Lutherischer Weltbund

Flüchtlinge

Flüchtlinge und Binnenvertriebene

Seit seiner Gründung im Jahr 1947 hat der Lutherische Weltbund (LWB) Flüchtlingen geholfen - anfangs in Europa, wo nach dem Zweiten Weltkrieg viele Millionen LutheranerInnen auf der Flucht oder vertrieben worden waren. In dieser schwierigen Zeit gründeten die Delegierten von 47 lutherischen Kirchen aus 26 Ländern den LWB: Er sollte einerseits den gemeinsamen Dienst zur Begegnung menschlicher Not organisieren und andererseits beim Wiederaufbau vieler Einrichtungen und Institutionen Hilfestellung leisten, die im Krieg zerstört worden waren. Flüchtlingshilfsprogramme wurden vor allem in Lagern aktiv, sie unterstützten die Familienzusammenführung und ebneten den Weg in eine neue Heimat in Übersee, vor allem in Kanada, Australien und in den Vereinigten Staaten von Amerika.

   




Flüchtlingslager in Ruanda, das der LWB gemeinsam mit dem UNHCR unterhält

 

Später dehnte der LWB seine Flüchtlingshilfe auch auf andere Teile der Welt aus. Zur Zeit betreibt der LWB nationale Programme in 31 Ländern Asiens, Afrikas, Lateinamerikas und Europas. Die Abteilung für Weltdienst (AWD) hat sich erheblichen Sachverstand hinsichtlich der Ansiedlung von Flüchtlingen in ländlichen Gebieten erworben. Sie bedient sich eines auf Selbsthilfe und Entwicklung gerichteten Konzeptes, das die Partnerschaft und Zusammenarbeit mit dem Büro des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) und mit nationalen Nichtregierungs-Organisationen (NGOs) fördert.

Der LWB begann mit der Hilfe für Flüchtlinge und Binnenvertriebene ausserhalb Europas im Jahr 1956, als Tausende chinesische Flüchtlinge in Lagern in Hongkong Zuflucht fanden. Es folgte die Betreuung der palästinensischen Flüchtlinge im Nahen Osten. Auf Bitten der Regierung und des Christenrates von Tansania begann der LWB 1963 mit der Ansiedlung ruandischer Flüchtlinge in ländlichen Gebieten. Darauf folgte die Ansiedlung von Flüchtlingen aus Mosambik und Burundi. Seitdem hat der LWB in Partnerschaft mit dem UNHCR eine führende Rolle bei der Verwaltung von Flüchtlingslagern sowie bei der erfolgreichen Repatriierung und Wiederansiedlung von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen in ihren Heimatländern übernommen, so beispielsweise in Bangladesch, El Salvador, Guatemala, Kambodscha, in Mali, Mosambik, Namibia, Simbabwe, im Sudan und in Uganda. Flüchtlingsprogramme des LWB laufen zur Zeit in Kenia, Nepal, Sambia, Tansania, Uganda und im ehemaligen Jugoslawien. Hilfe für Binnenvertriebene wird in Angola, El Salvador, Guatemala, Haiti, Indien und Kambodscha geleistet.

Obwohl jedes einzelne Hilfsprogramm auf die besonderen Bedürfnisse der Flüchtlinge und Binnenvertriebenen - wo auch immer sie einen "sicheren Hafen" gefunden haben - zugeschnitten ist, sind bestimmte Elemente allen Programmen gemeinsam. Die Eigenständigkeit der Flüchtlinge z. B. ist ein Grundanliegen, das über die blosse Vermeidung von Abhängigkeiten hinausgeht. Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten sowie ein breit gefächertes Angebot an Selbsthilfeprojekten sollen Flüchtlingen während ihres Exils die Chance geben, zu produktiven, schöpferischen Mitgliedern der Gesellschaft zu werden - in jenen Ländern, in denen sie Asyl gefunden haben, und, sofern die Rückkehr möglich ist, auch in ihren Herkunftsländern.

Überall dort, wo der LWB tätig ist, hat die Zusammenarbeit mit nationalen Partnern Priorität. Ein Grundanliegen ist auch, die Probleme jener Länder ernst zu nehmen, die Flüchtlinge aufnehmen. Ein unverzichtbarer Bestandteil der Hilfe des LWB für Flüchtlinge und Binnenvertriebene ist der Kapazitätsaufbau bei den nationalen Partnern.

Der LWB arbeitet partnerschaftlich mit dem UNHCR, mit dem Internationalen Rat von Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen sowie mit dem Lenkungsausschuss für Humanitäre Reaktion zusammen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei: Amtierender Programmreferentin Elsa Moreno oder ihre Assistentin Regula Dominguez.