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AWD-Länderprogramme
Kambodscha
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Im Bezirk Oral werden diese lokal angebauten Nahrungsmittel verarbeitet. Der vom LWB finanzierte Kurs vermittelt die nötigen Kenntnisse, um mit dem Verkauf der verarbeiteten Produkte Einkommen zu erwirtschaften. © LWB/AWD-Kambodscha |
Auch nach fast einem Jahrzehnt der internationalen Wiederaufbauarbeit braucht Kambodscha, wo nach wie vor 36 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben, noch immer die Unterstützung von aussen. Die Armut konzentriert sich in den ländlichen Gebieten, wo Landminen, Nahrungsmittel- und Wasserknappheit, Malaria, Tuberkulose, HIV und AIDS, geringe Bildung und Landraub zu den alltäglichen Problemen gehören. Bei häufig auftretenden Überschwemmungen und Dürreperioden wird Nothilfe geleistet.
Das LWB/AWD-Kambodschaprogramm arbeitet mit den bedürftigsten Bevölkerungsgruppen – armen Bauernfamilien, allein erziehenden Frauen, Landlosen, RückkehrerInnen, Binnenvertriebenen, jungen Menschen in den ländlichen Gebieten sowie Menschen mit HIV und AIDS in entlegenen bzw. schwer zugänglichen Landstrichen.
Seit 2003 setzt das Programm seinen Schwerpunkt bei der Stärkung von Gemeinwesen mit dem Ziel, dass diese eigenständig eine nachhaltige Entwicklung vorantreiben können. Hinzu kommt eine Kombination von Entwicklungs- und Anwaltschaftsarbeit, die von der Basis der Menschenrechte her argumentiert (rights-based approach). Das Programm wurde im Jahr 1979, kurz nach dem Sturz der Roten Khmer, eingerichtet. In einer ersten Phase wurde nachhaltig in den Bereichen Landwirtschaft und Wasserversorgung gearbeitet, was einen Beitrag zu den Zielen der Regierung leistete. Ab 1995 verlagerten sich die Aktivitäten auf die Arbeit mit Gemeinwesen im Rahmen Integrierter ländlicher Entwicklungsprojekte. Gegenwärtig vollzieht sich eine weitere Veränderung im Blick auf eine verstärkte Förderung der Selbstbestimmung und Eigenständigkeit.
Projekt: Integrierte ländliche Entwicklung durch Hilfe zur Selbsthilfe
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Nach der Reisernte werden in der kambodschanischen Provinz Kampong Speu die Felder gepflügt. |
Durch einen auf Rechtsansprüchen gegründeten Programmansatz (den sog. „rights-based approach“) sollen im Rahmen dieses Projekts Einzelpersonen, Hausgemeinschaften und Gemeinwesen dazu befähigt werden, die Menschenrechte, auf die sie Anspruch haben, erfolgreich einzufordern. Der Ansatz umfasst acht Elemente, die den Bedürfnissen des jeweiligen Gemeinwesens Rechnung tragen und durch Kapazitätsaufbau und Selbstbestimmung nachhaltige Entwicklung fördern sollen. Im Einzelnen handelt es sich um: Organisation des Gemeinwesens und Verbesserung der Infrastruktur, Ernährungssicherung und Verbesserung der Landwirtschaft, Einkommensschaffung, Bewusstseinsbildung und Anwaltschaft im Bereich Menschenrechte, medizinische Grundversorgung und HIV und AIDS, Wasser und sanitäre Anlagen, Grundschulbildung für Kinder und ausserschulische Bildungsmöglichkeiten für Erwachsene, Umweltschutz sowie Katastrophenbereitschaft.
Kapazitätsaufbau und Einbindung der Bevölkerung
Beim Kapazitätsaufbau geht es vor allem darum, die Fähigkeiten und Möglichkeiten Einzelner sowie positive organisatorische Gegebenheiten im örtlichen Gemeinwesen zu fördern, zu aktivieren und zu vernetzen. Ziel ist die Förderung und Stärkung des Gemeinwesens. Der ganzheitliche, integrierte Ansatz des Programms berücksichtigt dabei vorrangig die Beteiligung der Bevölkerung, eine partnerschaftliche Arbeit und den Aufbau von Netzwerken. So arbeiten beispielsweise die MitarbeiterInnen in der Gemeinwesenentwicklung eng mit den Dorfentwicklungskomitees zusammen, damit Hausgemeinschaften im Blick auf die Bewältigung eigener und gemeinschaftlicher Aufgaben ihr Selbstvertrauen und ihre Fähigkeiten stärken. Je mehr die Fähigkeit zur Entwicklungsarbeit und zur Einforderung von Unterstützung für die Entwicklung in einem Gemeinwesen anwächst, desto mehr kann das Programm seine personelle und finanzielle Unterstützung reduzieren, bis ein solches Gemeinwesen „selbständig“ wird und die MitarbeiterInnen ihre Unterstützung auf andere hilfsbedürftige Gemeinwesen verlagern können.
Berufsbildungszentrum
Das Berufsbildungszentrum hat sich zum Ziel gesetzt, eigenständig arbeiten zu können und die Qualität der Lehre für die Auszubildenden aus der Region zu verbessern. Ihnen soll eine fachliche Qualifikation vermittelt werden, die für den Arbeitsmarkt relevant ist. Diese Schule ist eine staatliche Einrichtung, die seit mehr als zehn Jahren von AWD-Kambodscha unterstützt wird. So wurde das Gebäude renoviert und Lehrkräfte weitergebildet. Gegenwärtig läuft die abschliessende Phase der Rücküberführung des Projekts in die Verwaltung durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport.
Webseite des LWB/AWD-Kambodschaprogramms
Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Roland Kilian Schlott, Programmreferent
LWB-Vertreter vor Ort:
David H. Mueller, Regionalleiter







