Regionalprogramme der Abteilung für Weltdienst
Balkan
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Ein Mitarbeiter des LWB in Novi Sad besucht eine Familie, die aus Serbien nach Bosnien zurückgekehrt ist. © LWB/AWD-Balkan |
Die Friedensverträge wurden im Jahr 1995 unterzeichnet, die Rückkehr der Flüchtlinge in ihre zerstörten Heimatorte und die Wiederbelebung der dortigen Gemeinwesen erfolgte jedoch viel langsamer als erwartet. Mit Unterstützung der AWD beim Wiederaufbau in Eigenleistung sind mittlerweile tausende Flüchtlinge zurückgekehrt und sind dabei, sich ein neues Leben aufzubauen. Obwohl die Wirtschaft in der Region stagniert, ermöglichen es die Agrar- und Kleinstkreditprojekte der AWD zahlreichen Familien, mit Hilfe kleiner Betriebe ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
Die Umwandlung des Balkanprogramms vom Nothilfeprogramm in ein Länderprogramm im Jahr 2003 hat eine langfristigere Arbeit an tief verwurzelten Problemen ethnischer Gegensätze, einer schwachen Zivilgesellschaft und einer wenig entwickelten örtlichen Wirtschaft möglich gemacht.
Die AWD-Balkan ist in den folgenden Gebieten aktiv:
Bosnien und Herzegowina
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Vermittlung landwirtschaftlicher Kenntnisse in Toplice (Živinice): Erdbeeranbau. © LWB/AWD-Balkan/N. Grcic |
Das Rückkehrprojekt der AWD in Nordwestbosnien existiert seit 1997 und schlägt Brücken zwischen ethnischen Gruppen. Geflohene bosnische SerbInnen erhalten Unterstützung bei der Rückkehr in ihre Heimatorte in der muslimisch-kroatischen Föderation und muslimischen Flüchtlingen wird dabei geholfen, in die bosnische Republika Srpska zurückzukehren. Mehr als 2.000 Wohnhäuser sind wieder aufgebaut worden und über 6.700 Menschen in die Orte zurückgekehrt, wo sie vor dem Krieg zu Hause waren. Der LWB hat den Wiederaufbau von Schulen und medizinischen Einrichtungen, Strassen und Brücken organisiert. Durch die Bereitstellung von landwirtschaftlichen Gerätschaften, Saatgut, Düngemitteln, Werkzeugen und Fachberatung wurde den Familien ermöglicht, sich selbst zu versorgen.
Das LWB-Projekt in Tuzla, im Nordosten der Region hat sich von einer kurzfristigen Hilfsaktion, bei der 50.000 Familien mit Nahrungsmitteln und sanitärem Bedarf versorgt wurden, zu einem langfristigen strategischen Projekt entwickelt, das Gemeinwesen wiederbelebt und Flüchtlingen die Rückkehr ermöglicht. Ursprünglich wurden 12 Rückkehrerfamilien beim Gemüseanbau unterstützt, mittlerweile ist das Projekt auf 5.500 Familien angewachsen, denen durch die Starthilfe zur intensiven Landwirtschaft die Eigenständigkeit ermöglicht wurde.
1997 regte der LWB 160 Familien in Vertriebenensiedlungen zur Durchführung von Landwirtschaftsprojekten an. Inzwischen hat sich das Projekt auf 2.500 Familien ausgeweitet, die allen in den Konflikt verwickelten ethnischen Gruppen angehören. Ein Revolvingfonds unterstützt kriegsvertriebene Familien, die in Sammelzentren leben, bei der Einkommenserwirtschaftung durch den Anbau von Gemüse.
Kosovo
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Im Jahr 2003 erhielten 95 Familien je eine Schafherde mit neun Mutterschafen und einem Bock. © LWB/AWD-Balkan/M. Karppinen |
Im August 1999 beteiligte sich der LWB, nach Rückkehr von fast einer Million Kosovo-AlbanerInnen in ihre beschädigten Häuser, an den Nothilfemassnahmen von ACT im Kosovo und trug die Hauptverantwortung für die Schaffung von Wohnraum. Im Rahmen des Wiederaufbaus in Eigenleistung wurden 5.400 Familien die Mittel zur Verfügung gestellt, um ihre Häuser instand zu setzen bzw. wieder aufzubauen.
Im Projektgebiet wird langfristige Unterstützung geleistet bei der Wiederherstellung der Infrastruktur - Zufahrtsstrassen zu Dörfern, Wasserversorgung und Abwassersysteme. Die gesellschaftliche Entwicklung profitierte von der Schaffung von Frauenzentren in den Dörfern. Zum wirtschaftlichen Wiederaufschwung trug die Förderung kleiner Unternehmen sowie die Beratung, Bereitstellung von Gerätschaften und Ausbildung im Blick auf die Schaffung landwirtschaftlicher Familienbetriebe bei.
Kroatien
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Im Jahr 2003 begann der LWB mit der Bereitstellung von Baumaterialien für 43 bäuerliche Familien, die damit Häuser und Ställe wiederaufbauten, und unterstützte sie bei der Anschaffung von Vieh. © LWB/AWD-Balkan/M. Pesic |
Die Arbeit der AWD in Kroatien konzentriert sich auf die folgenden Bereiche: Förderung und Unterstützung der Rückkehr von Flüchtlingen in die Region Lika, die arm und weitgehend zerstört ist und von der kroatischen Regierung vernachlässigt wird; Leistung kurzfristiger Krisenhilfe für Rückkehrerfamilien, die ihnen dabei helfen soll, ihr Leben selbstbestimmt und in Würde leben zu können und ihr Auskommen zu sichern; Unterstützung für die zurückkehrende Bevölkerung in Form der Mitwirkung an der Schaffung einer tragfähigen, von Integration geprägten, multiethnischen Gesellschaft.
Seit 1992 unterstützt das Kroatienprogramm RückkehrerInnen beim Wiederaufbau ihrer Häuser, stellt ihnen das nötigste Baumaterial zur Verfügung und hilft jährlich mehr als 700 Familien. Auch bei der Wiederherstellung der sozialen Infrastruktur wurde mitgewirkt, so beim Wiederaufbau von Kindergärten, Schulen und medizinischen Einrichtungen. Der wirtschaftliche Aufschwung wird durch landwirtschaftliche Ausbildungsprogramme, die Bereitstellung von Vieh und die Unterstützung bei der Schaffung von Kanälen zur Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte gefördert.
Vojvodina (Serbien und Montenegro)
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Dieses Ehepaar, das aus Serbien zurückgekehrt ist, baut mit der Hilfe des LWB sein zerstörtes Haus wieder auf. © LWB/AWD-Balkan |
Nach der Bombardierung Serbiens durch die NATO 1999 nahm der LWB die Arbeit im Norden der Region auf, wobei er sich auf die „Ökumenische humanitäre Organisation“, ein Werk der evangelischen Kirchen in der Vojvodina, stützte. Im Jahr 2001 wurde ein grenzübergreifendes Projekt ins Leben gerufen, das als Flüchtlingen anerkannten Personen dabei half, Kontakt mit Rückkehrprojekten des LWB in Bosnien und Kroatien aufzunehmen. Die Nachhaltigkeit des Rückkehrprozesses wird durch die ökonomische Komponente der LWB-Projekte in den Rückkehrländern sowie durch die Bereitstellung von Baumaterialien gewährleistet. In den Jahren 2003 und 2004 hat das Interesse der Flüchtlinge an der Rückkehr zugenommen.
Dank der Hilfe durch Partnerorganisationen, staatliche engagierte Einzelpersonen konnte der LWB wirksam und ganzheitlich auf die Notsituation auf dem Balkan reagieren. Ohne das Engagement und den Einsatz lang gedienter einheimischer MitarbeiterInnen wäre der Erfolg des Programmes nicht möglich gewesen.
Webseite des LWB/AWD-Balkanprogramms
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