Lutherischer Weltbund

Abteilung für Weltdienst

Besuchen Sie AWD auf der neuen LWB-Webseite

Assoziierte Programme der AWD
Tansania


Diese Frau gehört zum Volk der Pare und lebt im Bezirk Same (Nordosttansania). Im Rahmen des von LWB/AWD-Tansania durchgeführten Wiederaufbauprojekts Same erhielt sie eine trächtige Kuh. Das erste weibliche Kalb gab sie später einer anderen Familie, diese wiederum gab auch dessen erstes weibliches Kalb weiter usw. Nach diesem System kann mit einer einzelnen Kuh, die kostenlos zur Verfügung gestellt wird, die Ernährung vieler Familien verbessert und durch den Milchverkauf deren Einkommen erhöht werden. © LWB/AWD/J. Stephens

Tansanias Offenheit gegenüber Flüchtlingen und Asylsuchenden hat es hunderttausenden Menschen aus den umliegenden Ländern ermöglicht, hier Zuflucht zu finden. Das Land mit einer Bevölkerung von 36 Millionen Menschen, das in dem von den Vereinten Nationen aufgestellten Human Development Index (HDI, Index der menschlichen Entwicklung) Platz 160 von 175 einnimmt, hat 600.000 Flüchtlinge aufgenommen.

Die Umwandlung des Christlichen Flüchtlingsdiensts von Tanganjika (Tanganyika Christian Refugee Service, TCRS) von einem AWD-Länderprogramm in eine nationale Nichtregierungsorganisation ist abgeschlossen und seit dem 1. Januar 2006 ist er ein assoziiertes Programm der LWB-Abteilung für Weltdienst. TCRS wird heute von einem nationalen Aufsichtsgremium geleitet, dessen Mitglieder grösstenteils von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania (ELKT), einer LWB-Mitgliedskirche, ernannt werden. Der TCRS setzt seine christliche, ökumenische Arbeit mit den Flüchtlingen fort, die er auf Einladung des Christenrats von Tansania und des Ökumenischen Rates der Kirchen im Jahr 1964 aufnahm. Der TCRS arbeitet eng mit der tansanischen Regierung und dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen, um die Flüchtlinge bei der Rückkehr in ihre Heimatländer und beim Aufbau nachhaltiger Gemeinwesen zu unterstützen.

Die Arbeit des TCRS stützt sich auf die folgenden Programmschwerpunkte:

  • Stärkung von Gemeinwesen: Unterstützung der Gemeinwesen durch die Ausbildung von Führungskompetenzen, bei der Herstellung wirtschaftlicher Stabilität durch nachhaltige Existenzsicherung sowie bei der Erschliessung der sozialen Infrastruktur,
  • Nothilfe anhand klarer Kriterien, einschliesslich der Stärkung nationaler und regionaler Partnerschaften im Rahmen von ACT (Action by Churches Together - Kirchen helfen gemeinsam) sowie der Verbesserung der Katastrophenbereitschaft in den jeweiligen Gemeinwesen,
  • Flüchtlinge erhalten Unterstützung bei der Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern und bei der Erlangung ihrer Eigenständigkeit, wobei Menschenwürde, Frieden und Sicherheit für die Flüchtlinge sowie für die einheimische Bevölkerung besondere Beachtung erfahren,
  • Aufbau stabiler Organisationen – fortwährende Stärkung von Strukturen, Leitung und Management sowie Aufbau der personellen Kapazitäten, die für eine unabhängige regionale NGO, die Teil der ELKT ist, nötig sind.

Entwicklung und Flüchtlingshilfe in Kibondo


Eine burundische Familie kehrt in ihre Heimat zurück. TCRS Flüchtlingsprogramm in Kibondo, 2004. © LWB/TCRS

Im Bezirk Kibondo (Nordwesttansania) arbeitet der TCRS mit 63.000 Hilfsbedürftigen. Er kooperiert mit dem Bezirksrat und den lokalen Kirchen bei der Ausbildung von Führungskompetenzen, der Vermittlung von einkommensschaffenden Fähigkeiten, der HIV und AIDS-Aufklärung sowie der Verbesserung der Wasserver- bzw. Abwasserentsorgung der Haushalte.

Der TCRS ist lokaler Partner des UNHCR sowie des Welternährungsprogramms und leitet in dieser Funktion im Distrikt Kibondo Lager, in denen 70.000 burundische Flüchtlinge leben. Er engagiert sich des Weiteren für die Rechte und das Wohlergehen der Flüchtlinge, fördert deren Eigenständigkeit, die aktive Mitwirkung verschiedener Gruppen, Frieden und Versöhnung zwischen ethnischen Gruppen sowie gute Beziehungen zwischen den Flüchtlingen und der einheimischen Bevölkerung. Nachdem der Frieden in Burundi jetzt gefestigt ist, organisiert der TCRS ausserdem die freiwillige Rückkehr burundischer Flüchtlinge in ihre Heimat.

Entwicklung in Ngara, Karagwe und Kilwa


Alphabetisierungskurs, Programm des TCRS im Bezirk Kilwa zur Stärkung von Gemeinwesen, 2005. © LWB/TCRS

In den Bezirken Ngara, Karagwe und Kilwa arbeiten die örtlichen Diözesen der ELKT, der katholischen und der anglikanischen Kirche in Partnerschaft mit dem TCRS an der Verbesserung der Lebensqualität von 60.000 Hilfsbedürftigen. Dabei geht es um die Ausbildung von Führungskompetenzen in den Dörfern, HIV und AIDS-Aufklärung, gemeinschaftliche Sparprogramme und die Vermittlung von einkommensschaffenden Fähigkeiten.

Entwicklung des TCRS

Der Kapazitätsaufbau bei Mitgliedern des TCRS-Vorstands sowie bei leitenden nationalen MitarbeiterInnen im Management wird fortgeführt. Parallel dazu wird das internationale Personal nach und nach durch Einheimische ersetzt. Darüber hinaus soll eine breitere Basis von internationalen und lokalen GeldgeberInnen geschaffen und vor Ort das Bewusstsein für den TCRS sowie die Identifikation mit und Unterstützung für dessen Arbeit gestärkt werden. All dies soll den TCRS als nationale Nichtregierungsorganisation für Not- und Entwicklungshilfe als Teil der ELKT stärken.

Seitenanfang

Webseite des Christlichen Flüchtlingsdienstes von Tanganjika (TCRS)

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Michael Hyden, Programmreferent

LWB-Vertreter vor Ort:

Mark Leveri, Programmdirektor