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AWD-Länderprogramme
Nepal
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AWD-Nepal unterstützte die Jagriti Samuha im Bezirk Banke (Westnepal) beim Bau einer Wasserpumpe zur Bewirtschaftung ihrer Felder. © LWB/AWD-Nepal |
Nepal ist ein armes Land mit einer sehr jungen Demokratie, deren Stabilität durch den Aufstand der Maoisten gefährdet ist. Das Morden durch die Aufständischen, Entführungen und Sabotage nehmen immer mehr zu, so dass mittlerweile tausende ZivilistInnen bei Übergriffen der maoistischen Aufständischen und den darauf folgenden Gegenschlägen der Regierung ums Leben gekommen sind. Zudem besteht im Südosten Nepals, wo 103 000 bhutanische Flüchtlinge in sieben Flüchtlingslagern leben, seit Jahrzehnten ein Flüchtlingsproblem samt einer äusserst problematischen Menschenrechtssituation.
Das LWB/AWD-Nepalprogramm nahm seine Arbeit 1984 auf und engagiert sich seitdem für die schwächsten und am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppen des Landes mit dem Ziel, ihnen die Mittel an die Hand zu geben, um sich eine gerechte und nachhaltige Existenzgrundlage zu schaffen. Zunehmend verlagert sich der Schwerpunkt der Arbeit jedoch auf Anwaltschaft und den Aufbau von Netzwerken zur Unterstützung der Zivilgesellschaft und ihrer Bestrebungen, insbesondere wenn diese für Benachteiligte und gegen Unrecht eintreten.
Anwaltschaft und Netzwerke
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Vielen Mädchen in abgelegenen Gebieten Westnepals wird ihr Recht auf Bildung verweigert. AWD-Nepal führt ein Bildungsprogramm für Kinder durch und gewährt benachteiligten Mädchen Stipendien. © LWB/AWD-Nepal |
Die Anwaltschaftsarbeit des LWB/AWD-Nepalprogramms konzentriert sich auf benachteiligte Bevölkerungsgruppen, die von extremer Diskriminierung betroffen sind. Es handelt sich dabei vor allem um Dalits (Unberührbare), befreite Kamaiyas (Leibeigene), bhutanische Flüchtlinge und Frauen allgemein. Ziel der Anstrengungen ist es, unterdrückten Bevölkerungsgruppen Gehör zu verschaffen und sie dazu zu befähigen auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene ihre Rechte einzufordern. Die Bewusstseinsbildung in der breiten Öffentlichkeit, der Aufbau von zivilgesellschaftlichen Netzwerken sowie das internationale Profil des LWB-Programms sind hilfreich für die Entwicklung wichtiger Kontakte zu lokalen, nationalen, regionalen und internationalen Organisationen und machen deutlich, dass die Arbeit, bei der der Anspruch der Menschen auf ihre Rechte im Mittelpunkt steht, breite Unterstützung geniesst.
Entwicklung durch Hilfe zur Selbsthilfe
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Angehörige der Hareram Ram Ekta (Bezirk Banke) in ihrem Gemeinschaftsraum. Ihre erste Schule wurde mit Unterstützung einer lokalen NGO gebaut, mit der AWD-Nepal zusammen arbeitet. © LWB/AWD-Nepal |
Zwölf Entwicklungsprojekte leisten in Zusammenarbeit mit 72 Dorfentwicklungskomitees und einer Vielzahl von lokalen NGOs Hilfe zur Selbsthilfe. Durch diese Partnerschaften war es den Projekten möglich, trotz Rückschlägen aufgrund des um sich greifenden Konflikts viele Ziele zu erreichen. Die Projekte arbeiten insbesondere mit benachteiligten Bevölkerungsgruppen und haben die folgenden Komponenten: Programme für Kleinstkredite, Existenzsicherung durch Landwirtschaft, geschlechtsspezifische Aufklärung über HIV/AIDS/sexuell übertragbare Krankheiten sowie die Förderung des Bewusstseins der Dalits für ihre Rechte und ihre Selbstbestimmung.
Nothilfe und Wiederaufbau
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An die Opfer der Überschwemmungen, die Nepal im Oktober 2004 heimsuchten, wurden Hülsenfrüchte und Salz verteilt. © LWB/AWD-Nepal |
Die Nothilfe- und Wiederaufbauprojekte kommen vor allem den bhutanischen Flüchtlingen und den Gebieten, in denen diese angesiedelt sind, zugute, zudem beinhalten sie auch eine allgemeine Komponente zur Katastrophenbereitschaft. In den Flüchtlingslagern wird Bewusstseinsbildung zu den Rechten der Kinder und deren konkreter Schutz geleistet, die Menschen werden beim Anlegen von Gemüsegärten unterstützt und es finden geschlechtsspezifische HIV und AIDS-Aufklärungskurse sowie Programme zur Heranbildung von Leitungsfähigkeiten und zur Berufsausbildung statt. Die Flüchtlinge erhalten Unterstützung bei der Instandhaltung ihrer Unterkünfte, bei der Bereitstellung von sauberem Trinkwasser sowie bei der Einrichtung bzw. Verwaltung von Schulen, Krankenstationen, Latrinen und Zentren für Kinder und Menschen mit Behinderungen. Das Projekt unterstützt operationelle PartnerInnen bei der Renovierung von Gebäuden und der Instandhaltung von Fahrzeugen.
Ziel der Projektarbeit in den Gebieten um die Flüchtlingslager ist es, die negativen Auswirkungen, die die grosse Zahl von Flüchtlingen auf die einheimische Bevölkerung hat, einzudämmen. In diesem Zusammenhang wird öffentliche Gesundheitsaufklärung betrieben, werden einkommensschaffende Projekte durchgeführt, berufsbildende Massnahmen für Gehörlose angeboten sowie geschlechtsspezifische Kurse zur Bewusstseinsbildung im Bereich HIV und AIDS für junge Menschen und Menschen mit hohem Ansteckungsrisiko durchgeführt, Schulräume gebaut und kleinere Bewässerungsprojekte und Massnahmen zum Schutz der Flussufer durchgeführt.
Das Projekt für Katastrophenbereitschaft arbeitet bei der Einrichtung, Ausbildung und Unterstützung von lokalen Katastrophenschutz-Ausschüssen mit anderen NGOs zusammen.
Webseite des LWB/AWD-Nepalprogramms
Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Roland Kilian Schlott, Programmreferent
LWB-Vertreter vor Ort:
Marceline P. Rozario, LWB-Vertreter









