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Afrikanische Konsultation zur Vorbereitung auf LWB-Vollversammlung bietet Möglichkeit, sich über Visionen von Gemeinschaft auszutauschen
Nairobi (Kenia)/Genf, 26. März 2003 (LWI) – Der Krieg gegen den Irak hätte vermieden werden können, betonte der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), Pfr. Dr. Ishmael Noko, vor den TeilnehmerInnen der afrikanischen Vorbereitenden Konsultation zur LWB-Vollversammlung in Nairobi (Kenia). Es habe ausreichend Möglichkeiten gegeben, dass die UN-InspektorInnen effektiv ihre Arbeit hätten fortsetzen können, so Noko. An der Vorbereitenden Konsultation, die vom 23. bis 26. März zusammen mit der LeiterInnenkonsultation der Afrikanischen lutherischen Gemeinschaft stattfindet, nehmen rund 110 VertreterInnen und Vollversammlungsdelegierte der afrikanischen LWB-Mitgliedskirchen teil.
Der Krieg gegen den Irak teile die Welt in eine „Koalition der Willigen“ und der „Unwilligen“, er teile aber auch Europa in ein „altes“ und ein „neues Europa“. Die Konsultation der afrikanischen Vollversammlungsdelegierten bezeichnete Noko als ein Zeugnis und Bekenntnis gegen die Auflösung und Zerstörung von Gemeinschaft. Es sei Aufgabe und Anliegen des LWB, Brücken zu bauen und zum Aufbau von Gemeinschaft beizutragen. Er sei sich dabei bewusst, so Noko, dass die Delegierten selbst aus sehr schwierigen Kontexten kommen, die der Heilung bedürften. Der Lutherische Weltbund versuche, einen Beitrag zur Heilung des afrikanischen Kontinents zu leisten. Dies geschehe sowohl im Bereich der Menschenrechte, des interreligiösen Dialogs und im Ringen um wirtschaftliche Gerechtigkeit als auch im Bereich der Gleichstellung von Frauen und der Einbeziehung der Jugend.
Der Krieg gegen den Irak untergrabe alles, wofür sich der LWB in den vergangenen Jahrzehnten eingesetzt habe, betonte Noko vor JournalistInnen in Nairobi. Frieden, Versöhnung und Dialog seien gefährdet. Er befürchte, so der LWB-Generalsekretär, dass das von der Charta der Vereinten Nationen vorgegebene System der kollektiven Sicherheit geschwächt werde und damit alle Errungenschaften seit Ende des Zweiten Weltkriegs zur Disposition stünden.
Im Blick auf die Verpflichtungen, die die Delegierten der Neunten LWB-Vollversammlung 1997 in Hongkong eingegangen waren, betonte Noko, dass im Bereich der Gleichstellung von Frauen sowie der Ordination von Frauen noch verstärkte Anstrengungen unternommen werden müssten. Hinsichtlich der Einbeziehungen von jungen Menschen in die Arbeit der LWB-Leitungsgremien erklärte Noko, dass es in den vergangenen 20 Jahren gelungen sei, von einer Vertretung von Jugenddelegierten zu einer wirklichen Beteiligung junger Menschen überzugehen. Er hoffe, dass dies auch in den Leitungsebenen der LWB-Mitgliedskirchen geschehe.
Die Vorbereitenden Konsultationen dienten vor allem dem Ziel, die Delegierten intensiv auf die Vollversammlung vorzubereiten, um ihnen eine aktive Teilnahme in all ihren Aspekten zu ermöglichen, betonte der Direktor der LWB-Abteilung für Mission und Entwicklung (AME), Pfr. Dr. Péri Rasolondraibe. Dies sei insbesondere von grosser Bedeutung, da rund zwei Drittel der TeilnehmerInnen zum ersten Mal an einer Vollversammlung teilnähmen. Die AME ist für die Koordination aller Vorbereitenden Konsultationen verantwortlich. Weiterhin organisiert sie ein Begleitprogramm, das Besuche bei Gemeinden und kirchlichen Programmen in der gastgebenden Region der Vollversammlung anbietet.
Die LWB-Region Afrika ist in drei Subregionen gegliedert – in die Lutherische Gemeinschaft Zentral- und Ost-Afrika (LUCCEA), die Lutherische Gemeinschaft Südliches Afrika (LUCSA) und die Lutherische Gemeinschaft West-Afrika (LUCWA). Die 29 afrikanischen LWB-Mitgliedskirchen haben insgesamt 11,9 Millionen Mitglieder in 21 Ländern. Jede dieser Regionen habe ihre eigenen historischen, kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und kirchlichen Besonderheiten, so Rasolondraibe. Doch sie alle formten eine Gemeinschaft lutherischer Kirchen in Afrika. Die afrikanische Vorbereitende Konsultationen biete daher auch in Auseinandersetzung mit dem Thema der Vollversammlung „Zur Heilung der Welt“ die Möglichkeit, sich über Visionen von Gemeinschaft auszutauschen und zu verständigen.
Die afrikanische Konsultation ist die vierte von insgesamt fünf regionalen Tagungen im Vorfeld der Zehnten LWB-Vollversammlung, die sich aus der Perspektive der verschiedenen Regionen mit Thema und Inhalt der Vollversammlung beschäftigen. Die LWB-Vollversammlung findet vom 21. bis 31. Juli 2003 in Winnipeg (Kanada) statt. Gastgeberin ist die Evangelisch-Lutherische Kirche in Kanada (ELKIK).
Die erste regionale Vorbereitungstagung fand vom 23. bis 26. Januar in Nordamerika (Denver, Colorado/USA) statt gefolgt von der europäischen Vorbereitenden Konsultation vom 23. bis 26. Februar in Wien (Österreich) sowie der asiatischen Konsultation vom 2. bis 6. März in Medan (Indonesien). Eine weitere Tagung ist geplant in Lateinamerika & Karibik vom 6. bis 9. April (San Salvador, El Salvador). Die Vorbereitende Konsultation der Frauen zur Vollversammlung fand vom 14. bis 19. November 2002 in Montreux (Schweiz) statt. Den Abschluss der vorbereitenden Konferenzen bildet im Juli 2003 eine globale Jugendkonferenz in der Nähe von Toronto (Kanada).
In Winnipeg werden zur Zehnten Vollversammlung etwa 1.000 TeilnehmerInnen erwartet, einschliesslich der 436 Delegierten aus den 136 LWB-Mitgliedskirchen. Die Vollversammlung ist das oberste Entscheidungsgremium des LWB und tritt in der Regel alle sechs Jahre zusammen. (737 Wörter)
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