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Nothilfe & Risikomanagement
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Diese Binnenvertriebenen sind frisch im Lager Jahtondo (Liberia) angekommen und melden sich für die Lebensmittelverteilung an. |
Als humanitäres Organ des Lutherischen Weltbundes (LWB) und Instrument des weltweiten ökumenischen Netzwerks leistet die Abteilung für Weltdienst (AWD) den Opfern von Naturkatastrophen und vom Menschen verursachten Katastrophen sowie den Opfern von bewaffneten Konflikten Hilfe. Mit einem vorausschauenden Eingreifen bei Notsituationen sollen die Risiken und die Bedrohung der betroffenen Bevölkerung verringert und so eine nachhaltige Entwicklung gefördert werden. Über besondere Kompetenz verfügt die AWD im Bereich der langfristigen Arbeit mit Flüchtlingen und Binnenvertriebenen, dementsprechend ist sie die zweitgrösste Partnerorganisation des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR).
Nothilfe
Als Mitglied von ACT (Action by Churches Together – Kirchen helfen gemeinsam) stärkt und fördert die AWD die Fähigkeit der lokalen Bevölkerung, Katastrophen zu bewältigen – ein Faktor, der in direktem Zusammenhang mit der langfristigen Förderung von Nachhaltigkeit steht. Die AWD ist im Bereich Nothilfe die wichtigste operationelle Partnerorganisation von ACT (Action by Churches Together – Kirchen helfen gemeinsam) und agiert als einzige auf der internationalen und lokalen Ebene, da ihre Länderprogramme auch lokal Kapazitäten bereitstellen.
Finanziert wird die AWD-Nothilfearbeit von Partnerorganisationen und Mitgliedskirchen des LWB sowie dem weltweiten ökumenischen Netzwerk, staatlichen Stellen und zwischenstaatlichen Organisationen (insbesondere innerhalb des Systems der Vereinten Nationen).
Katastrophenbereitschaft
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Nachdem der Brahmaputra im Juli 2004 über die Ufer getreten ist, verteilt AWD-Indien Nahrungsmittel an die Opfer der Überflutungen. © LWB/AWD-Indien |
Die AWD hat Zugriff auf qualifiziertes, professionelles Personal, auch in den Partnerorganisationen, das im Katastrophenfall schnell vor Ort zum Einsatz gebracht werden kann. Bei Bedarf kann auch das ACT-Koordinationsbüro auf die MitarbeiterInnen der AWD zugreifen. Katastrophenbereitschaft umfasst die Analyse der in stärker gefährdeten Gebieten bestehenden Risiken und Bedrohungen, die Lagerhaltung von Hilfsgütern sowie die Stärkung der Kapazität in den Bereichen Ernährungssicherheit, Wasser und Abwasser, Wohnraum und soziale Infrastruktur.
Aber auch die gemeinsame Erarbeitung von Nothilfestandards sowie die entsprechende Verpflichtung auf gegenseitige Rechenschaftspflicht gehören zur Katastrophenbereitschaft dazu. Der LWB hat den Verhaltenskodex für die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung und die in der Katastrophenhilfe aktive Nichtregierungsorganisationen unterzeichnet. Er arbeitet ausserdem innerhalb des durch das „Sphere“-Projekt (Humanitarian Charter and Minimum Standards in Disaster Response) gesteckten Rahmens.
Risikomanagement
Naturkatastrophen und vom Menschen verursachte Katastrophen treffen besonders die schwachen und armen Bevölkerungsgruppen. Dies ist bedingt durch den Mangel an materieller und sozialer Infrastruktur, den Mangel an finanziellen Mitteln sowie dem nur geringen Spielraum der lebenserhaltenden Systeme, auf die sich diese Bevölkerungsgruppen stützen können. In dem Masse, in dem nachhaltige Entwicklung in solchen Umfeldern gestärkt wird und die Kapazität der lokalen Gemeinwesen und Organisationen zunimmt, wächst auch die Fähigkeit der Bevölkerung, selbst auf Katastrophen und andere Notlagen angemessen zu reagieren.
Referat für Nothilfe, Flüchtlinge und Binnenvertriebene
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Diese Frau vom Volk der Welo prüft die Qualität des Saatguts aus dem Saatgutlager der Dorfgemeinschaft. |
Entsprechend dem Arbeitsansatz der AWD, bei dem die Menschen und ihre Rechte im Mittelpunkt stehen, hat dieses Referat unter anderem die Aufgabe, die wesentlichen Aspekte des Schutzes der Schwachen in der Gesellschaft und die Wahrung der Rechte von Frauen und Kindern ins Bewusstsein zu rücken und für sie einzutreten.
Innerhalb der AWD in Genf ist das Referat für Nothilfe, Flüchtlinge und Binnenvertriebene für die erfolgreiche Zusammenarbeit des gesamten AWD-Netzwerks in Notsituationen und bei der Versorgung von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen verantwortlich, wobei es eng mit dem ACT-Koordinationsbüro kooperiert. Dabei werden alle Bereiche, wie z.B. die Entwicklung von Richtlinien und Mindeststandards, das Risikomanagement, die Vereinbarungen für die Umsetzung von Projekten, die Einsatzbereitschaft und Nothilfe, abgedeckt.
In den vergangenen acht Jahren war die AWD in komplexen Notsituationen wie etwa im Sudan, in der Demokratischen Republik Kongo, in Ruanda, Liberia, Sierra Leone, Guinea, Angola, auf dem Balkan und im Grenzkonflikt zwischen Äthiopien und Eritrea tätig. Zu den grössten Naturkatastrophen, bei denen der LWB Nothilfe leistete, gehören Hurrikan Mitch in Mittelamerika, die schweren Überschwemmungen in Mosambik und Mauretanien, die katastrophalen Wirbelstürme, die das Küstengebiet von Orissa (Indien) heimsuchten, sowie die Erdbeben in El Salvador und Gujarat (Indien). Auch im Zusammenhang mit Hungerkrisen im südlichen Afrika und am Horn von Afrika - vor allem in Äthiopien und Eritrea, wo chronische Dürre und Hungersnot herrschen - war die AWD aktiv.
Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Michael Hyden, Programmreferent
Roland Kilian Schlott, Programmreferent








