Lutherischer Weltbund

Lutherische Welt-Information

19.11.2002
LWB-Generalsekretär Noko: Vollversammlungen sind Meilensteine in LWB-Geschichte
 

Vorbereitende Konsultation der Frauen ist der Beginn der Zehnten LWB-Vollversammlung

Montreux (Schweiz)/Genf, 19. November 2002 (LWI)
– Jede Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) habe ihren eigenen Charakter, „doch Winnipeg wird nur einzigartig sein, wenn auch die entsprechenden Vorkonferenzen einzigartig sind“, betonte LWB-Generalsekretär Pfr. Dr. Ishmael Noko während der Vorbereitenden Konsultation der Frauen zur Zehnten LWB-Vollversammlung vom 14. bis 17. November in Montreux (Schweiz). Vollversammlungen seien die Meilensteine und Eckpfeiler in der Geschichte des LWB, so Noko. Die Zehnte LWB-Vollversammlung findet auf Einladung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kanada (ELKIK) vom 21. bis 31. Juli 2003 im kanadischen Winnipeg statt und steht unter dem Thema: „Zur Heilung der Welt“.

Die Delegierten der Zehnten Vollversammlung, der ersten des 21. Jahrhunderts, die aus allen lutherischen LWB-Mitgliedskirchen kommen werden, treffen sich im Juli 2003 im Kontext der Dekade zur Überwindung der Gewalt (2001 – 2010) des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), so Noko. Der „bescheidene Beitrag des LWB in diesem Prozess“ sei das Studiendokument „Kirchen sagen ‚NEIN‘ zur Gewalt gegen Frauen“, das unter Leitung des Referats für Frauen in Kirche und Gesellschaft der LWB-Abteilung für Mission und Entwicklung (AME) publiziert wurde. Das LWB-Frauenreferat war auch für die Organisation der Vorbereitenden Konsultation der Frauen zuständig.

Dieses Studiendokument sei neben den Mitgliedskirchen auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden, erklärte der LWB-Generalsekretär. „Die zunehmende Gewalt in unserer Mitte, besonders gegen Frauen, Kinder und Jugendliche, muss im Zusammenhang mit Friedensinitiativen auf allen Ebenen angesprochen werden“. Ein weiteres Thema der Vollversammlung sei die Frage, was es bedeute, inklusive Kirche zu sein, sowie die Frauenordination. Trotz der grossen Fortschritte, die bereits erzielt worden seien, würden noch immer ein Drittel der gegenwärtig 136 Mitgliedskirchen keine Frauen ordinieren.

Eine gute Partnerschaft zwischen Männern und Frauen sowie zwischen Jung und Alt sei heute von ausschlaggebender Bedeutung, betonte Noko. Mit Blick auf die Vorgaben der LWB-Vollversammlung, dass mindestens 50 Prozent der Vollversammlungsdelegierten Frauen und 20 Prozent Jugendliche sein sollen, erklärte Noko, dass die Beteiligung der Jugendlichen bisher leider noch nicht den gewünschten Umfang erreicht habe. Er bedauere dies sehr und „dieses Problem“ müsse noch gelöst werden.

Pfr. Dr. Péri Rasolondraibe, AME-Direktor, betonte in seiner Begrüssungsansprache, Sinn und Ziel der Vorbereitenden Konferenzen sei, die Delegierten „vorzubereiten, auszurüsten und stark zu machen, damit sie einen sinnvollen Beitrag zur Vollversammlung leisten können“. Die Abteilung für Mission und Entwicklung ist für die Durchführung der Vorbereitenden Konsultationen verantwortlich.

Rasolondraibe ermutigte die Frauen, die Vorkonferenz zu nutzen, um ihre Themen und Anliegen zum Gegenstand der Vollversammlung im kommenden Jahr zu machen. „Die Vollversammlung beginnt schon hier“, sagte Rasolondraibe. „Sie werden Ihre Erfahrungen von hier zurück in die Regionen und von dort nach Winnipeg tragen.“

Die LWB-Frauenreferentin Priscilla Singh betonte in ihrem Referat zur historischen Entwicklung der Partizipation der Frauen innerhalb des LWB, dass Frauen zwar seit der Gründung des LWB 1947 an den verschiedenen Konferenzen teilgenommen hätten, doch erst 1972 sei erstmals eine Mitarbeiterin eingestellt worden, um Programme spezifisch für Frauen in den Mitgliedskirchen zu erarbeiten. Die erste Vorbereitende Konsultation für Frauen 1976 habe beschlossen, ein Forum für Frauen der Mitgliedskirchen zu gründen. In der Folge entschied die Siebente LWB-Vollversammlung 1984 in Budapest (Ungarn), dass Frauen auf der Achten Vollversammlung 1990 mindestens 40 Prozent und auf der Neunten Vollversammlung 50 Prozent der Delegierten stellen sollen.

Auf der Neunten Vollversammlung 1997 in Hongkong (China) wurde bestätigt, dass Frauen der Weg geebnet werden müsse, um ihre Forderung, in allen LWB-Mitgliedskirchen ordiniert zu werden, voranzubringen. Weiterhin wurden spezielle Frauenprogramme beschlossen, um die besonderen Anliegen der Frauen aktiv zu fördern.

Singh informierte die Teilnehmerinnen, dass es inzwischen in den LWB-Mitgliedskirchen in Europa und Nordamerika 18 Bischöfinnen gebe, wobei eine zu Beginn des nächsten Jahres in ihr Amt eingeführt werde. Weiterhin würden vier Präsidentinnen LWB-Mitgliedskirchen in Südamerika, Asien und Afrika leiten, in Europa gebe es zusätzlich eine Kircheninspektorin im Rang einer Bischöfin. Sie erwarte, so Singh, dass die Anzahl der Frauen in Führungspositionen weiterhin steigt, da bereits 60 Prozent aller TheologiestudentInnen Frauen seien.

Die Konsultation der Frauen war die erste von insgesamt sieben Vorkonferenzen im Vorfeld der Zehnten LWB-Vollversammlung. Neben der Vorbereitenden Konsultation der Frauen finden fünf Regionale Konsultationen (in Afrika, Asien, Europa, Lateinamerika & Karibik sowie Nordamerika) und eine globale Konsultation der Jugend statt. (695 Wörter)

 

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