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Assoziierte Programme der AWD
Indien
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Dank der Hilfe des Weltdienstes hat für die Fischer Anjappan Kumar, Govindhan Veeramani und Nadukattan Kumar (von li. nach re.) fünf Jahre nach dem Tsunami in Südostasien ein neues Leben begonnen. |
Das LWB/AWD-Indienprogramm wurde im Jahr 1974 begonnen und war eine Reaktion auf das Flüchtlingselend nach dem Unabhängigkeitskrieg Bangladeschs. Das heute als Lutheran World Service - India (LWSI) bekannte Programm arbeitet mit der wachsenden armen Bevölkerung in Städten und ländlichen Gebieten, um den Mitgliedern der benachteiligten Bevölkerungsgruppen durch verbessertes Selbstvertrauen eine höhere Lebensqualität zu ermöglichen. Seit über 30 Jahren arbeitet LWSI an Projekten in den Bereichen Katastrophenhilfe und integrative Entwicklung. Auch wenn das Programm auf jede schwere Katastrophe im Land reagiert, konzentriert es seine Nothilfe, Katastrophenbereitschaft und Entwicklungsbemühungen aber auf den Osten des Landes.
Während LWSI nach Naturkatastrophen oder von Menschen verursachten Katastrophen Nothilfe leistet und beim Wiederaufbau hilft, konnte durch Projekte für integrative Entwicklung Kompetenz in verschiedenen Bereichen erworben werden, die normalerweise zu lokalen Entwicklungsbedürfnissen gezählt werden. Die fünf wichtigsten Bereiche sind Kapazitätsaufbau, Bildung, Gesundheitsfürsorge, Landwirtschaft und Einkommensschaffung. Die Arbeit umfasst aber auch Bewusstseinsbildung und Kompetenzaufbau im Gemeinwesen zur Bekämpfung der wachsenden Bedrohung durch HIV und AIDS.
In Indien leben mehr als eine Milliarde Menschen, aber die wirtschaftliche Globalisierung bringt nur einem kleinen Anteil der Bevölkerung unverhältnismässig grosse Vorteile, während die Ausgegrenzten weiter in die Armut getrieben werden und etwa 260 Millionen Menschen unter der Armutsgrenze leben. Gleichzeitig führen vor allem in gefährdeten Regionen Naturkatastrophen (Überschwemmungen, Dürreperioden, Wirbelstürme und Erdbeben) und von Menschen verursachte Katastrophen (Unruhen, Terroranschläge, usw.) auch weiterhin zur Zerstörung der unter grossen Anstrengungen errungenen Entwicklungserfolge.
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Eine Gruppe von Frauen bestellt gemeinsam Felder. LWSI unterstützt Selbsthilfegruppen von Frauen dabei, unbebautes Land zu kultivieren. © LWB |
In den Bundesstaaten Westbengalen, Orissa, Assam und Gujarat werden die LWSI-Projekte weitergeführt, während in den Bundesstaaten Tamil Nadu und Puducherry nach der Tsunamikatastrophe vom 26. Dezember 2004 und in den Bundesstaaten Andhra Pradesh, Orissa und Westbengalen nach den durch sintflutartige Monsunregenfälle und über die Ufer tretende Flüsse ausgelösten grossen Überschwemmungen im August und September 2006 in grossem Umfang Nothilfe geleistet und beim Wiederaufbau geholfen wird.
LWSI legt grossen Wert darauf, die äussersten Randgruppen an den Bemühungen um Entwicklung und Nothilfe aktiv und direkt zu beteiligen. Die Gemeinwesen werden als PartnerInnen betrachtet und alle Massnahmen werden durch sie und ihre Organisationen und Gruppen umgesetzt.
Ende 2005 arbeitete der LWSI mit 3.047 Gemeinwesen zusammen und erreichte damit 917.460 Menschen. Es wurden 5.009auf Gemeinwesen basierende Organisationen, Selbsthilfegruppen und Teams zur Schadensbegrenzung unterstützt.
Die Bemühungen LWSI zu verstaatlichen haben erhebliche Fortschritte gemacht. Geplant ist, LWSI bis Januar 2008 in eine staatliche Organisation zu verwandeln. Die Wahl des Vorstands wird voraussichtlich Mitte 2007 abgeschlossen sein.
Projekt zur ländlichen Entwicklung
In ländlichen Gebieten arbeitet LWSI mit Menschen ohne Landbesitz und mit verwundbaren Gemeinwesen, in denen die Menschen am Existenzminimum leben. Ein Grossteil der Familien in diesen Gemeinwesen gehört zu den traditionellen Randgruppen wie den unberührbaren Kasten und der Stammesbevölkerung ( „Scheduled Castes“ und „Scheduled Tribes“). Projekte zur ländlichen Entwicklung gibt es in drei Distrikten in Westbengalen – Bankura, Birbhum und im südlichen 24-Parganas – und in sieben Distrikten in Orissa – Bolangir, Kalahandi, Keonjhar, Mayurbhanj, Nuapada, Puri und Subarnapur. Das Vertrauen der Geldgeber zeigt sich u.a. darin, dass das Entwicklungsprojekt im südlichen 24-Parganas-Distrikt dank den von der kanadischen Hilfsorganisation „Canadian Lutheran World Relief“ (CLWR) bereitgestellten Mittel erheblich ausgedehnt werden konnte.
Projekte zur Stadtentwicklung
Die Projekte zur Stadtentwicklung arbeiten mit BewohnerInnen von Slums und Squattersiedlungen, die zumeist Flüchtlinge aus Nachbarländern oder Zuwanderer aus ländlichen Gebieten sind. Solche Projekte gibt es in Kalkutta im Bundesstaat Westbengalen und in Kataka und Bhubaneswar im Bundesstaat Orissa.
Projekte zur Katastrophenbereitschaft in den Gemeinwesen
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LWSI bildet Katastrophenmanagementteams aus, um den Menschen bei Katastrophen helfen zu können. Hier wird eine solche Situation von Mitgliedern dieser Teams geprobt. © LWB |
LWSI hilft Gemeinwesen in Gebieten, die besonders häufig von Überschwemmungen und Wirbelstürmen betroffen sind, dabei, auf derartige Naturkatastrophen in Zukunft angemessen reagieren und die Schäden in Grenzen halten zu können, in dem er die Menschen zum Thema Katastrophenbereitschaft in den Gemeinwesen schult und Katastrophenmanagementteams ausbildet und organisiert. Solche Projekte zur Katastrophenbereitschaft gibt es derzeit in den Distrikten Kendrapara, Jagatsinghpur, Ganjam und Jajapur im Bundesstaat Orissa, in den Distrikten Dhubri und Goalpara im Bundesstaat Assam und im Distrikt Dahod im Bundesstaat Gujarat.
Projekte zur Katastrophenhilfe
Im Jahr 2005 wurden vom LWSI in Zusammenarbeit mit ACT International verschiedene Projekte als Reaktion auf Naturkatastrophen und von Menschen verursachte Katastrophen ins Leben gerufen, durchgeführt und abgeschlossen. Dies waren u.a. Projekte in den Bundesstaaten Tamil Nadu und Puducherry nach dem Tsunami, in den Bundesstaaten Westbengalen, Assam und Gujarat nach den Überflutungen, im Kokrajhar-Distrikt im Bundesstaat Assam, wo bei der Umsiedlung der durch Stammeskämpfe in den Jahren 1996 und 1998 vertriebenen Bevölkerung geholfen wurde, da viele dieser Menschen immer noch in Auffanglagern leben. Im Jahr 2006 wurden in den Bundesstaaten Andhra Pradesh, Orissa und Westbengalen Nothilfe- und Wiederaufbaumassnahmen für die Opfer der Flutkatastrophe unternommen.
Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Roland Kilian Schlott, Programmreferent
LWB-Vertreter vor Ort:
James Vijayakumar, Interimsdirektor









