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Eröffnungsgottesdienst der europäischen Vorbereitenden Konsultation zur LWB-Vollversammlung
Wien (Österreich)/Genf, 23. Februar 2003 (LWI) – Zum Gebet für den Frieden hat der Bischof der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Österreich, Mag. Herwig Sturm, aufgerufen. In seiner Predigt im Eröffnungsgottesdienst der europäischen Vorbereitenden Konsultation zur Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) erklärte Sturm heute, 23. Februar, in der Lutherischen Stadtkirche Wien (Österreich), „ich bete dafür, dass Saddam Hussein an die Menschen seines Landes denkt und ihnen diesen Krieg erspart“. Ebenso bete er darum, dass US-Präsident George W. Bush seine Verantwortung für die Welt in einer anderen Weise wahrnehme als durch Zerstörung und Krieg. Er hoffe, dass die Weltgemeinschaft, insbesondere die USA und Grossbritannien, nicht nur als allerletztes Mittel militärische Gewaltanwendung androhe, sondern zugleich einen ehrlichen Dialog führe, mit dem Ziel der gemeinsamen Sicherheit und des Aufbaus des verhungernden Landes.
Die europäische Konsultation zur Vorbereitung der LWB-Vollversammlung, die vom 23. bis 26. Februar in Wien stattfindet, tage zu einer Zeit, da der Krieg im Irak immer wahrscheinlicher werde und immer näher komme, so Sturm. Auch in Wien hätten Tausende Menschen um Frieden gebetet, Zehntausende seien auf die Strasse gegangen, weltweit Millionen. Im Zusammenhang mit diesem Engagement habe es in jüngster Zeit in Österreich Vorwürfe gegeben, erklärte Sturm, ChristInnen seien blauäugig, IllusionärInnen oder gar HeuchlerInnen, weil sie auch keine Antwort wüssten auf die schwierige, komplizierte Situation der Welt. Bedeute die Teilnahme der ChristInnen am Ringen um eine friedliche Lösung, dass sie der Wirklichkeit nicht ins Auge sehen wollen, fragte der Bischof von rund 355.000 LutheranerInnen. Er bete darum, dass die Kenntnisse und die Haltungen, die die Kirchen im ökumenischen Dialog und im interreligiösen Gespräch praktizierten, auch in der Politik angewendet werden und Früchte bringen.
Sturm betonte, die Kirche sei kein „blauäugiger Verschönerungsverein“, sondern nehme die Welt wahr, wie sie sei, hart, frustrierend, voller Widerstände und vergeblicher Mühe für jeden, der etwas zum Wachsen und Blühen bringen wolle. In diese Welt, so Sturm, falle der Samen des Wortes Gottes, „wehrlos und leise, aber mit einer Kraft, die Leben schafft und befreit“. Dieses Wort Gottes sei menschenfreundlich, gerade auch für diejenigen, die sonst so unfreundlich vom Schicksal, von ihren Mitmenschen oder von struktureller Gewalt und Unrecht behandelt würden. Ihnen gelte dieses Wort besonders und sie sollten es hören.
Im Blick auf die christlichen Kirchen vermerkte der Bischof kritisch: „Die Welt wartet auf Modelle von Begegnung, die entfeinden; auf Schritte, die versöhnen, auf Brot, das nährt und wir feilen am Profil unserer Kirchen, sichern ihren Bestand oder kämpfen um die besten Plätze.“
Die europäische Vorbereitende Konsultation zur Vollversammlung (VKV) findet auf Einladung der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Österreich in Wien statt. Es ist die zweite von insgesamt fünf regionalen Tagungen im Vorfeld der Zehnten LWB-Vollversammlung, die sich aus der Perspektive der verschiedenen Regionen mit Thema und Inhalt der Vollversammlung beschäftigen. Die LWB-Vollversammlung zum Thema „Zur Heilung der Welt“ findet vom 21. bis 31. Juli 2003 in Winnipeg (Kanada) statt. Gastgeberin der Vollversammlung ist die Evangelisch-Lutherische Kirche in Kanada (ELKIK).
Im Mittelpunkt der europäischen Konsultation zur Vorbereitung der Vollversammlung stehen Fragen der wirtschaftlichen Globalisierung, der Zusammenarbeit der europäischen LWB-Mitgliedskirchen und die Vorbereitung auf die Zehnte LWB-Vollversammlung. Das Programm der Konsultation zielt darauf ab, die Vollversammlungsdelegierten sowohl auf die inhaltlichen als auch auf die praktischen Aspekte der Arbeit bei der Vollversammlung vorzubereiten. Die Tagung bietet den Delegierten der europäischen Mitgliedskirchen darüber hinaus Gelegenheit zum Gedankenaustausch und lädt sie zur Koordination gemeinsamer Interessen und Angelegenheiten bezüglich der Tagesordnung der Vollversammlung ein.
An der europäischen Konsultation nehmen rund 80 Personen teil, darunter über 60 Vollversammlungsdelegierte der europäischen LWB-Mitgliedskirchen. In Winnipeg werden zur Zehnten Vollversammlung etwa 1.000 TeilnehmerInnen erwartet, einschliesslich der 436 Delegierten aus den 136 LWB-Mitgliedskirchen. Die Vollversammlung ist das oberste Entscheidungsgremium des LWB und tritt in der Regel alle sechs Jahre zusammen.
Die erste regionale Vorbereitungstagung fand vom 23. bis 26. Januar in Nordamerika (Denver, Colorado/USA) statt. Weitere Tagungen sind geplant in Asien vom 2. bis 6. März (Medan, Indonesien), in Afrika vom 23. bis 26. März (Nairobi, Kenia) sowie in Lateinamerika & Karibik vom 6. bis 9. April (San Salvador, El Salvador). Die Vorbereitende Konsultation der Frauen zur Vollversammlung fand vom 14. bis 19. November 2002 in Montreux (Schweiz) statt. Den Abschluss der vorbereitenden Konferenzen bildet im Juli 2003 eine globale Jugendkonferenz in der Nähe von Toronto (Kanada). (720 Wörter)
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