Lutherischer Weltbund

Abteilung für Weltdienst

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Assoziierte Programme der AWD
Lutherischer Entwicklungsdienst (LED,) Simbabwe

Eine Gruppe von Frauen des Bewässerungsprojekts Mupape (Bezirk Zvishavane, Simbabwe) diskutiert eines ihrer landwirtschaftlichen Bewässerungsvorhaben. © LWB/ELKS

Die politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Situation Simbabwes ist nach wie vor äusserst schwierig. Das unvollendete Landreformprogramm, immer wieder aufflammende Gewalttätigkeiten, extrem hohe Inflationsraten, Knappheit der lebensnotwendigsten Güter, Dürren und Überschwemmungen sowie die HIV und AIDS-Pandemie schaffen eine extrem schwierige Gesamtlage. Landesweit herrscht Armut, deren negative Auswirkungen durch die abnehmende Ernährungssicherheit und die unzureichende Gesundheitsversorgung noch verschärft werden.

Trotz solch schwieriger Bedingungen war der Lutherische Entwicklungsdienst (LED), Simbabwe mit seinen Programmen für eine integrierte Entwicklung ländlicher Gebiete sowie der Nothilfe erfolgreich. Der Erfolg gründet dabei vor allem auf Ansätzen, die eine breite Beteiligung der Bevölkerung vorsehen und schwerpunktmässig eine Gemeinwesenentwicklung fördern, die die Beteiligten befähigt, über das zu entscheiden, was sie brauchen, und darüber, wie diesem Bedarf entsprochen werden kann.

Seit Januar 2003 ist LED-Simbabwe assoziiertes Programm der LWB/AWD und in Leitung und Management in vollem Umfang eigenverantwortlich. Ein AWD-Länderprogramm in Simbabwe wurde 1980 auf Bitten der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Simbabwe (ELKS) ins Leben gerufen. Es sollte Hilfestellung bei der Versorgung von Flüchtlingen aus Nachbarländern und deren Wiedereinbürgerung im Heimatland leisten. 1981 begann die Frauenliga der ELKS mit Aktivitäten zur Erschliessung von Bewässerungsmöglichkeiten. Ende 2000 übertrug die AWD Teile der Programmverantwortung an den LED, der eine lokale Struktur, Leitung sowie einen lokalen Vorstand hat.

Integrierte Entwicklung ländlicher Gebiete

Schulspeisung. © LWB/ELKS

Das Integrierte Landentwicklungsprogramm soll durch einen Ansatz, der die ländlichen Gemeinwesen mit einbezieht und zur Mitgestaltung auffordert, eine nachhaltige Entwicklung fördern. Soziale Analysen, gesellschaftlicher Wandel und soziales Handeln sind die Grundpfeiler der Strategie, während entwicklungspolitische Bildung und Schulung die wichtigsten Mittel zur Erreichung der Strategieziele darstellen. Im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes werden Aktivitäten mit den folgenden Schwerpunkten umgesetzt: entwicklungspolitische Bildung, Umweltschutz, Einkommensförderung, Spar- und Kreditprogramme, Erschliessung von Bewässerungsmöglichkeiten, Ernährungssicherheit, HIV und AIDS-Aufklärung und Unterstützung von AIDS-Waisen.

Zur Bildungsarbeit in den Gemeinwesen gehören: Veranstaltungen zu Entwicklungsthemen wie den Bau von Schulen, vorbeugende Massnahmen gegen die Folgen von Dürreperioden und die Einrichtung neuer Spar- und Kreditgenossenschaften. Besonderer Wert wird dabei auf den Dialog zwischen den Mitgliedern des Gemeinwesens gelegt. Ein weiterer Schwerpunkt sind Alphabetisierungskurse für diejenige, die an Projekten beteiligt sind, die Lesen, Schreiben und die Grundregeln der Buchführung vermitteln und auch Informationsbesuche einschliessen.

HIV/AIDS ist das gravierendste Problem im Gesundheitssektor, deshalb werden in diesem Bereich Aufklärungskurse, spezielle Kurse für junge Menschen, Unterstützung für AIDS-Waisen und Haushalte, die von Kindern geführt werden und Verteilung von Materialien für die häusliche Pflege angeboten.

Umweltmanagement: Workshops zur Bewusstseinsbildung im Bereich Umweltschutz und Entwicklung von Umweltplänen unterhalb der Bezirksebene, die die Richtlinien für Umweltschutzmassnahmen in den Gemeinwesen liefern; Einrichtung und Aufrechterhaltung von Wasserschutzgebieten; Bau von Toiletten; Pflanzung von Bäumen und Einrichtung von Baumschulen; Workshops zur Entsorgung von Chemikalien.

Die wirtschaftliche Eigenständigkeit wird mit folgenden Massnahmen gefördert: einkommenschaffende Projekte, wie z. B. Gerberei, Schneiderei, Produktion von Kerzen oder Süssigkeiten; Vermittlung von Fertigkeiten in Bereichen wie Schreinerei, Bautechniken, Schweisserei und Kleidungsherstellung. Die TeilnehmerInnen einer solchen Ausbildung machen sich in der Folge gewöhnlich selbständig und schaffen häufig auch weitere Arbeitsplätze vor Ort.

Im Bezirk Gwanda wird der Chombuyana-Damm gebaut, mit dessen Hilfe Familien Fisch- und Viehzucht betreiben wollen.
© LWB/ELKS

Wasser und Ernährungssicherheit: Workshops und Informationsbesuche zu diesem Themenbereich; Bereitstellung von dürreresistentem Saatgut und nährstoffreichen Gemüsesaaten; Erschliessung von Möglichkeiten zur Bewässerung; Bau und Erneuerung von Dämmen; Unterstützung von Gemeinwesen bei der Anlage von Gärten mit abwechslungsreicher Obst- und Gemüsepalette; Unterstützung beim Bau von Regenwassersammelanlagen.

Gender-Fragen, Menschenrechte und Anwaltschaft unter besonderer Berücksichtigung von Frauenrechten: dem jeweiligen Gemeinwesen sollen die Mittel an die Hand gegeben werden, in allen Programmbereichen Menschenrechtsproblemen konstruktiv zu begegnen. Das Programm arbeitet mit verschiedenen AkteurInnenen, so auch dem Ministerium für Jugend, Gender-Angelegenheiten und Arbeit zusammen, mit dem Ziel, Gemeinwesen zu sensibilisieren und Gender-Fragen in allen Entwicklungsprojekten Raum zu geben.

Nothilfe und Katastrophenbereitschaft

Angesichts der andauernden politischen und wirtschaftlichen Instabilität und der wiederholten Naturkatastrophen reagiert der LED in Zusammenarbeit mit seinen ProgrammpartnerInnen auf Notsituationen. So werden zum Beispiel Kinder bei Schulspeisungen mit zusätzlicher Nahrung versorgt und Menschen werden im Austausch gegen die in Entwicklungsprojekten geleistete Arbeit Nahrungsmittel angeboten. Kurse zur Katastrophenbereitschaft für Gemeinwesen und lokale VerantwortungsträgerInnen helfen dabei, die Risiken zu analysieren und Netzwerke für die Kommunikation aufzubauen.

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Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Duane Poppe, Programmreferent

LWB-Vertreterin vor Ort:

Sibongile Baker, Programmdirektorin

 

Weitere Informationen

Zimbabwe Annual Report 2004