Lutherischer Weltbund

Abteilung für Weltdienst

Besuchen Sie AWD auf der neuen LWB-Webseite

AWD-Länderprogramme
Burundi

Durch die Herstellung von Körben haben diese Menschen ein dringend benötigtes Einkommen um Nahrungsmittel kaufen zu können und die Möglichkeit, Beziehungen wieder aufzubauen. © WB/AWD-Burundi/Brad Milligan

Burundi litt fast 15 Jahre unter Bürgerkrieg, zwei Völkermorden und der wiederholten Vertreibung der Bevölkerung. Auch wenn die Kampfhandlungen im Jahr 2008 endeten, gibt es weiterhin grosse Spannungen. Die Rückkehr von hunderttausenden Flüchtlingen belastet das Land, das bereits von Umweltzerstörung, Klimaschwankungen, einer hohen Bevölkerungsdichte und der Zerstörung durch Krieg gezeichnet ist. Die Ergebnisse sind extreme Armut, Nahrungsmittelunsicherheit, Gefährdung der persönlichen Sicherheit, soziale Konflikte und unangemessene Infrastruktur.

Das im November 2006 eingerichtete LWB/AWD-Programm für Frieden in Burundi verfolgt in der Friedensarbeit und Entwicklung einen integrierten Ansatz. AWD-Burundi arbeitet eng mit dem Nationalen Rat der Kirchen in Burundi (Conseil National des Eglises du Burundi, CNEB), lokalen Akteuren und ACT-PartnerInnen zusammen, um Gemeinwesen im Osten Burundis, wo ein grosser Anteil der Rückkehrenden lebt, bei folgenden Aufgaben zu unterstützen:

  • Friedensarbeit und Konfliktentschärfung
  • Entwicklung der Gemeinwesen sowie wirtschaftliche Entwicklung
  • Wiederaufbau

Friedensarbeit

Spannungen zwischen verschiedenen ethischen Gruppen, Misstrauen zwischen Rückkehrenden und der aufnehmenden Gemeinde und die Marginalisierung einiger Gruppen, all dies verhindert Frieden und Einheit in Burundi.

AWD-Burundi nutzt die existierende Infrastruktur vor Ort, um langfristige Lösungen herbeizuführen. Durch vom LWB koordinierte, grenzüberschreitende Besuche in Flüchtlingslagern in Tansania hatte zukünftige RückkehrerInnen die Möglichkeit, Fragen der Akzeptanz und Integration mit Führungskräften der aufnehmenden Gemeinden zu besprechen. AWD-Burundi organisiert in Dörfern im östlichen Burundi auch weiterhin Begrüssungskomitees, um den Flüchtlingen die Rückkehr zu erleichtern.

Um Streitigkeiten um Landrechte zu verhindern bietet der LWB Schulungen für MediatorInnen der Gemeinwesen, Älteste, VerwalterInnen und Tribunale an, um die juristischen Institutionen des Landes zu stärken und Gerechtigkeit/das Justizwesen allen zugänglich zu machen. Viele LWB-Projekte beschäftigen sich auch mit Themen wie der Stigmatisierung aufgrund von HIV und AIDS, der Ungleichheit der Geschlechter und der Marginalisierung von ethischen Minderheiten.

Wirtschaftliche und soziale Entwicklung

AWD-Burundi bietet als Teil eines Wiedereingliederungsprogramms für aus Tansania zurückkehrende BurundierInnen technische Hilfestellungen.
© LWB/AWD Burundi/Abel Manirambona

Bürgerkrieg, Umweltzerstörung, Überbevölkerung und Klimaschwankungen haben die Möglichkeiten des Landes, seine Bevölkerung zu ernähren belastet.

AWD-Burundi hat eine wichtige Rolle dabei gespielt, angesichts der vielen Rückkehrenden neue Strategien zu identifizieren, Ernährungssicherheit zu garantieren.

AWD-Burundi leistet auch Bauern/Bäuerinnen direkte Hilfe, indem sie ihnen Saatgut und Gerätschaften zur Verfügung stellt und bemüht sich um langfristige Ernährungssicherheit. Programme zur nachhaltigen Tierzucht sollen die Kuh- und Ziegenbestände wieder aufzubauen, die durch den Krieg vollkommen zerstört wurden.

Durch die Arbeit mit kleinen Bauernvereinigungen soll die Vielfalt an Feldfrüchten vergrössert, gegen Krankheiten resistenter Maniok gezüchtet und effektivere landwirtschaftliche Techniken entwickelt werden. AWD-Burundi schult die Leitung der Gemeinwesen in Massnahmen zur Erosionsbekämpfung, in Kompostiersystemen, in Agroforstwirtschaft und Aufforstung.

AWD-Burundi engagiert sich ausserdem in Einkommen schaffenden Projekten wie zum Beispiel Baumschulen und Verbänden von KorbflechterInnen, TöpferInnen-Genossenschaften, Tischlereien, Bienenzucht und anderen Kleinstunternehmen. Ein weiterer wichtiger Aspekt aller AWD-Aktivitäten – von tierärztlichen Schulungseinheiten bis hin zu Techniken der Vermehrung von Feldfrüchten – ist, die Identifizierung mit der Gemeinschaft zu fördern. Als Teil seiner Verpflichtung zu nachhaltiger wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung startet AWD-Burundi ein Programm zur Stärkung der Gemeinwesen.

Wiederaufbau der Infrastruktur

AWD-Burundi kümmert sich um die vom Gemeinwesen als grundlegend identifizierten Bedürfnisse: angemessener Wohnraum, Wasser- und Abwassersysteme, Instandhaltungsschulungen sowie den Wiederaufbau von Strassen, um sozialen Diensten den Zugang zu abgelegenen Dörfern zu ermöglichen.

Die Bildungsarbeit ist ein weiterer Schwerpunkt und AWD-Burundi baut daher Schulen wieder auf und unterstützt verwundbare Bevölkerungsgruppen bei der Zahlung der Schulgebühren.

Seitenanfang

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Dr Colette Bouka-Coula, Programmreferentin

LWB-Vertreter vor Ort:

Jesse Kamstra, LWB-Vertreter

 

Weitere Informationen

Burundi Annual Report 2008
(Auch in Französisch) [2 MB]