Lutherischer Weltbund

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AWD-Länderprogramm
Karibik/Haiti

Die AWD ist bemüht, regendichte Unterkünfte für HaitianerInnen bereitzustellen, die ihre Häuser bei dem Erdbeben im Januar 2010 verloren haben.
© ACT Alliance/Paul Jeffrey

Die Armut in Haiti wird zementiert und verschärft durch das Nichtfunktionieren staatlicher Institutionen. Dementsprechend ist der gesellschaftliche Wandel ein wesentliches Ziel für das Land, damit die Bevölkerungsmehrheit, die von jeher ausgegrenzt wurde, in die haitianische Gesellschaft integriert werden und ihre bürgerlichen Rechte und Pflichten wahrnehmen kann.

Seit 2003 arbeitet das LWB/AWD-Länderprogramm Haiti auf der Grundlage des Menschenrechtsansatzes und konzentriert sich dabei auf die folgenden Schwerpunkte: die Organisation von Gemeinwesen, insbesondere in ländlichen Regionen, um die Beteiligung der Menschen an kommunalen Entscheidungsprozessen zu stärken und die Schaffung von Arbeitsplätzen in ländlichen Gebieten, als wesentlicher Aspekt der Bekämpfung zementierter Armut. Die kontinuierliche Unterstützung kleiner Kaffeebauern/-bäuerinnen bei der Produktion und beim Export qualitativ hochwertigen Kaffees zu fairen Preisen gibt Hoffnung und hat das Potenzial, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern.

Die Strategie des LWB/AWD-Programms umfasst die folgenden Prioritäten:

  • institutionelle Stärkung von Organisationen auf der Ebene der Gemeinwesen, berufsständischen Verbänden und Frauengruppen
  • integrierte Gemeinwesenentwicklung mit dem Ziel, Mitwirkung, Austausch und soziale Gerechtigkeit zu fördern
  • konzertiertes Vorgehen und Vernetzung der Partnerorganisationen von LWB/AWD-Haiti, um deren institutionelle Möglichkeiten der Mitwirkung an Entscheidungsprozessen zu stärken
  • Anwaltschaft im Blick auf die Menschenrechte sowie zentrale Werte wie Gerechtigkeit, Gleichbehandlung und Menschenwürde

Programm: Demokratie und Zivilgesellschaft

Das LWB/AWD-Programm bemüht sich mit Blick auf die Förderung von Demokratie und Zivilgesellschaft aktiv um Partnerschaften mit lokalen Nichtregierungsorganisationen. Die Zusammenarbeit umfasst: Ausbildung von BeobachterInnen der Menschenrechtssituation, Förderung von Mitwirkung und Leitungsverantwortung von Frauen, Stärkung der schwächsten Bevölkerungsgruppen und Überwindung des Schweigens über HIV und AIDS.

Das 1998 eingerichtete Institute for Advanced Social and Political Studies (ISPOS) leistet einen Beitrag zur Heranbildung politischer Führungspersönlichkeiten und fördert Dialog und Versöhnung innerhalb der in vielfältiger Weise gespaltenen haitianischen Gesellschaft. 2001 wurde ISPOS vom LWB/AWD-Programm an lokale Leitungsstrukturen übergeben.

Programm zur integrierten ländlichen Entwicklung

Manuell betriebener Kaffeeschäler in Thiotte. Der LWB unterstützt die haitianische Initiative für fairen Kaffeehandel.
© LWB/AWD-Haiti/L. Gustavsson

Ziel der Gemeinwesenentwicklung ist es, die Grundursachen der Armut mit Hilfe einer sinnvollen Mitwirkung der Bevölkerung an Entscheidungsfindungsprozessen sowie eines angemessenen Umgangs mit den verfügbaren Ressourcen zu bekämpfen. Dabei wird die Strategie verfolgt, das Gemeinwesen um wirtschaftliche und soziale Fragen zu organisieren, die für seine Mitglieder relevant sind, wie z. B. landwirtschaftliche Produktion, Bildung, Gesundheit.

Dominikanische Republik

Seit 1998 ist PROCARIBE in der Dominikanischen Republik aktiv. Ziel ist die Armutsbekämpfung und die Beseitigung von Missständen im Zusammenhang mit der Behandlung haitianischer Arbeitskräfte und armer DominikanerInnen aus den so genannten „Batayes“, den Siedlungen der Zuckerrohrschneider. Das Programm umfasst folgende Komponenten: Stärkung der Gruppen innerhalb der Gemeinwesen, Ausbildung von lokalen Führungskräften, Stärkung der Menschen und der Gemeinwesen durch Aufklärung über Demokratie und demokratische Mitgestaltung sowie Verbesserung von Kommunikation und Informationsaustausch. Das Programm bietet: Bildungsmöglichkeiten für KleinunternehmerInnen, Einkommen schaffende Projekte, Renovierung und Neubau von Wohnraum, Alphabetisierungsprogramme für Erwachsene sowie Bereitstellung und Pflanzung von Setzlingen.

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Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Sophie Gebreyes, Programmreferentin

 

Weitere Informationen

Haiti Annual Report 2005