In ihrer Botschaft kritisierten die Jugenddelegierten den Mangel an Verständnis zwischen Jugend, Älteren und Kirchenleitungen. In diesem Bereich gebe es Kommunikationslücken sowie ein Widerstreben, sich von althergebrachten Traditionen zu trennen, die möglicherweise nicht mehr für junge Menschen zutreffend sind. Auch schränke der Konservativismus in Gottesdienst und Gebet die Kreativität der Jugend ein. Predigten müssten einen relevanten Bezug zum täglichen Leben der Jugend haben, forderten die Jugenddelegierten in ihrer Botschaft.

Im Hinblick auf die HIV/AIDS-Pandemie in Afrika beklagten die Jugenddelegierten, dass der sozio-ökonomische Zerfall in ihren Gesellschaften zu einer immer weiter ansteigenden HIV-Infektionsrate vor allem unter jungen Menschen führe, die einhergehe mit einer hohen Arbeitslosenrate, Prostitution und häufig wechselnden SexualpartnerInnen. Weitere Gründe für die HIV/AIDS-Pandemie lägen in schädlichen traditionellen Praktiken wie der weiblichen Genitalverstümmelung oder Body Piercing sowie in Drogen- und Alkoholmissbrauch.

Die Jugenddelegierten kritisierten die vielen Formen von Gewalt, denen sie ausgesetzt seien. Hierzu gehörten Vergewaltigung, Inzest, Terrorismus, ethnisch-religiöse Intoleranz, politische Instabilität sowie die weit verbreiteten Aktivitäten von Jugendbanden.

Im Blick auf das Thema der Zehnten LWB-Vollversammlung "Zur Heilung der Welt" betonten die Jugenddelegierten, Heilung müsse ganzheitlich sein. Wenn die Jugend keine Heilung erfahre, gebe es auch keine Heilung für die Welt.

Die afrikanische Konsultation ist die vierte von insgesamt fünf regionalen Tagungen im Vorfeld der Zehnten LWB-Vollversammlung, die sich aus der Perspektive der verschiedenen Regionen mit Thema und Inhalt der Vollversammlung beschäftigen. Die LWB-Vollversammlung findet vom 21. bis 31. Juli 2003 in Winnipeg (Kanada) statt, Gastgeberin ist die Evangelisch-Lutherische Kirche in Kanada (ELKIK).

Die erste regionale Vorbereitungstagung fand vom 23. bis 26. Januar in Nordamerika (Denver, Colorado/USA) statt, gefolgt von der europäischen Vorbereitenden Konsultation vom 23. bis 26. Februar in Wien (Österreich) sowie der asiatischen Konsultation vom 2. bis 6. März in Medan (Indonesien). Eine weitere Tagung ist geplant in Lateinamerika & Karibik vom 6. bis 9. April (San Salvador, El Salvador). Die Vorbereitende Konsultation der Frauen zur Vollversammlung fand vom 14. bis 19. November 2002 in Montreux (Schweiz) statt. Den Abschluss der vorbereitenden Konferenzen bildet im Juli 2003 eine globale Jugendkonferenz in der Nähe von Toronto (Kanada).

In Winnipeg werden zur Zehnten Vollversammlung etwa 1.000 TeilnehmerInnen erwartet, einschliesslich der 436 Delegierten aus den 136 LWB-Mitgliedskirchen. Die Vollversammlung ist das oberste Entscheidungsgremium des LWB und tritt in der Regel alle sechs Jahre zusammen. (527 Wörter)


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