Lutherisch/römisch-katholische Beziehungen>
Lutherisch/römisch-katholische Kommission für die Einheit, 2002, Würzburg (Deutschland) |
Die Kontakte zwischen dem LWB und der römisch-katholischen Kirche, die in der Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils geknüpft worden waren, führten zur Einsetzung einer lutherisch/römisch-katholischen Arbeitsgruppe, die 1965 und 1966 zusammenkam. Sie war von beiden Seiten offiziell autorisiert, über mögliche Kontakte, Gespräche und Formen der Zusammenarbeit zu beraten. Die Arbeitsgruppe kam überein, dass ein umfangreicher Dialog über jene grundlegenden Fragen geführt werden müsse, die die beiden Kirchen trennen und verbinden.
Lutherisch/römisch-katholische Kommission für die Einheit, 1998, Oppeln (Polen) |
Nachdem der LWB und die römisch-katholische Kirche die Empfehlungen der Arbeitsgruppe offiziell bestätigt hatten, kam 1967 erstmals eine gemeinsame lutherisch/römisch-katholische Studienkommission zusammen. Nach fünf Sitzungen legte sie 1972 einen Bericht mit dem Titel "Das Evangelium und die Kirche" vor. Dieser Bericht, der als Malta-Bericht bekannt wurde, ist ein wichtiger ökumenischer Versuch, über verschiedene Aspekte der Kirche in einer breiten theologischen Perspektive nachzudenken.
In der darauf folgenden Zeit ging der lutherisch/römisch-katholische Dialog gründlicher auf bestimmte Themen ein, die im Malta-Bericht nur teilweise angesprochen worden waren. Folgende Berichte des internationalen lutherisch/römisch-katholischen Dialogs sind bereits veröffentlicht:
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Das Herrenmahl (1978);
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Wege zur Gemeinschaft (1980);
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Das geistliche Amt in der Kirche (1981);
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Einheit vor uns (1984);
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Kirche und Rechtfertigung (1994).
Die derzeitige lutherisch/römisch-katholische Kommission für die Einheit befasst sich mit der Apostolizität der Kirche. Ein Bericht über ihre Ergebnisse wird für das Jahr 2004 erwartet.
Die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre
Die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre (GE) und ihre feierliche Unterzeichnung am 31. Oktober 1999 in Augsburg (Deutschland) haben die weltweiten lutherisch/römisch-katholischen Beziehungen positiv beeinflusst. Wenn Sie weitere Informationen über diese wichtige ökumenische Entwicklung wünschen, klicken Sie bitte Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre.
Die GE ist das Ergebnis mehrerer Dialog-Phasen zwischen LutheranerInnen und der römisch-katholischen Kirche, die auf regionaler und internationaler Ebene geführt wurden. Zur Zeit läuft ein umfangreiches Studienprogramm zur Weiterarbeit nach der GE. Wenn Sie weitere Informationen zu diesem Studienprogramm wünschen, klicken Sie bitte hier.
Die regionale Ebene
In vielen Teilen der Welt bestehen wichtige regionale Beziehungen zwischen LutheranerInnen und der römisch-katholischen Kirche.
In Deutschland hat der Dialog zwischen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutschen Bischofskonferenz
der römisch-katholischen Kirche einige zentrale theologische Themen angesprochen. Über die Lehrverurteilungen der Reformationszeit in Bezug auf Rechtfertigung, Amt und Sakramente sowie über die Frage ihrer Gültigkeit in der Gegenwart wurde eine umfangreiche Studienarbeit begonnen.
In den USA hat der lutherisch/römisch-katholische Dialog ebenfalls theologische Fragen aufgegriffen, die für den gemeinsamen Glauben von zentraler Bedeutung sind, beispielsweise die Rechtfertigung durch den Glauben. Gleichzeitig beschäftigt man sich auch mit traditionell kontroversen Fragen, so mit Marien- und Heiligenverehrung und dem Petrusamt. Beide regionalen Dialoge haben wesentlich zum Zustandekommen der Gemeinsamen Erklärung beigetragen.






