Besuchen Sie AME auf der neuen LWB-Webseite
AME-Schwerpunktthemen
Diakonie
|
Abendmahl in einer lutherischen Kirche in der Mongolei. © LCS |
Die Globale Konsultation des LWB mit dem Thema „Prophetische Diakonie – Zur Heilung der Welt“, die 2002 stattfand, hinterfragte die Tradition eines Verständnisses von Diakonie als Dienst in Selbstverleugnung und Demut. Als Vision artikulierte die Konsultation eine Diakonie, die Gruppen und Gesellschaften verwandeln will, sich für Gerechtigkeit engagiert und zu alternativen, nachhaltigen Formen von Gemeinschaft aufruft. Es folgen Auszüge aus der Botschaft der Konsultation.
Hier finden Sie den vollen Wortlaut der Botschaft der LWB-Diakoniekonsultation (nur in englischer Sprache): Message from the LWF Global Consultation on „Prophetic Diakonia – For the Healing of the World“. (Erfordert Adobe Acrobat Reader) ![]()
Diakonie steht im Herzen dessen, was Kirche ausmacht. Als Grundbestandteil des Evangeliums ist Diakonie nicht Option, sondern essentieller Bestandteil der Nachfolge. Diakonie gilt allen Menschen, da sie nach Gottes Bild geschaffen sind. Diakonie beginnt als bedingungsloser Dienst am Nächsten in Not und führt zwangsläufig zu sozialen Veränderungen, die wiederherstellen, reformieren und verwandeln.
|
Durch die Taufe sind alle ChristInnen berufen, Diakonie zu leben: lutherische Sii Khiu-Kirche, Thailand. © LWB/Kee |
Alle ChristInnen sind durch die Taufe berufen, in ihrem Handeln und täglichen Leben in der Welt Diakonie zu verwirklichen. Hierin kommt Diakonie zuerst und fundamental zum Ausdruck. Organisiertere Formen von Diakonie werden auf der Ebene der Gemeinde sowie von denjenigen praktiziert, die ausdrücklich zum diakonischen Dienst beauftragt sind. Spezialisierte Formen diakonischer Arbeit dienen dazu, diejenigen Aufgaben wahrzunehmen, die Einzelpersonen oder Gemeinden alleine nicht bewältigen können.
|
Tischgemeinschaft © LWB/J. Schep |
In der ganzheitlichen Mission Gottes liegt die enge Verbindung zwischen Diakonie, Kerygma (Verkündigung des Wortes) und Koinonia (Tischgemeinschaft) begründet. Diakonie ist tätiges Zeugnis. Sie wurzelt in der Teilhabe an Leib und Blut Christi im Abendmahl. Das Miteinanderteilen, das wesentlich zur Gemeinschaft der Kirche gehört, kann die ungerechten Machtverhältnisse verwandeln, die häufig in diakonischen Aktivitäten bestehen – etwa das Verhältnis „reiche Gebende“/„arme Empfangende“. Diakonie verwandelt beide Seiten: die, denen der Dienst gilt, wie auch die Dienenden. Jedoch ist Proselytenmacherei nicht der Zweck von Diakonie.
|
Diakonie ist mehr als ein Dienst der Starken an den Schwachen. © LWB/J. Schep |
Diakonie ist mehr als ein Dienst der Starken an den Schwachen – eine solche Sichtweise könnte zu einer paternalistischen Wahrnehmung und Praxis führen und den Eindruck vermitteln, dass manche Kirchen nicht in der Lage sind, diakonisch aktiv zu werden, weil es ihnen an Mitteln oder Fachkompetenz mangelt. Diakonie ist Teil der Berufung aller Kirchen und aller ChristInnen weltweit.
Besonders in den lutherischen Kirchen werden Kirchenverständnis und Praxis des Kircheseins von einer Theologie des Kreuzes bestimmt, die die Kirche verpflichtet, sich mit den Leidenden und nicht etwa mit den Erfolgreichen zu identifizieren.
Erwägungen zur diakonischen Praxis
Armut, Gewalt und HIV/AIDS sind drei zentrale Probleme unserer Zeit, vor denen die Kirchen nicht die Augen verschliessen können. Sie fordern die Kirche dazu heraus, ihr diakonisches Handeln prophetischer zu gestalten. In vielfältiger Form setzen sich der LWB, seine Mitgliedskirchen und Partnerorganisationen wie auch die ökumenische Bewegung insgesamt mit diesen Aufgaben auseinander.
|
Hoffnung auf ein Leben in Fülle für alle Menschen. © LWB/J. Schep |
Will die Kirche Verwandlung, Heilung und Versöhnung aktiv fördern, muss sie die Menschen in den Blick nehmen, die am Rand stehen, also z. B. diejenigen, die von HIV/AIDS betroffen sind, in Armut leben oder unter Gewalt leiden. Christus ist die Quelle, aus der die Kirche Hoffnung auf ein Leben in Fülle für alle Menschen schöpft. Oft können jedoch bestehende Strukturen oder Vorgehensweisen der Verwirklichung dieser Hoffnung im Wege stehen. Wo dies der Fall ist, sind Veränderungen nötig:
- Damit prophetische Diakonie wirksam und glaubwürdig praktiziert werden kann, müssen auf allen Ebenen der Kirche regelmässig die internen Strukturen und Leitungsmodelle auf Transparenz und Rechenschaftspflichten hin überprüft werden.
- Leitungsverantwortung ist auf allen Ebenen von grundlegender Bedeutung. Dies bedeutet VerantwortungsträgerInnen, die alle ChristInnen dazu befähigen, ihren Auftrag zum Dienst wahrzunehmen, diakonische Bewusstseinsbildung und die Integration von Diakonie in alle Bereiche kirchlichen Wirkens.
- Sicherlich hat Diakonie eine explizit christliche Grundlage, Gott wirkt jedoch in der gesamten Schöpfung und nicht nur durch die Kirche. Die Schaffung strategischer Bündnisse ist von entscheidender Bedeutung, sowohl mit anderen ökumenischen PartnerInnen als auch mit Menschen anderer Glaubensrichtungen, Staaten und zwischenstaatlichen Organisationen sowie AkteurInnen der Zivilgesellschaft.
Die vielen Gesichter Lutherischer Diakonie
Jede LWB-Region hat im diakonischen Dienst ihren eigenen Schwerpunkt, auch wenn es natürlich viele gemeinsame Themen und Fragen gibt. Während der Globalen Diakoniekonsultation im Oktober 2008 zeigte sich, dass es innerhalb der lutherischen Gemeinschaft eine grosse Vielfalt an Aktivitäten, grosses Potenzial und viele Herausforderungen für die Zukunft gibt.
Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Pfr. Dr Musa P. Filibus, AME-Direktor
Stefan Niederberger, Verwaltungsassistent











