Lutherischer Weltbund

Lutherische Welt-Information

02.12.2002
Der Frieden Afrikas liegt in den Händen der einfachen Menschen
 

Stellvertretende Generalsekretärin lutherischer Kirche Tansanias fordert Engagement für den Frieden

Montreux (Schweiz)/Genf, 2. Dezember 2002 (LWI)
– Frieden zu schaffen auf dem afrikanischen Kontinent liege in den Händen der einfachen Menschen, betonte Loe-Rose Mbise, Stellvertretende Generalsekretärin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania (ELKT), während der Vorbereitenden Konsultation der Frauen zur Zehnten Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) vom 14. bis 17. November in Montreux (Schweiz). Es seien nicht die Staats- und Regierungschefs, nicht die ReligionsführerInnen bzw. die Elite oder die Gebildeten, die Afrika einer friedlichen Zukunft näher bringen könnten. „Wenn ich in Tansania weiss, dass Menschen in Mosambik, Südafrika, Sierra Leone, Liberia und anderen Ländern nicht nur an den Frieden in ihrem eigenen Land, sondern auch in ganz Afrika denken, dann bin ich geheilt“, erklärte Mbise.

In ihrer Predigt zum Thema „Heilung durch Friedensengagement – Chancen der Friedensarbeit in Afrika“ betonte sie am 17. November, die Bevölkerung Afrikas stehe vor ungeheuren Herausforderungen, die viele mut- und hoffnungslos werden liessen. Doch trotz Armut, HIV/AIDS und einer Vielzahl anderer Probleme und Konflikte gebe es dennoch Möglichkeiten, sich für den Frieden einzusetzen, so Mbise. Mit Blick auf die Frage, wer diese Möglichkeiten nutze, konfrontierte sie ihre ZuhörerInnen mit der Zuspitzung: „Sind wir so sehr daran gewöhnt, die Menschen in Afrika leiden zu sehen, dass wir es nicht mehr sehen, wenn sich Chancen für den Frieden bieten?“ Mbise forderte dazu auf, für den Frieden in Afrika aktiv zu werden und darauf zu vertrauen, dass die Menschen in Afrika das Potenzial haben, Frieden zu schaffen.

Als Beispiele für dieses Potenzial nannte die Stellvertretende ELKT-Generalsekretärin den Mut, den Willen und die Entschlossenheit der Menschen in Afrika, die Spiritualität und den Glauben sowie die reiche Vielfalt der afrikanischen Bevölkerung. Afrikas Spaltung durch die Kolonialherrschaft habe „die Menschen auf dem Kontinent lange Zeit voneinander getrennt“, so Mbise. Aber darin liege auch eine Chance: die Folgeerscheinungen der Kolonialherrschaft wie Bürgerkriege, Apartheid etc. würden trotz ihrer tragischen Auswirkungen auch die Chance beinhalten, viele Menschen zusammenzubringen. Sie frage sich, ob das leidvolle Flüchtlingsproblem in eine Chance verwandelt werden könne, die es künftigen Generationen ermöglichen werde, nicht noch einmal die gleichen Erfahrungen machen zu müssen.

Religiöse Überzeugungen und Werte, die eine zentrale Rolle im Leben afrikanischer Menschen spielten, seien „eine Quelle der Hoffnung und Ermutigung“. Mit ihrer Hilfe könnten kulturelle und andere Schranken, die Friedensinitiativen behinderten, überwunden werden. Mbise forderte die Vertreterinnen der LWB-Mitgliedskirchen auf, die zahlreichen Möglichkeiten zu erkennen, „die sich uns als Gemeinschaft von Gläubigen und als Leib Christi bieten“, und sie für unsere Heilung zu nutzen. „Friedensengagement in Afrika ist Heilung für Afrika und für die Welt“, betonte sie abschliessend.

Die Konsultation der Frauen, an der rund 60 Delegierte aus den LWB-Mitgliedskirchen teilnahmen, war die erste von insgesamt sieben Vorkonferenzen im Vorfeld der Zehnten LWB-Vollversammlung. Neben der Vorbereitenden Konsultation der Frauen sind fünf regionale Konsultationen (in Afrika, Asien, Europa, Lateinamerika & Karibik sowie Nordamerika) und eine globale Konsultation der Jugend geplant. Die Zehnte Vollversammlung findet auf Einladung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kanada (ELKIK) vom 21. bis 31. Juli 2003 im kanadischen Winnipeg statt und steht unter dem Thema: „Zur Heilung der Welt“. (519 Wörter)

 

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