Lutherischer Weltbund

Zweiter Gipfel der Interreligiösen Initiative für Frieden in Afrika

Südafrikanische Ministerin: Konfliktverhütende Strategien müssen Vorrang haben

Rund 100 Delegierte und Gäste nehmen am „Gipfel der Mütter und Töchter" in Johannesburg (Südafrika) teil. 
© LWB/A. Vlachakis

LWB-Generalsekretär ermutigt Frauen, über Hoffnung für Afrika zu reden

Die südafrikanische Ministerin für Bodenschätze und Energie, Phumzile Mlambo-Ngcuka, hat die VertreterInnen der verschiedenen Glaubenstraditionen in Afrika nachdrücklich aufgefordert, sich durch zukunftsorientierte und wirksame Strategien zur Förderung des Friedens vorrangig um Konfliktverhütung zu bemühen. Die Ministerin eröffnete eine dreitägige Konferenz über die Rolle von Frauen im Friedensprozess, die vom 18. bis 20. April in Benoni bei Johannesburg (Südafrika) stattfindet und dem Zweiten Gipfel der Interreligiösen Initiative für Frieden in Afrika (IFAPA) vorausgeht. Beide Konsultationen wurden vom Lutherischen Weltbund (LWB) und dem Nationalen Forum der ReligionsführerInnen in Südafrika (NRLFSA) koordiniert.

Die südafrikanische Ministerin für Bodenschätze und Energie, Phumzile Mlambo-Ngcuka (li.), während ihrer Ansprache an die TeilnehmerInnen des „Gipfels der Mütter und Töchter" in Johannesburg; Links im Bild: LWB-Generalsekretär Pfr. Dr. Ishmael Noko.
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Mlambo-Ngcuka mahnte zu pragmatischer Friedens- und Entwicklungspolitik und kritisierte, es werde „mehr über Konfliktlösung als über Konfliktverhütung gesprochen". Sie rief die mehr als 100 TeilnehmerInnen des „Gipfels der Mütter und Töchter" auf, sich stärker an den Beratungen auf den Entscheidungsebenen zu beteiligen, da sie mit ihrem Einfluss die Lebensqualität in ihren Gesellschaften verbessern könnten. Gute Politik, so führte sie aus, muss den einfachen Menschen zugute kommen. „Unsere Politik mag ja gelegentlich ganz phantasievoll sein, wenn sie aber den Frauen nichts bringt, dann ist sie wirkungslos. Wenn sie aber den Frauen nützt, dann nützt sie allen Menschen."

Die südafrikanische Ministerin lobte die Frauen in Afrika für die führende Rolle, die sie in verschiedenen Teilen des Kontinents zur Förderung des Friedens innehätten. Frauen seien „nicht zwangsläufig Engel", bemerkte sie. Ihr Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung sei jedoch von entscheidender Bedeutung und weise ihnen eine massgebliche Rolle im Friedensprozess zu. Das Verlangen nach Frieden, so hob sie hervor, reiche über alle religiösen Überzeugungen hinweg.

In seiner Begrüssungsansprache betonte der Initiator der IFAPA, LWB-Generalsekretär Pfr. Dr. Ishmael Noko, der „Gipfel der Mütter und Töchter" im Vorfeld des Interreligiösen Friedensgipfels sei ein Forum, das Frauen ermutigen solle, mitzumachen und Netzwerke aufzubauen, um die Aufgaben zu bewältigen, vor denen ihre jeweiligen Gemeinschaften stünden. „Reden Sie nicht nur über die unüberwindlichen Probleme Afrikas, sondern auch über die Hoffnung für Afrika", so Noko.

Dr. Nokuzola Mndende vertritt die traditionlle afrikanische Religion während der Konsultation im Vorfeld des IFAPA-Gipfels in Johannesburg. 
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Die religiöse Vielfalt in Afrika bezeichnete er als Segen und fügte hinzu, der IFAPA-Gipfel biete den religiösen Traditionen des Kontinents die einzigartige Chance, sich der gemeinsamen Probleme anzunehmen. Zu den Themen, die in den nächsten drei Tagen der Konferenz beraten werden sollen, gehören Strategien zur Einbeziehung des Problems der Gleichberechtigung von Männern und Frauen in den Friedensprozess und in interreligiöse Programme. Die TeilnehmerInnen werden darüber hinaus miteinander ihre Erfahrungen mit der Befähigung von Frauen im Friedensprozess und über die Rolle von Frauen und Müttern bei der Heranbildung von FriedensstifterInnen austauschen.

Auf dem IFAPA-Gipfel vom 21. bis 25. April werden die Frauen die Ergebnisse ihrer Konsultation in einem „Appell einer Mutter für das Wohl Afrikas" vortragen. Sieben religiöse Traditionen werden bei den beiden Treffen vertreten sein.

Die TeilnehmerInnen des Zweiten Gipfeltreffens der IFAPA wollen bei ihrer Zusammenkunft den Aktionsplan überprüfen, auf den sie sich im Oktober 2002 verständigt hatten und in dem sie die ReligionsführerInnen aufrufen, sich tatkräftig an der Konfliktlösung und an friedensstiftenden Initiativen auf dem Kontinent zu beteiligen. Das Gipfeltreffen steht unter dem Leitwort „Zusammenarbeit für Frieden in Afrika".

Weiterhin ist eine Podiumsdiskussion über die Rolle der Medien im Rahmen der Interreligiösen Initiative für Frieden in Afrika mit MedienvertreterInnen aus Ost-, Nord-, Süd- und Westafrika sowie Europa und Nordamerika geplant.

Weitere Informationen zur Interreligiösen Initiative für Frieden in Afrika (IFAPA) finden Sie in englischer Sprache auf der IFAPA-Webseite

Weitere Informationen zum Zweiten IFAPA-Gipfel auf der LWB-Webseite:

Die Lutherische Welt-Information (LWI) hat folgende Nachrichten zum Zweiten IFAPA-Gipfel veröffentlicht: