Lutherischer Weltbund

Karibik-Haiti

Karibik/Haiti



Ein Schwein als Geldanlage in Thiotte

Das Karibik/Haiti-Programm der Abteilung für Weltdienst (AWD) operierte ursprünglich von Venezuela und den USA aus. Es wurde 1983 als Programm zur Unterstützung von haitianischen Flüchtlingen ins Leben gerufen, die vor dem Duvalier-Regime geflohen waren. Nach dem Sturz der Diktatur 1986 wurde der LWB von der Confédération des Travailleurs Haïtiens, der grössten Gewerkschaft Haitis, gebeten, die HaitianerInnen beim Aufbau der Zivilgesellschaft zu unterstützen. Schwerpunkte des Programms waren soziale Gerechtigkeit, Gleichstellung der Geschlechter, Versöhnung, Frieden und die Förderung der Eigenständigkeit.

Haiti

Das "Democracy and Civil Society Program" (Programm für Demokratie und Zivilgesellschaft) in Haiti soll die haitianische Zivilgesellschaft stärken und festigen und zudem die zweite Generation der Menschenrechtsarbeit unter Basisgruppen, Bürger- und Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften, Bauernverbänden und Genossenschaften sowie kirchlichen und ökumenischen Initiativen verstärken und durchsetzen. Die Gründung eines Instituts für soziale und politische Studien begann 1997 unter Beteiligung eines breiten Querschnitts der haitianischen Gesellschaft. Vorrangiges Ziel des Instituts ist die Verankerung demokratischer Wertvorstellungen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss sich eine Kultur der Toleranz und des Respekts vor politischen Meinungsverschiedenheiten entwickeln. Eine weitere Voraussetzung ist die Etablierung einer Kultur der Versöhnung, des Pluralismus und der Gleichstellung der Geschlechter in den führenden Kreisen der politischen und bürgerlichen Gesellschaft.



Vom Orkan zerstörte Kirche

Das Integrierte Landentwicklungsprogramm (Integrated Rural Development Program - IRDP) im Distrikt Belle-Anse unterstützt die Aktivitäten zur Gemeinwesenentwicklung von sechs Genossenschaften und anderen lokalen Partnern und kommt 4.000 Menschen unmittelbar zugute. Zur Verwirklichung seines Zieles fördert das Programm die wirtschaftliche und soziale Arbeit seiner Partner, beispielsweise bei Anbau und Absatz von Kaffee, bei Kreditprojekten für die Agrarproduktion und bei der Trinkwasserversorgung. Die Gleichstellung der Geschlechter, die Menschenrechte und Belange des Umweltschutzes sind auf allen Ebenen Bestandteil der Programme.

Dominikanische Republik

In der Dominikanischen Republik hat der LWB seit 1985 haitianische Wanderarbeiter im Exil unterstützt, die in den so genannten "Bateyes", den Siedlungen der Zuckerrohrschneider, lebten. Heute werden sie von HaitianerInnen und armen Bevölkerungsschichten der Dominikanischen Republik bewohnt, die unter ebenso ungewissen und häufig menschenunwürdigen Lebensbedingungen leiden wie ihre Vorgänger. Nach der Privatisierung der Zuckerrohrindustrie im Jahr 1999 haben sich die Bedingungen der BewohnerInnen der Bateyes drastisch verschlechtert, da Tausende von ArbeiterInnen ihre einzige Einnahmequelle verloren haben. Hauptziele der AWD sind: Stärkung der gesellschaftlichen Gruppen in den Gemeinwesen, Kapazitätsaufbau für örtliche Führungskräfte und OrganisatorInnen, Projekte mit dem Schwerpunkt Einkommensförderung (hier liegt der zentrale Schwerpunkt), Bildungsarbeit für Demokratie und demokratische Mitgestaltung sowie Kommunikation, Information und Meinungsaustausch.

Weitere Informationen erhalten Sie bei: Programmreferentin Elsa Moreno oder ihrer Assistentin Regula Dominguez.