Lutherischer Weltbund

Abteilung für Mission und Entwicklung

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AME-Schwerpunktthemen
Anwaltschaft

Mission und Anwaltschaft

Die Kirche als dienende und heilende Gemeinschaft strebt nach Gerechtigkeit, Verwandlung, Frieden und Versöhnung. © LWB/S. Lim

Kirche in der Mission versteht ihre Mitwirkung an Gottes Mission als kontextuell und stellt sich in Treue zu ihrem Auftrag den Herausforderungen ihres jeweiligen sich kontinuierlich verändernden, komplexen Kontexts. Mission ist umfassend und ganzheitlich, sie ist ausgerichtet auf die ganze Schöpfung, das ganze Leben und den ganzen Menschen (d.h. auf alle Menschen und auf den ganzen Menschen). Als dienende und heilende Gemeinschaft bedient sich die Kirche in ihrem Streben nach Gerechtigkeit anwaltschaftlicher Ansätze, bewirkt Verwandlung durch Bevollmächtigung und setzt sich für Frieden und Versöhnung ein. Jede Kirche ist für die Missionsaufgaben vor Ort verantwortlich, sollte gleichzeitig aber bereit sein, mit anderen Partnern an anderen Orten zusammenzuarbeiten, wenn sie dazu aufgefordert wird.

In Teil 2 des LWB-Missionsdokuments – „Theologie der Mission“ – finden Sie unter Punkt 2.3.2 weitere Informationen (erfordert Adobe Acrobat Reader).

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Konzepte

Menschenrechte und die Unterdrückung Indigener. © LWB/J. Schep

Für den LWB gehören die Auseinandersetzung mit zentralen Fragen sozialer wie wirtschaftlicher Gerechtigkeit sowie das Eintreten für die Menschenwürde als grundlegende Aspekte zum ganzheitlichen christlichen Dienst und Zeugnis. Der anwaltschaftlichen Arbeit liegen in den verschiedenen Kontexten vielfältige Grundsätze und praktische Erwägungen zugrunde.

  • Die Menschenrechtsarbeit (z. B. im Zusammenhang mit der Unterdrückung von Dalits und Indigenen oder der Kinderarbeit und dem Missbrauch von Kindern als SoldatInnen) stützt sich auf die von den Staaten der Welt anerkannten Menschenrechtsnormen.
  • Aus der pastoralen Perspektive ist die fortbestehende Unterjochung und Armut von Einzelnen und Gesellschaften von Belang.
  • Die ethische Perspektive richtet ihr Augenmerk auf Mechanismen der Korruption in staatlichen, marktwirtschaftlichen und sonstigen Systemen.
  • Ein weiteres Anliegen ist der Kampf gegen Straflosigkeit im Zusammenhang mit Menschenrechtsverletzungen in diktatorischen Regimes sowie durch nach wie vor bestehende internationale Systeme etwa im Bereich der Darlehensvergabe.
  • Um die Nachhaltigkeit von Gesellschaften geht es im Zusammenhang mit der Verweigerung von Zugangsrechten, der systematischen Ausblutung von Ressourcen und Systemen weltweit vernetzter Korruption.

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Netzwerke

Mithilfe anwaltschaftlicher Arbeit sollen Machthabende dahingehend beeinflusst werden, ihre Macht anders auszuüben und Machtstrukturen wie -beziehungen zu verändern. Die AME fördert im Rahmen ihrer Programme und Projekte Anwaltschaftsinitiativen.

Sonntagsschule: Mein Gott ist SO gross! © QLC

Der LWB gehört zum Globalen Ökumenischen Aktionsbündnis EAA (Ecumenical Advocacy Alliance) und lädt seine Mitgliedskirchen dazu ein, in diesem breiten ökumenischen Netzwerk mitzuarbeiten, das die internationale Zusammenarbeit bei der Anwaltschaft in den Bereichen Welthandel sowie HIV und AIDS fördert. Gemeinsame Anstrengungen im Rahmen des EAA ermöglichen eine wirksamere Auseinandersetzung mit Handlungsgrundsätzen und Praxis von Staaten, internationalen Einrichtungen, Konzernen sowie unseren eigenen Gemeinschaften mit dem Ziel einer gerechteren, friedvolleren und nachhaltigeren Welt.

Die „Guiding Principles for Sustainable Development(LWB-Leitsätze für eine nachhaltige Entwicklung, nur in englischer Sprache verfügbar; erfordert Adobe Acrobat Reader) betonen, dass eine nachhaltige Entwicklung den Menschen in den Mittelpunkt stellt und sich an dessen Leben und Wohlergehen („dem ganzen Menschen“) innerhalb seiner Gemeinschaft anstatt an eng definierten ökonomischen Indikatoren orientiert.

Die LWB-Konsultation zum Thema Prophetische Diakonie betonte im Jahr 2002, dass Diakonie mehr ist als soziale Hilfeleistung, sie umfasst immer auch sozialen Wandel. Weiterhin wurde betont, dass Kirchen ihre Regierungen in die Pflicht nehmen müssen, was deren Kernverantwortung angeht, den Grundbedürfnissen und Grundrechten der Bevölkerung zur Geltung zu verhelfen.

Der Aktionsplan des LWB zu HIV und AIDS aus dem Jahr 2002, „Anteilnahme, Umkehr, Zuwendung: Kirchen reagieren auf die HIV/AIDS-Pandemie(erfordert Adobe Acrobat Reader) , legt fest, dass die offizielle Anwaltschaftsarbeit des LWB im Zusammenhang mit HIV im Rahmen des EAA ökumenisch geschehen soll. Hauptschwerpunkt dieser Arbeit ist das Eintreten für Würde und Rechte derjenigen, die von HIV und AIDS betroffen sind, sowie für eine von Zuwendung und Solidarität geprägte Haltung, die alle Formen der Stigmatisierung und Diskriminierung ablehnt.

Die AME arbeitet eng mit dem LWB-Büro für Internationale Angelegenheiten und Menschenrechte sowie dem Referat der Abteilung für Weltdienst (AWD) für Anwaltschaft und Kommunikation zusammen.

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Beispiele

Wasser der Taufe – Wasser des Lebens. © QLC

Die lateinamerikanischen Kirchen sind federführend an den anwaltschaftlichen Aktivitäten in ihrer Region beteiligt. Sie setzen sich bei ihren Regierungen für das Recht der von HIV und AIDS Betroffenen auf allgemeinen Zugang zu Behandlung, Pflege und Prävention ein. Die Kirche in Costa Rica engagiert sich besonders stark in der Kampagne gegen restriktive Patentrechte.

Im FKG-Referat laufen die Fäden einer Reihe anwaltschaftlicher Arbeitsbereiche zusammen. Es initiiert und unterstützt Kampagnen für die Gleichberechtigung von Frauen in Kirche und Gesellschaft sowie gegen den Trend, Wasser als käufliche Ware zu behandeln, und es setzt sich dafür ein, dass Kirchen nein sagen zur Gewalt gegen Frauen.

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Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Pfr. Dr Musa P. Filibus, AME-Direktor

Stefan Niederberger, Verwaltungsassistent