AWD-Länderprogramm
Kenia/Sudan
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In Turkana sind Nahrungsmittel seit langem knapp. Diese Kinder im Flüchtlingslager Kakuma (Nordwestkenia) erhalten eine Schulspeisung. © LWB/AWD-Kenia/Sudan/G. T. Booth |
Der Südsudan befindet sich seit zwei Jahrzehnten in einer von tiefgreifender Unsicherheit geprägten Situation. Der Befreiungskrieg sowie Auseinandersetzungen zwischen ethnischen Gruppen sowie zwischen und innerhalb von Clangruppen waren und sind die bestimmenden Faktoren. Die Zerstörung von materieller und sozialer Infrastruktur wie auch von Privatbesitz setzt sich fort und immer neue Wellen von Flucht und Vertreibung werden ausgelöst.
Das LWB/AWD-Kenia-/Sudanprogramm will den Ursachen und Folgen des Leidens der Bevölkerung sowie der Armut der schwächsten Bevölkerungsgruppen im Südsudan und in Kenia begegnen. Es stützt sich dabei auf Nothilfe und Entwicklungsarbeit unter direkter Beteiligung von und in Partnerschaft mit lokalen Gemeinwesen und Organisationen.
Ursprünglich begann das AWD-Programm seine Tätigkeit als Verbindungsbüro in der Hafenstadt Mombasa (Kenia), von wo aus es an der logistischen Organisation der Nothilfe im Südsudan mitwirkte. Seit 1992 verwaltet das Programm das Flüchtlingslager Kakuma im Nordwesten Kenias. Inzwischen ist die Vorbereitung auf eine Rückführung der Flüchtlinge und die Wiederaufbauarbeit im Sudan hinzugekommen und die Turkana, die im Gebiet um das Flüchtlingslager leben, werden verstärkt betreut.
Flüchtlingslager Kakuma (Kenia)
Die AWD verwaltet das Lager Kakuma und trägt hierfür im Rahmen einer Vereinbarung mit dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) und der kenianischen Regierung die Hauptverantwortung. Das Programm ist zuständig für die Verteilung von Nahrungsmittelrationen, für Wasserversorgung und sanitäre Anlagen, Sicherheit, Bildung und Gemeinschaftseinrichtungen. Das Flüchtlingslager beherbergt zur Zeit mehr als 81.000 Flüchtlinge, die vor allem aus dem Sudan, aus Somalia und Äthiopien stammen, was die komplexe, instabile Situation in der Region widerspiegelt.
Nach wie vor wird im Lager grosser Wert auf einen Ansatz gelegt, der den Anspruch der Menschen auf ihre Rechte in den Mittelpunkt stellt (der sog. rights-based approach) und dementsprechend die Mitsprache der Flüchtlinge bei der Planung und ihre Beteiligung an der Umsetzung fördert.
Turkana
Es ist klar, dass ein über Jahre hin bestehendes Flüchtlingslager nicht isoliert von der örtlichen Bevölkerung leben kann, die eine GastgeberInnenrolle wahrnimmt. Aus diesem Bewusstsein heraus sollen sowohl Kakuma als auch Turkana Unterstützung erhalten bei der Bewältigung der negativen Auswirkungen dieses Zusammenlebens. Auch die Turkana sollen aus den Hilfsmassnahmen für die Lagerbevölkerung einen Nutzen ziehen.
Mit Unterstützung durch das Welternährungsprogramm, die kenianische Regierung und ACT (Action by Churches Together – Kirchen helfen gemeinsam) leistet die AWD Nothilfe für die von der Dürre betroffenen Turkana.
Südsudan
Zwischen 1991 und 1995 und wiederum 1999 wurde wiederholt Nahrungsmittel- und generelle Nothilfe für Dürreopfer und Kriegsvertriebene im Südsudan geleistet. Im Rahmen solcher Massnahmen werden alle Möglichkeiten genutzt, die Entwicklung der Region zu fördern und durch die Verbindung von Wiederaufbau- und Entwicklungsprojekten die wirtschaftliche Eigenständigkeit zu stärken. Im Rahmen eines integrierten Ansatzes werden Friedensarbeit, Kapazitätsaufbau, Katastrophenbereitschaft und -eindämmung, Ernährungssicherheit, Wasser/Hygiene sowie Bildung berücksichtigt.
Webseite des LWB/AWD-Kenia-/Sudanprogramms.
Weitere Informationen erhalten sie bei:
Program Officer Ms Maria Immonen.
Local representative





