Lutherischer Weltbund

Abteilung für Weltdienst

Besuchen Sie AWD auf der neuen LWB-Webseite

Assoziierte Programme der AWD
Rangpur Dinajpur Rural Service (RDRS), Bangladesch


Auf den Inseln im Brahmaputra-Strom im Bezirk Kurigram lernen Mädchen und Jungen zusammen in informellen Bildungszentren.
© LWB/RDRS-Bangladesch/B. Ahmed

Armut und politische Instabilität sind die grössten Herausforderungen für Bangladesch, die durch häufige Überschwemmungen, starke Regenfälle während des Monsuns und Wirbelstürme noch verschärft werden. Auch wenn die Zahl der Armen in der vor allem aus besitzlosen ArbeiterInnen und kleinbäuerlichen Familien bestehenden Bevölkerung seit der Unabhängigkeit des Landes 1971 zurückgegangen ist, gibt es immer noch extrem arme Bevölkerungsgruppen und die Urbevölkerung, die ausgegrenzt und von NGOs und der Regierung übergangen werden. Das Partnerprogramm von LWB/AWD in Bangladesh, der Rangpur Dinajpur Rural Service (RDRS), konzentriert sich auf die Stärkung von Gemeinwesen , um so den hilfsbedürftigsten Bevölkerungsgruppen in den Regionen Rangpur und Dinajpur im Nordwesten des Landes zu helfen.

Der RDRS ist eine der ältesten und grössten NGOs in Bangladesch und hat viel zur ländlichen Entwicklung beigetragen. Bevor er 1997 ein assoziiertes Programm der AWD wurde, war er seit Ende des Unabhängigkeitskrieges 1971 AWD-Programm gewesen und hat von Anfang an die Ursachen und Folgen von Armut, Unwissenheit und Machtlosigkeit bekämpft. Im Laufe der Zeit hat sich die Arbeitsweise des RDRS jedoch von einer auf die akuten Bedürfnisse ausgerichteten Arbeit hin zu einem Ansatz entwickelt, bei dem der Anspruch der Menschen auf ihre Rechte im Mittelpunkt steht ( rights-based approach ). Ziel ist es, der armen ländlichen Bevölkerung und ihren Institutionen, durch eigene individuelle und kollektive Bemühungen zu einer angemessenen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Selbstbestimmung sowie zu Demokratie, zur Gleichstellung der Geschlechter und zu einem nachhaltigen Umgang zu ihrer Umwelt zu verhelfen.

Von den RDRS-Entwicklungsprogrammen profitieren mehr als 1,5 Millionen der ärmsten Bangladeschis. Dies entspricht etwa 300.000 Haushalten bzw. einer Struktur von 17.000 Gruppen und 262 Verbänden. Ein Teil dieser Programme wird in den extremsten und isoliertesten Regionen des Landes, insbesondere auf den wandernden Inseln im Brahmaputra.

Entwicklung der Institutionen und Organisationen der Bevölkerung

Ausgebildete Frauen impfen Geflügel. Die Versorgung mit Arzneimitteln und Impfstoffen ist zuverlässiger geworden.
© LWB/RDRS-Bangladesch/B. Ahmed

Der RDRS unterstützt ein mehrdimensionales Netzwerk aus Verbänden, lokalen Gruppierungen, Mitgliedern solcher Gruppen und deren Haushalten bei Kapazitätsaufbau und Selbstbestimmung. Die arme ländliche Bevölkerung, die wirtschaftlichen Zwängen unterliegt, wird motiviert, sich zu Gruppierungen zusammenzuschliessen, die gegenseitige Unterstützung und Solidarität ermöglichen. Diese Verbände sind von zentraler Bedeutung für die nachhaltige Entwicklung, da sie es ermöglichen, Kontakt mit über 7.000 Mitgliedsgruppen bzw. 113.000 Haushalten zu halten. Die Programmarbeit soll die Funktion der Verbände als selbstverwaltete Organisationen auf der Ebene der Gemeinwesen der armen ländlichen Bevölkerung erweitern. Dabei werden folgende Schwerpunkte gesetzt: verbessertes Funktionieren von Leitungsstrukturen, Stärkung von demokratischen Werten und von Verwaltungsansätzen, Weiterentwicklung von Einrichtungen für die Gemeinwesen, Bewusstseinsbildung im Bereich Frauen- und Menschenrechte sowie Förderung von Anwaltschaftsarbeit und zivilgesellschaftlichen Aktivitäten an der Basis.

Bewusstsein für gesellschaftliche Anliegen


Ein Bauer trägt frische Jute, eine vollständig biologisch abbaubare Bast-Faser, die nach Baumwolle die zweitwichtigste Pflanzenfaser ist.
© LWB/RDRS-Bangladesch/B. Ahmed

Für den Aufbau von tragfähigen Gemeinwesen wird der Schaffung eines Bewusstseins für gesellschaftliche Anliegen im gesamten Programm besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei geht es schwerpunktmässig um folgende Bereiche: Theateraufführungen zu den Themen Gleichberechtigung von Frauen und Männern sowie Anwaltschaftsworkshops zum Thema Gender und Menschenrechte, Aufklärung Heranwachsender über die Themen Gender und Fortpflanzungsgesundheit, Bewusstseinsbildung zur grundlegenden Gesundheitsfürsorge einschliesslich sexuell übertragbarer Krankheiten, HIV und AIDS und Arsenvergiftungen, Fortbildung zu Umwelt und Katastrophenbereitschaft und schliesslich die Information Schwangerer über Familienrecht und die Registrierung Neugeborener. Für die MitarbeiterInnen des RDRS und ihre EhepartnerInnen werden Weiterbildungsmassnahmen in den Bereichen Gender-Fragen und Entwicklung, HIV und AIDS und Katastrophenbereitschaft angeboten.

Wirtschaftliche Förderung

Während der vergangenen 15 Jahre haben die von NGOs vergebenen Kredite den Armen in Bangladesch das Überleben gesichert. Das System von Kleinstkrediten, das in den 1990er Jahren eingeführt wurde, ist erfolgreich, wird aber kontinuierlich weiterentwickelt, um eine nachhaltige Entwicklung für Familien und Gemeinwesen zu ermöglichen. Die Arbeit des RDRS an der Basis umfasst u.a. die Schaffung von Möglichkeiten zur Ansparung von Kapital, Programme zur Kreditvergabe, die Vermittlung von Kompetenzen und Unterstützung bei der Umsetzung einkommensschaffender Massnahmen. Die Vergabe von Kleinstkrediten wird mittlerweile jedoch getrennt von Massnahmen zur Sozialentwicklung betrieben und die Selbstfinanzierung wird verstärkt gefördert.

Webseite des LWB/AWD Rangpur Dinajpur Rural Service (RDRS)

Seitenanfang

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Roland Kilian Schlott, Programmreferent

LWB-Vertreter vor Ort:

Kamaluddin Akbar, Exekutivdirektor