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LWB unterstützt DorfbewohnerInnen von Kajuni im Kampf gegen Dürre und Hunger
Kajuni (Malawi)/Genf, 3. Dezember 2002 (LWI) - Es ist ein heisser, trockener Tag und die geringste Bewegung wirbelt Staub auf. Als wir im Dorf Kajuni halten, ist unser Wagen mit einer dicken Staubschicht bedeckt. Kajuni liegt in der Provinz Chikwawa im Süden Malawis, einer der vielen von der Dürre heimgesuchten Regionen des Landes im südlichen Afrika.
Der Wassermangel ist nicht zu übersehen. Weit und breit gibt es keinen feuchten Boden, sondern nur unfruchtbare Erde zwischen kleinen Lehmhütten. Wie in zahlreichen anderen Dörfern wächst auch hier nicht viel.
Es gibt jedoch Alternativen. Die DorfbewohnerInnen von Kajuni sind aktiv am Kampf gegen den Hunger beteiligt sowie gegen das schlimmste denkbare Schicksal: den Hungertod. In Kajuni ist die Alternative der neue Dorfbrunnen, der allmählich Gestalt annimmt. In vier Metern Tiefe arbeitet Christopher hart, er gräbt Steine aus dem lehmigen und zähen Boden aus.
Das Brunnenprojekt zur Gewinnung von sauberem Trinkwasser sei ein sichtbares Zeichen der Anstrengungen des Evangelisch-Lutherischen Entwicklungsprogramms (ELEP), den Hunger zu bekämpfen, betont Christone Muthubule, ELEP-Projektleiterin in Chikwawa. „Wasser ist die Grundvoraussetzung für das Anpflanzen von Mais. Und genau das wollen wir. Denn Mais ist hier die wichtigste Feldfrucht.“ Das ELEP in Malawi gehört zu den Länderprogrammen des Lutherischen Weltbundes (LWB) und steht unter Leitung der LWB-Abteilung für Weltdienst (AWD). Es wurde 1989 auf Bitten der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Malawi und der Regierung Malawis ins Leben gerufen. Wichtigstes Ziel war Hilfe für mosambikanische Flüchtlinge, die damals ins Land gekommen waren.
In der Vergangenheit funktionierte die Landwirtschaft in Kajuni ohne grössere Schwierigkeiten. Sie produzierte ausreichend Lebensmittel für den Eigenbedarf. Im vergangenen Jahr änderte sich jedoch die Situation. Zu Jahresbeginn gab es Überflutungen und die gesamte Ernte wurde weggeschwemmt. Als sich das Wasser zurückzog, kam die Dürre. Während einer normalen Dürreperiode können die Menschen mit Knollenfrüchten wie Maniok und süssen Kartoffeln überleben. Aber selbst diese wurden vernichtet, als die Erde austrocknete. Gegenwärtig überleben die DorfbewohnerInnen mit wenigen verbliebenen Knollenfrüchten und Wurzeln sowie wilden Früchten, die gewöhnlich als ungeniessbar gelten. Das Essen ist keineswegs nahrhaft. Es bleibt aber keine andere Wahl. Es geht einfach darum, irgend etwas im Magen zu haben.
Die Kinder sind schwach und unterernährt. Ein Dorfbewohner sagte zu uns: „Helfen Sie - wir drohen zu verhungern. Wenn wir in den nächsten paar Monaten keine Hilfe bekommen, ist zu erwarten, dass viele den Hungertod sterben. Schon jetzt leiden vielen an Krankheiten, die mit dem Hunger einhergehen. Nahrung ist nach wie vor zu haben, doch zu unerschwinglichen Preisen. Für Nahrung, die wir uns leisten können, müssen wir bis nach Mosambik gehen.“ Deswegen sind viele Männer weggegangen, um Geld für Nahrungsmittel zu verdienen.
Das ELEP versucht in Kajuni neue Aktivitäten zu initiieren, die den Menschen ein Grundeinkommen zur Sicherung des Lebensunterhalts garantieren sollen. Fischfang und Fischzucht wurden in einigen Gebieten der Provinz eingeführt. Mit der Fischzucht kann die lokale Bevölkerung auf unkomplizierte Weise Geld verdienen und eine Grundlage für die Zukunft aufbauen. Für LWB-Vertreter Dr. Eliawony Meena aus Blantyre (Malawi) gibt es keinen Zweifel darüber, was getan werden sollte. „Es ist wichtig, dass wir finanzielle Mittel erhalten, um die laufende Unterstützung in der Gegend ausweiten zu können. Wir haben bereits eine Vielzahl von Projekten, die zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion dienen. Es ist tragisch, dass die Dürre diese Entwicklung verlangsamt.“
Ein weiteres ELEP-Projekt ist eine neue Gärtnerei für Feldfrüchte, die resistent sind gegen Dürre und dreimal im Jahr geerntet werden können. Frauen züchten die kleinen Setzlinge, die dann an DorfbewohnerInnen weitergegeben werden, die Feldfrüchte anbauen.
Inzwischen hat Christopher bei seinem Brunnenbau eine Pause eingelegt. Das erste Wasser hat eben durch den Brunnengrund zu sickern begonnen. Er muss jedoch noch 1,5 bis 2 Meter weiter graben, damit der Schacht tief genug ist, um den Brunnen auch in länger anhaltenden Dürreperioden vor dem Austrocknen zu bewahren. Erst dann können die BewohnerInnen von Kajuni ihre Felder neu bestellen. (650 Wörter)
(Ein Beitrag von LWI-Korrespondent Michael Jensen aus Kopenhagen (Dänemark) nach einem Besuch des LWB-Länderprogramms in Malawi.)
Dieser Beitrag gehört zu einer Feature-Serie der Lutherischen Welt-Information (LWI) zum Thema der Zehnten LWB-Vollversammlung 2003 „Zur Heilung der Welt“. Die Serie beleuchtet die Relevanz des Vollversammlungsthemas in den verschiedenen regionalen und lokalen Kontexten der weltweiten lutherischen Gemeinschaft und stellt Projekte der Versöhnung und Heilung vor angesichts weltweiter Bedrohung. Die Zehnte LWB-Vollversammlung findet vom 21. - 31. Juli 2003 in Winnipeg (Manitoba/Kanada) statt.
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