Interreligiöser Friedensgipfel
14. bis 19. Oktober 2002, Johannesburg (Südafrika)
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ReligionsführerInnen und interreligiöse Gruppen aus 21 Ländern Afrikas nahmen am Interreligiösen Friedensgipfel teil. Von links: Sheikh Kafumba F. Konneh (Interreligiöser Rat Liberias); Lucretia Warren aus Botswana (Bahaismus); Kardinal Wilfrid Napier aus Südafrika (Südafrikanische Bischofskonferenz); Bischof Litsietsi Dube aus Simbabwe (Evangelisch-Lutherische Kirche in Simbabwe); Houna Agbessi Daagbo Hounon und Robert Hounon aus Benin (Traditionelle afrikanische Religion/Vodun Hwendo) sowie Pfr. Dr. Ingo Wulfhorst aus Genf (LWB-Abteilung für Theologie und Studien). © LWB/P. Weinberg |
Interreligiöser Friedensgipfel in Afrika endet mit Verabschiedung eines Aktionsplans
Zum Abschluss des sechstägigen Interreligiösen
Friedensgipfels in Afrika, der vom 14. bis 19. Oktober in Johannesburg
(Südafrika) stattfand, verabschiedeten die mehr als 100 Delegierten
einen Aktionsplan. Die Delegierten riefen alle ReligionsführerInnen
dazu auf, unverzüglich aktiv zu werden im Blick auf Konfliktzonen wie
den Sudan, die Elfenbeinküste, Uganda oder die Demokratische Republik
Kongo. Weiterhin wurde die Bildung eines Komitees beschlossen, das die
Anliegen des vom Lutherischen Weltbund (LWB) initiierten
Interreligiösen Friedensgipfels in Afrika weiterführen sowie die
Umsetzung der Johannesburger
Interreligiösen Erklärung zum Frieden
kontrollieren
soll.
Die bereits am Donnerstag, 17. Oktober, im Konsensverfahren verabschiedete Johannesburger Interreligiösen Erklärung zum Frieden mit dem Titel "Die Gabe des Friedens annehmen" regt unter anderem eine Reihe regionaler Konferenzen in Afrika innerhalb der nächsten 18 Monate an, um die Bemühungen für Frieden auf dem Kontinent fortzusetzen. Ein gesamtafrikanischer Interreligiöser Friedensgipfel soll 2004 bzw. 2005 stattfinden und die Ergebnisse sowie deren Umsetzung des ersten Interreligiösen Friedensgipfels in Afrika überprüfen.
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LWB-Generalsekretär Pfr. Dr. Ishmael Noko (Mitte) mit den
Ehrengästen des Gipfels: Duma Nkosi (li.), Bürgermeister der
Region Ekurhuleni bei Johannesburg, sowie Dr. Barney Pityana
(re.), Präsident der Universität Südafrika. |
Der ausführliche Aktionsplan soll auf nationaler Ebene umgesetzt und auf die spezifischen regionalen Bedürfnisse zugeschnitten werden. Interreligiöse Gruppen in Afrika sollen Probleme aufgreifen, die einer friedlichen Entwicklung auf dem afrikanischen Kontinent entgegenstehen, wie die Verbreitung von Kleinwaffen oder Gesundheits- und Umweltfragen.
In seiner Abschlussrede betonte LWB-Generalsekretär Pfr. Dr. Ishmael Noko, die Erklärung sei ein historischer Schritt, denn sie zeige, "wie weit wir in dem Bemühen um Friedens schon gekommen sind". Der Aktionsplan lege den Grundstein für ein neues Kapitel interreligiöser Begegnungen wie auch in der Geschichte Afrikas.
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Dr. Mangosuthu Buthelezi, Innenminister Südafrikas: "Wir müssen den Frieden suchen ohne Ausnahmen, Entschuldigungen und Kompromisse". © LWB |
Im Namen der Gastgeber, dem National Religious Leaders' Forum of South Africa (NRLFSA - Nationales Forum der ReligionsführerInnen in Südafrika), erklärte Bischof Mvume Dandala, dass sich das Forum sehr geehrt fühle, Ausrichter dieser historischen Konferenz gewesen zu sein. Dandala, Leitender Bischof der Methodistischen Kirche Südafrikas und Präsident des Südafrikanischen Rates der Kirchen, betonte, es sei nun die Hauptaufgabe, "unsere unterschiedlichen Gemeinden von der Bedeutung und dem Wert zu überzeugen, den interreligiösen Dialog und Zusammenhalt zu praktizieren."
In einem Grusswort an die Delegierten des Friedensgipfels erklärte der südafrikanische Innenminister, Dr. Mangosuthu Buthelezi, "wir müssen ein neues Kapitel auf unserem Kontinent aufschlagen. Wir müssen den Frieden suchen ohne Ausnahmen, Entschuldigungen und Kompromisse". Afrika leide an vielen selbst verursachten Wunden, so der Innenminister. Viele dieser Wunden rührten von der mangelnden Bereitschaft her, eine wirkliche Mehrparteien-Demokratie zu unterstützen. Für Buthelezi ist auch in Südafrika die Demokratie noch nicht ausreichend tief verwurzelt und die Bedingungen für einen stabilen und dauerhaften Frieden seien noch nicht endgültig hergestellt. Mehr...
Hier finden Sie den vollen Wortlaut der Johannesburger
Interreligiösen Erklärung zum Frieden mit dem Titel "Die
Gabe des Friedens annehmen" sowie des Aktionsplans
(in englischer
oder französischer
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