Lutherischer Weltbund

Abteilung für Weltdienst

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AWD-Länderprogramm
Eritrea

Neue rauchfreie und energiesparende Herde verbrauchen weniger Holz. So müssen weniger Wälder abgeholzt und weniger Zeit investiert werden, um Brennstoffe zu sammeln. © LWB/AWD-Eritrea/A. Fisseha

Schon lange vor der Unabhängigkeit des Landes 1993 war die LWB-Abteilung für Weltdienst gemeinsam mit der Evangelischen Kirche Eritreas zugunsten der Schwächsten der Bevölkerung tätig und ist auch weiterhin im Land präsent. Sie engagiert sich für Bedürftigsten in jenen Gebieten Eritreas, wo keine anderen humanitären Organisationen tätig sind.

AWD-Eritrea arbeitet schwerpunktmässig in den Bereichen Gemeinwesenentwicklung, Frauen- und Kinderrechte, Aufbau der sozialen Infrastruktur, Bekämpfung von HIV und AIDS sowie Nothilfe im Zusammenhang mit fortdauernden Krisen. Mit ihrem ganzheitlichen Ansatz ist die AWD bestrebt, Katastrophenbereitschaft, -hilfe und Wiederaufbau mit einer nachhaltigen Entwicklung zu koppeln.

Die Folgen immer neuer Dürreperioden sind Missernten, Rückgang der Viehbestände und sowohl chronische als auch akute Unterernährung, von der besonders Frauen im gebärfähigen Alter betroffen sind. Der mangelnde Zugang zu sauberem Wasser stellt eine erhebliche Bedrohung für die Gesundheit und das Leben der meisten Menschen dar. Strukturen und Notfallmechanismen, die normalerweise Schutz vor Hunger bieten würden, haben ihre Wirksamkeit eingebüsst, so dass gegenwärtig zwei Drittel der fast vier Millionen EinwohnerInnen des Landes unter der Armutsgrenze leben.

Der Grenzkonflikt mit Äthiopien, der zwischen 1998 und 2000 in einen offenen Krieg eskaliert war, ist nach wie vor ungelöst. Trotz der Präsenz von Friedenstruppen der Vereinten Nationen bleiben die Wiederansiedlung von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen sowie der Wiederaufbau von Gemeinwesen schwierig und prekär in einer Situation, die weder Krieg noch Frieden ist.

Entwicklungsprogramm für ländliche Gemeinwesen

Ein Bewohner des Dorfes Korbaria erntet Gemüse, das dank eines Bewässerungsprojekts gewachsen ist.
© LWB/AWD-Eritrea/A. Fisseha

Das Entwicklungsprogramm für ländliche Gemeinwesen in Eritrea soll Gruppen in lokalen Gemeinwesen dazu befähigen, ihre Entwicklung selbst voranzutreiben. Dies geschieht durch eine Stärkung der kollektiven Handlungsfähigkeit, des Vertrauens in die eigenen Möglichkeiten sowie der Fähigkeit der Bevölkerung, selbst die Verantwortung für ihre Entwicklung zu übernehmen. Von Zentral- und Süderitrea verlagert sich der Schwerpunkt der Projektarbeit derzeit ins westliche Tiefland. Hier sind zahlreiche traditionell nomadisch lebende Bevölkerungsgruppen in ein 2003 neu initiiertes Projekt eingebunden. Das Projekt umfasst Boden- und Wasserschutz, Forstwirtschaft, die Einrichtung sanitärer Anlagen sowie Kleinkreditangebote zur Einkommensschaffung. Zusätzliche Massnahmen beinhalten die Gewährleistung einer verbesserten Wasserversorgung, die Anlage von Zubringerstrassen und den Bau von Bewässerungssystemen.

Entwicklung der sozialen Infrastruktur

Das Programm zur Entwicklung der sozialen Infrastruktur will Kindern den Zugang zur Schulbildung erleichtern, der in den ländlichen Gebieten Eritreas ein gravierendes Problem darstellt. AWD-Eritrea hat in diesen Gebieten Schulen gebaut und ein Projekt ins Leben gerufen, das die Schulbildung von Mädchen fördert.

Nothilfe und Wiederaufbau

Im Blick auf die humanitäre Hilfe bei immer neuen Dürreperioden und Hungerkrisen ist AWD-Eritrea lokaler Partner von ACT und anderen Partnerorganisationen. Es liefert Nahrungsmittel und Hilfsgüter und führt ein Nahrungsergänzungsprogramm sowie Projekte im Bereich der Wasserversorgung durch. Die langfristigen Auswirkungen des Grenzkonflikts mit Äthiopien verschärfen diese Krisensituationen, insbesondere im Blick auf die Situation von Flüchtlingen, Binnenvertriebenen und Ausgewiesenen.

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Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Michael Hyden, Programmreferent

LWB-Vertreterin vor Ort:

Akberet Fre, Amtierende LWB-Vertreterin vor Ort