Lutherischer Weltbund

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Anwaltschaft und Kommunikation

Diese Demonstration gegen ungerechte Löhne im Bezirk Kailali wurde von LWB-Nepal und der Partnerorganisation NNDSWO organisiert. © LWB/AWD-Nepal

Die AWD will die Ursachen und Folgen menschlichen Leides kritisch hinterfragen und bekämpfen. Dabei stützt sie sich auf die ökumenische Zusammenarbeit und auf einen Arbeitsansatz, bei dem der Anspruch der Menschen auf ihre Rechte im Mittelpunkt steht (den sog. rights-based approach). Dieser soll das jeweilige Gemeinwesen befähigen, die eigene Entwicklung in die Hand zu nehmen und sich für die eigenen Rechte einzusetzen. So kann die Kapazität entwickelt werden, Problemen gleichzeitig auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene zu begegnen.

Die LWB-Leitsätze für eine nachhaltige Entwicklung (Zum Öffnen der Seite benötigen Sie den Adobe Acrobat Reader) bekräftigen, dass bei nachhaltiger Entwicklung die Menschen und ihr Leben und Wohlergehen („der ganze Mensch“) innerhalb ihres sozialen Umfelds im Mittelpunkt stehen und nicht nur eng definierte wirtschaftliche Faktoren berücksichtigt werden.

Stärkung der lokalen Gemeinwesen

„Gemeindewald“, so verkündet dieses Schild. Der Forstwirtschaftsausschuss der Gemeinde setzt sich für eine nachhaltige Nutzung des Waldes ein. © LWB/AWD-Kambodscha

Der Arbeitsansatz der AWD, bei dem der Anspruch der Menschen auf ihre Rechte im Mittelpunkt steht, fördert insbesondere lokale Anwaltschaftsinitiativen. Dabei geht es u.a. um politische Bewusstseinsbildung, die Unterstützung der Menschen – auch auf dem institutionellen Weg – bei der Inanspruchnahme von staatlichen Stellen und dem Gang vor ein Gericht sowie um die grundlegende Information und Bewusstseinsbildung zu Wesen, Durchsetzung und Anwendung der Menschenrechte in den Gemeinwesen und in staatlichen Einrichtungen.

Lokale und internationale Netzwerke bemühen sich um die Identifizierung von, die Auseinandersetzung mit und die Arbeit an zentralen Themen der Anwaltschaft, mit dem Ziel, den PartnerInnen vor Ort verstärkt Gehör zu verschaffen und deren Kräfte für die Beteiligung an Anwaltschaftskoalitionen zu mobilisieren. Eine besondere Herausforderung ist es, den Arbeitsansatz, bei dem der Anspruch der Menschen auf ihre Rechte im Mittelpunkt steht, in Krisen- und Notsituationen aufrechtzuerhalten wenn keine staatlichen Strukturen existieren, die in die Verantwortung genommen werden können. In diesen Fällen hat sich die Anwendung der Sphere-Charta („Sphere Humanitarian Charter and Minimum Standards in Humanitarian Response“) als äusserst hilfreich erwiesen.

Netzwerke

In Zusammenarbeit mit den LWB-Mitgliedskirchen, Partnerorganisationen und den anderen Abteilungen und Büros innerhalb des LWB-Sekretariats kann die AWD auf vielfältige Instrumentarien zurückgreifen, um Problemen auf nationaler wie internationaler Ebene zu begegnen und die vor Ort gemachten Erfahrungen in die internationalen Grundsatzdiskussionen einzubringen. Wichtig ist hier, dass die lokale Anwaltschaftsarbeit mit der von LWB, Partnerorganisationen und anderen PartnerInnen geleisteten Anwaltschaftsarbeit vernetzt ist.

Diese Netzwerke umfassen auch die Beteiligung am Globalen Ökumenischen Aktionsbündnis und dem Verband Protestantischer Entwicklungsorganisationen in Europa (Association of World Council of Churches related Development Organisations in Europe, APRODEV), der insbesondere im Bereich Entwicklungspolitik mit der Europäischen Union zusammenarbeitet.

Referat für Anwaltschaft und Kommunikation

Zu den Aufgaben des Referats für Anwaltschaft und Kommunikation innerhalb der AWD-Genf gehört die Stärkung des Bewusstseins für die lokale und weltweite Entwicklung und für Menschenrechtsverletzungen sowie die Förderung der Solidarität und der Motivation sich aktiv für Gerechtigkeit zu engagieren. Auf der Grundlage der LWB-Leitsätze für eine nachhaltige Entwicklung (Zum Öffnen der Seite benötigen Sie den Adobe Acrobat Reader) fördert das Referat für Anwaltschaft und Kommunikation die Anwendung ganzheitlicher Ansätze, die die eng miteinander verknüpften Aspekte Menschenrechte, Gender, Umwelt und Kommunikation berücksichtigen. Ziel ist es, in allen Länderprogrammen die nötigen Kapazitäten zu schaffen, damit vor Ort Menschenrechtsfragen verstärkt benannt und die geeigneten Netzwerke für die Anwaltschaftsarbeit entwickelt, Prioritäten gesetzt und entsprechende Massnahmen ergriffen werden können

In diesem Zusammenhang ist auch die Darstellung von Programmen und die diesbezügliche Kommunikation zu nennen, die Entwicklungs-, Bildungs-, Anwaltschafts- und Mittelbeschaffungsinitiativen fördern.

Gegenwärtig haben folgende zentrale Anwaltschaftsthemen Relevanz für die Arbeit vor Ort: HIV und AIDS, Frauen- und Kinderrechte, Frieden und Versöhnung (in vielen Länderprogrammen, z. B. Israel/Palästina und Ruanda), Vorgehen gegen Gewalt in sämtlichen Erscheinungsformen, ungerechte Handelsbedingungen und Landrechte.

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Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Pfr. Eberhard Hitzler, AWD-Direktor