Lutherischer Weltbund

Abteilung für Weltdienst

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Regionalprogramme der AWD
Mittelamerika

Ein kleines, verzweifeltes Mädchen hat ein Erdbeben in ihrem Heimatdorf Nueva Guadalupe im Bezirk Usulatan am 13. Januar 2001 überlebt.
© LWB/AWD/ACT-El Salvador/P. Jeffries

Die Region Mittelamerika ist mit grossen Herausforderungen konfrontiert, die durch das vor kurzem unterzeichnete zentralamerikanische Freihandelsabkommen mit den USA noch verschärft wurden. Von dem Abkommen, so wird erwartet, werden nur die grossen internationalen Unternehmen profitieren, auf lokale ProduzentInnen wird es sich jedoch negativ auswirken und auch das Ökosystem der Region weiter schädigen. Die Lebensbedingungen verschlechtern sich immer weiter, vor allem in ländlichen Gebieten, wo mehr und mehr Hungerkrisen auftreten. Die zunehmenden Menschenrechtsverletzungen in El Salvador, Guatemala und Honduras spiegeln sich in Übergriffen auf zivilgesellschaftliche Organisationen, in durch die Polizei verübten Gewalttätigkeiten, in Verletzungen der Arbeitsrechte und in der gesetzlich gestützten Diskriminierung der eingeborene Bevölkerung und junger Menschen wider.

Die LWB-Abteilung für Weltdienst (AWD) hat erneut beteuert, die Bevölkerung Mittelamerikas bei ihren Bemühungen um Versöhnung, Gerechtigkeit und die Konsolidierung der Demokratie in der gesamten Region unterstützen zu wollen. In ihrem ganzheitlichen Ansatz verbindet sie die vielfältigen Dimensionen nachhaltiger Entwicklung.

Die Regionalen Strategierichtlinien für Mittelamerika weisen der Arbeit von LWB/AWD die Richtung und legen Schwerpunkte fest:

  • Zivilkultur – Stärkung der gesellschaftlich am schärfsten ausgegrenzten Bevölkerungsgruppen durch die Unterstützung von Initiativen für eine bessere Organisierung von Gemeinwesen und Gruppen und die Intensivierung ihres zivilgesellschaftlichen Engagements für bessere Lebensbedingungen;
  • Sozioökonomische Gerechtigkeit – Beitrag zur Entwicklung eines sozioökonomischen Alternativmodells zu den vom Freihandel geprägten Systemen und dadurch Förderung der nachhaltigen Entwicklung sowie Stärkung der Würde der gesellschaftlich Ausgegrenzten;
  • Nachhaltiges Risikomanagement – Durch verbesserte Organisierung von Gemeinwesen/Bevölkerungsgruppen soll die Bevölkerung die Möglichkeit erhalten an der Katastrophenvorbeugung und –eindämmung mitzuwirken;
  • verstärkte Diakonie – Kirchen sollen unterstützt werden bedürftigen Menschen zu helfen, wobei der Schwerpunkt dabei auf der Veränderung der gesellschaftlichen Bedingungen, der Gleichberechtigung von Mann und Frau und dem ökumenischen Dialog und der ökumenischen Zusammenarbeit liegen soll.

AWD-Mittelamerika ist in den folgenden Staaten aktiv:

Zusätzlich einen weiteren Programmteil, der auf regionaler Ebene arbeitet, also für die ganze Region Mittelamerika zuständig ist.

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El Salvador

Ein Erdbeben der Stärke 7,9 auf der Richterskala hat das Haus dieser Frau vom Volk der Usulatan Ozatlan in El Espino im Departement Ahuachapan im Jahr 2001 zerstört.
© LWB/AWD/ACT-El Salvador/P. Jeffrey

Die LWB-Abteilung für Weltdienst (AWD) begann ihre Arbeit in El Salvador 1983 auf Einladung der Salvadorianischen Lutherischen Synode, die um Begleitung der Kirche und der Bevölkerung während des Bürgerkriegs gebeten hatte. Nach dem Abschluss eines Friedensabkommens 1992 verlagerten sich die Schwerpunkte der Arbeit auf Wiederaufbau, Versöhnung und Demokratisierung. Sowohl nach dem Hurrikan Mitch im Jahr 1999 wie auch nach dem Erdbeben im Jahr 2001 leistete die AWD einen wichtigen Beitrag, das Leiden der Menschen zu lindern.

Gegenwärtig gibt es verschiedene Projekte auf nationaler Ebene sowie in den Departements Ahuachapán und Sonsonate mit folgenden Tätigkeitsbereichen:

  • Vermittlung von Führungsfähigkeiten, Ausbildung von zivilgesellschaftlichem Engagement und der Aufbau von Netzwerken in der Gesellschaft
  • Einsatz für die Menschenrechte und die Wahrung des nationalen historischen Gedächtnisses;
  • Unterstützung bei der Entwicklung der Frauenpolitik;
  • psychologische und medizinische Betreuung von jungen Mensch, die drohen Mitglieder einer gewalttätigen Bande zu werden;
  • Förderung des ökumenischen Dialogs und der ökumenischen Zusammenarbeit;
  • Kapazitätsaufbau in den Bereichen Katastrophenbereitschaft und Risikomanagement.

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Guatemala

Wahllokal, Parlamentswahlen in Guatemala, 9. November 2003. Diese Frau gehört der Urbevölkerung des Landes an. © LWB/AWD-Guatemala/R. Gutiérrez

Der LWB begleitete den Friedensprozess in Guatemala, der 1990 schliesslich zum Vertrag von Oslo führte, mit dem der Bürgerkrieg im Land beendet wurde. Tausende Binnenvertriebene und Flüchtlinge, die in Mexiko Zuflucht gesucht hatten, erhielten Unterstützung bei der Rückkehr und bei der Wiedereingliederung in ihre Heimatorte in der Provinz El Peten. Im Rahmen des Programms über die Zivilgesellschaft wurde darauf hin gearbeitet, den gewonnenen politischen Freiraum zu wahren, zu stärken und auszuweiten sowie konkrete Vorschläge für den Aufbau der Zivilgesellschaft zu entwickeln.

Das AWD-Länderprogramm in Guatemala arbeitet auf nationaler Ebene sowie in dem Departement Petén in folgenden Bereichen:

  • Schaffung lokaler Frühwarnsysteme in der Stadt Sayaxché;
  • Unterstützung im Kampf gegen Rassismus und für die Rechte der eingeborenen Bevölkerung;
  • Förderung von nachhaltiger Landwirtschaft und alternativen Vermarktungsmöglichkeiten für arme Bauern;
  • Unterstützung von zivilgesellschaftlichen Organisationen und bäuerlichen Gemeinschaften, die in den Schwerpunkten des Programms aktiv sind;
  • Unterstützung von Gruppen, die die Freihandelsabkommen und den Bergbau ablehnen.

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Honduras

Auf Einladung der lutherischen Kirchen in Honduras half die AWD im Jahr 1998 mehr als 2.000 von Hurrikan Mitch betroffenen Familien bei der Instandsetzung und beim Wiederaufbau ihrer Gemeinden. 2004 begann die Programmarbeit in Honduras sowohl auf nationaler Ebene wie auch in den Departements Olancho, Colón, Santa Bárbara und Choluteca. Schwerpunkte wurden in folgenden Bereichen gesetzt:

  • Förderung von Risikomanagementsystemen in den jeweiligen Regionen
  • Vermittlung von Führungsfähigkeiten, Ausbildung von zivilgesellschaftlichem Engagement und Aufbau von Netzwerken in der Gesellschaft
  • Förderung der Beteiligung von Frauen und Heranwachsenden in diesen Organisationen
  • Vermittlung von Wissen über und Förderung der politischen Debatte über die Freihandelsabkommen

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Nicaragua

LWB/AWD begann die Arbeit in Nicaragua im Jahr 2005 auf Einladung der lutherischen Kirche im Land, nachdem auf nationaler Ebene und in Somotillo, der Hauptstadt des Departments Chinandega, Analysen und Studien durchgeführt worden waren.

Das Programm in Somotillo konzentriert sich auf Risikomanagement, die Förderung von wirtschaftlichen Alternativen für arme Bauern/Bäuerinnen und die Förderung von zivilgesellschaftlichem Engagement auf lokaler Ebene.

Auf nationaler Ebene umfasst das Programm derzeit:

  • die Unterstützung von Organisationen, die sich für ein nachhaltiges Management von Wasserressourcen einsetzen
  • die Anwaltschaft für eine angemessenere Politik der Katastrophenbereitschaft und des Katastrophenschutzes
  • die Unterstützung von gesellschaftlichen Organisationen und die Mobilisierung der Gesellschaft in Regionen, in denen die Menschen unter einer schwierigen ökologischen und politischen Situation leiden

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Regionale Ebene

Auf regionaler Ebene unterstützt das Programm auf verschiedenen Gebieten die Aneignung von Wissen und den Austausch von Erfahrungen. Gefördert wird vor allem:

  • die Koordination von Menschenrechtsorganisationen, insbesondere solche, die sich gegen Straffreiheit einsetzen
  • die Bildung regionaler Jugendnetzwerke
  • Anwaltschaftsarbeit für Institutionen, die sich mit Blick auf die Freihandelsankommen mit den USA - und in Zukunft auch mit der EU - für regionale Integration einsetzen
  • die Aneignung von Wissen und der Austausch von Erfahrungen zwischen Organisationen, die sich wirtschaftliche Alternativmodelle einsetzen
  • die Unterstützung von Organisationen, die für eine Alternative zu den Freihandelsabkommen kämpfen
  • die Unterstützung von ACT (Action of Churches Together – Kirchen helfen gemeinsam) in allen Länder- und Regionalprogrammen
  • die Unterstützung von ökumenischen Netzwerken und Initiativen
  • die Stärkung der weiblichen Führungskräfte in der Kirche
  • die theoretische und praktische Schulung von Führungskräften der Kirche im Bereich Diakonie.

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Webseite des LWB/AWD-Regionalprogramms in Mittelamerika

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Sophie Gebreyes, Programmreferentin

LWB-Vertreter vor Ort:

Philip Anderson, Regionalleiter

 

Weitere Informationen

Central America Annual Report 2006